Sachsenheim Auf den Spuren der Europäischen Union

Von Michaela Glemser
Mit dem Fahrrad sind die Schülerinnen und Schüler in zwei Etappen die 170 Kilometer von Sachsenheim nach Straßburg gefahren. Foto: /Privat

Schülergruppen aus Sachsenheim und Griechenland erkunden gemeinsam das Europäische Parlament in Straßburg.

Sie haben beim Europarat in Straßburg hinter die Kulissen geblickt, einer spannenden Debatte über Zölle im Europäischen Parlament beigewohnt und sich vor Ort in der Gemeinschaftsschule am Sonnenfeld über das unterschiedliche Schulsystem ausgetauscht. Sechs Schülerinnen und Schüler aus den siebten und neunten Klassen der Sachsenheimer Bildungseinrichtung wandelten gemeinsam mit sechs Schülerinnen und Schülern aus Griechenland in der vergangenen Woche nicht nur auf den Spuren der Europäischen Union, sondern lebten auch intensiv die Völkerverständigung über alle Grenzen hinweg.

Mit dem Fahrrad nach Straßburg

Ermöglicht hat diesen Austausch das Erasmus+-Programm der EU, das der Gemeinschaftsschule Sachsenheim seit dem Jahr 2022 die Beziehungen zur Schule in Kalamata an der Küste der Halbinsel Peleponnes bietet. Das jüngst stattgefundene Projekt „Action meets Power“ hatte die Nachhaltigkeit in der Mobilität zum Thema.

„Da es um das Reisen und die Fortbewegung mit einem möglichst geringen CO2-Abdruck ging, sind wir aus Sachsenheim mit dem Fahrrad in zwei Etappen rund 170 Kilometer nach Straßburg gefahren“, erläuterte der begleitende Lehrer Stefan Walter. Übernachtet haben die Jugendlichen aus Sachsenheim auf einem Campingplatz mitten in der Stadt. In Straßburg sind sie mit den Schülern und Lehrern aus Griechenland zusammengetroffen, um gemeinsam Europa aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. „Besonders die Führung im Europarat hat den Schülern völlig neue Erkenntnisse über manche Gesetze und Verordnungen ermöglicht. Davon waren alle begeistert“, berichtet der Schulleiter der Gemeinschaftsschule, Bernhard Dietrich, der ebenfalls mit von der Partie war.

Debatte im Parlament verfolgt

Auch die Debatte im Europäischen Parlament haben die Schüler sehr interessiert verfolgt. „Die Diskussion zwischen den einzelnen Vertretern der Länder war sehr lebhaft. Es ging um die Zölle und den US-Präsidenten Donald Trump, was ein sehr aktuelles Thema ist. Das war wirklich spannend zu verfolgen“, erzählt Samuel Artes aus der siebten Klasse. Er hat die Woche vor allem gemeinsam mit seinem Gastschüler aus Griechenland verbracht, der nach dem Aufenthalt in Straßburg die Tage in Samuels Familie verbrachte. „Er war sehr offen und aufgeschlossen, hat viele Fragen über die Region Stuttgart gestellt. Wir haben uns in englischer Sprache verständigt“, schildert Samuel. Auch am Unterricht an der Gemeinschaftsschule haben die Schüler aus Griechenland mit ihren Lehrern teilgenommen und zum Beispiel gemeinsam kleine Videos über ihr Austauschprogramm erstellt, die beim Abschlussabend präsentiert wurden.

„Für die Schülerinnen und Schüler war dieses Projekt wieder eine tolle Erfahrung. Sie sind gemeinsam gewachsen, und es hat ihre Neugierde geweckt. Durch die Debatte im Europäischen Parlament kam beispielsweise der Wunsch bei einigen Schülern auf, auch einmal eine Debatte im Landtag oder auch im Sachsenheimer Gemeinderat hautnah miterleben zu wollen“, betont Schulleiter Dietrich.

Weitere Projekte laufen

Er ist dankbar für diese internationalen Austausch-Möglichkeiten, die seine Schule durch das Erasmus+-Förderprogramm der EU anbieten kann. Dabei sollen persönliche Begegnungen, der digitale Austausch und gemeinsame Projekte für Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen der schulischen Bildung auf europäischer Ebene gestärkt werden. In diesen Tagen sind bereits andere Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule in Frankreich bei Carcassonne unterwegs, um beim Projekt „The future on our plates“ mit Schülern aus anderen Ländern über die Zukunft der Ernährung zu forschen und zu diskutieren.

 
 
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