Die Einwohner der Römerstadt sind am kommenden Sonntag, 23. Februar, nicht nur wegen der Bundestagswahl zum Urnengang aufgerufen, sondern auch um über die Frage des Bürgerentscheids abzustimmen: Stimmen Sie zu, dass das Flurstück 5430 verkauft und dort ein Lebensmittelmarkt, Praxisräume, ein Regenrückhaltebecken und die Bäckerei Laier errichtet werden?
Oberriexingen Aufruf zum Bürgerentscheid
Am Wahlsonntag steht in Oberriexingen neben der Bundestagswahl auch die Entscheidung über die Zukunft des Grundstücks in der „Steingrube‘“ an.
Geplante Neubauten
In den vergangenen Wochen haben die Befürworter und Gegner des Bauvorhabens in der „Steingrube“ an der Sersheimer Straße ihre Argumente in den sozialen Medien und bei öffentlichen Veranstaltungen, wie der Einwohnerversammlung Anfang Februar, umfassend ausgetauscht. Der Investor, die Wohnbau Oberriexingen, möchte einen Penny-Lebensmittelmarkt mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und Praxisräumen zur Gesundheitsvorsorge im Obergeschoss des Gebäudes ansiedeln.
Zudem plant der in der Hauptstraße ansässige Bäcker Markus Laier, auf dem Flurstück in der „Steingrube“ sein neues Stammhaus mit Backstube, Café, Drive-in-Konzept und Betriebsleiterwohnung im Obergeschoss zu errichten. Ein Regenrückhaltebecken und Retentionsflächen sollen das Niederschlagswasser aufnehmen.
Doch genau dies bezweifeln die Gegner des Vorhabens, die durch die Versiegelung der Fläche in der „Steingrube“ den Verlust einer Reservefläche für künftige Starkregenereignisse befürchten und den dringend notwendigen Hochwasserschutz für den Stadtkern einfordern.
Weiterhin beklagen die Gegner, dass die Neubauten eine wichtige Frischluftschneise für die Stadt erheblich beeinträchtigten. Während die Befürworter die Nahversorgung in der Stadt langfristig sichern und vor allem dem Bäckereibetrieb den Bau eines modernen Betriebs ermöglichen möchten, warnen die Gegner davor, dass der neue Lebensmittelmarkt die bestehenden Hofläden und den „Tante M-Laden“ in ihrer Existenz bedrohen könnte. Der Oberriexinger Bürgermeister Ron Keller empfindet die gegenwärtige Stimmung in der Stadt als sehr konstruktiv und zielorientiert. „Ich stehe im Austausch mit beiden Seiten und habe auch der Schutzgemeinschaft für den Erhalt der Steingrube im Falle einer ,Ja-Antwort’ zum Bürgerentscheid einen runden Tisch für das weitere Verfahren angeboten“, erläutert Keller. Er betont, dass ihm die Akzeptanz des Ergebnisses des Bürgerentscheids sowie die Transparenz des Verfahrens sehr wichtig seien.
Hohe Wahlbeteiligung erwünscht
„Fakt ist, dass es einen Verlierer geben wird. Wichtig ist aber, dass die basisdemokratische Entscheidung von allen mitgetragen wird, um gemeinsam aus dem Ergebnis des Bürgerentscheids die beste Entwicklung für Oberriexingen anzustreben“, stellt der Oberriexinger Rathauschef klar. Keller hofft auf eine hohe Beteiligung am Bürgerentscheid und lobt die von beiden Seiten sehr fair geführte Auseinandersetzung.
Auch bei einem „Ja“ zur Frage des Bürgerentscheids am kommenden Sonntag ist noch nicht klar, ob das gesamte Verfahren tatsächlich so wie bisher angedacht verwirklicht werden kann. Denn dies muss sich erst im Laufe der Gutachten und des Bebauungsplanverfahrens zeigen.
