Sachsenheim Auf der Suche nach Atlantis

Von
Auch Musik gibt es bei der Stadtranderholung in Sachsenheim. ⇥ Foto: Helmut Pangerl

Bei der  Stadtranderholung in Großsachsenheim sind 48 Kinder dabei. Im Schulzentrum und auf dem Waldspielplatz toben sie sich gemeinsam aus.

Graue Tage, wenig Sonne und dennoch sind Sommerferien. Viele Kinder haben jetzt Zeit ohne Ende und können kaum ins Schwimmbad gehen, ohne im Wasser zu bibbern. Gerade für sie ist die Stadtranderholung besonders wichtig.

48 Kinder in Großsachsenheim erleben zur Zeit, wie viel Spaß es macht, trotzdem auf der Suche nach Atlantis gemeinsam abzutauchen. Im Schulzentrum und auf dem Waldspielplatz in  Großsachsenheim toben sie sich gemeinsam aus und erholen sich vom Alltagsstress, denn den erleben nicht nur die Erwachsenen.

Betreuer früher schon dabei

20 Betreuer kommen in diesem Jahr auf 48 Kinder. Die meisten Betreuer waren früher selbst Teilnehmer und sind stolz darauf, im Alter ab 14 Jahren hier Verantwortung übernehmen zu dürfen. „Vor der Pandemie waren oft 80 Kinder dabei, aber wir müssen die Teilnehmerzahl jetzt beschränken“, erklärt Nico Blum, Jugendreferent der Stadt Sachsenheim. „Manche Eltern sind zur Zeit auch noch vorsichtig und wollen nicht, dass ihr Kind sich mit so vielen anderen trifft“, so Blum weiter. Die Zahl der Anmeldungen sei bis auf einen kleinen Überhang gut aufgegangen. 

Für ihre zweiwöchige Stadtranderholung wählen Blum und seine Mitstreiter immer ein Motto aus. Diesmal stehen die betreuten Ferienwochen für Kinder von sechs bis zwölf Jahren unter dem Motto „Atlantis“. Jeweils eine Woche lang kommen die gleichen Kinder in den Genuss, mit anderen basteln zu können, zu toben, zu spielen und gute Gesellschaft zu haben. Unter den 20 Betreuern ist auch eine junge Frau, die Bundesfreiwilligendienst im Jugendhaus von Sachsenheim leistet. „Ich bin bei der Organisation dabei, gehe einkaufen für alle und bringe den Kindern immer gern mal ein Eis mit“, erklärt Antonia Zürn. Mit ihren 20 Jahren steht sie an der Spitze der jungen Helfer. Einer der jüngsten ist Ayham Hamaydeh mit 13 Jahren. „Eigentlich darf man erst mit 14 Jahren Betreuer machen, aber ich habe schon so viel Erfahrung mit Kindern und war schon so oft dabei. Mein Job ist es, auf die Kinder aufzupassen, damit  ihnen nichts passiert“, erklärt er.

Durch die Pandemie hat sich nicht nur die Zahl der Teilnehmer verändert. Auch der Ort des Geschehens wurde verlegt: „Normalerweise schauen wir bewusst, dass wir unsere Stadtranderholung in die Ortsteile legen“, betont Nico Blum und erklärt: „ Die Kelter in Hohenhaslach und die Grundschule in Kleinsachsenheim erschienen uns zu klein. Die Kinder wären da zu dicht aufeinander gewesen“, erklärt der Jugendreferent. Im Schulzentrum gebe es viel mehr einzelne Räume für die Gruppen, hinzu kommt der große Schulhof.

Inhaltlich macht sich in diesem Sommer ein „Expeditionsteam“ auf den Weg, um Atlantis zu suchen. Dazu gehört es, Wasserschildkröten aus Pappmaschee zu basteln und vieles mehr. Am Ende der Ferienwoche ist man der versunkenen Stadt dann ganz nah gekommen.

Fester Platz auf dem Schulhof 

Alle Kinder haben ihren festen Platz im Schulhof bei der morgendlichen Begrüßungszeremonie. „Da sind bunte Punkte auf dem Boden und jeder weiß genau, wo sein Platz ist. Das empfinden viele Kinder als angenehm und als Beruhigung wenn man überlegt, dass vorher alle wild durcheinander gerannt sind“, erklärt Blum. Auch werden die Gruppen jetzt nicht mehr nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt sondern nach dem Alter.  

Und was sagen die Teilnehmer? „Ich bin zum zweiten Mal dabei und finde es sehr schön. Die Betreuer und die anderen Kinder sind sehr angenehm“, lobt die neunjährige Svenja. Auch Franziska, zehn Jahre, ist immer wieder gerne dabei bei der „Stara“, wie Kinder die Stadtranderholung abkürzen.

 
 
- Anzeige -