Sachsenheim Bannkeller: Die Treppe steht

Von Martin Hein
Manfred Renk(links) und Tobias Stein von der Initiativgruppe „Unser Bannkeller“ sind froh dass die Fluchttreppe jetzt steht. Allerdings wird sie später noch weiter an die Wand geschoben, wenn dort die Öffnung zur Straße fertiggestellt ist. Foto: /Martin Kalb

Seit 2022 sind rund 30 Ehrenamtliche aktiv und wollen den großen Keller unter dem Großsachsenheimer Gemeindehaus für Veranstaltungen nutzbar machen. 

Viel hat sich getan und es gibt noch einiges zu tun. So könnte man kurz den aktuellen Stand um den Bannkeller unter dem Großsachsenheimer Gemeindehaus zusammenfassen.

Im März 2022 hat sich die so genannte Bannkellergruppe gegründet. Seither ist die Initiativgruppe „Unser Bannkeller der evangelischen Kirchengemeinde Großsachsenheim“ aktiv (die BZ berichtete). Die Gruppe umfasst aktuell rund 30 engagierte Mitglieder. Ziel der Gruppe ist es, den Bannkeller, der um das Jahr 1614 entstand, für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Angedacht sind, dass dort beispielsweise Familienfeiern, Konzerte oder sonstige Feste stattfinden können.

Ausgleich für zurückgehende Mittel

Durch eine sinnvolle, wirtschaftliche Nutzung des Kellers soll nach den Vorstellungen der Initiativgruppe ein Ausgleich der zurückgehenden Kirchensteuermittel mit kompensiert werden. Konkret möchte die Gruppe Projekte der Jugendarbeit, Altenarbeit und der Arbeit mit sozial schwachen Gemeindegliedern unterstützen.

Der Gewölbekeller hat imposante Ausmaße. Etwa 30 Meter lang, zehn Meter breit und und bis zu 4,80 Meter hoch, misst das altehrwürdige Gemäuer, das in einem erstaunlich guten Zustand ist. Der Clou ist, dass der Keller über einen Aufzug bereits jetzt barrierefrei erreichbar ist. Allerdings muss der Aufzug den aktuellen Brandschutzbestimmungen angepasst werden.

Um den Bannkeller für Veranstaltungen zu nutzen, müssen etliche Auflagen erfüllt werden, erklärt Manfred Renk, Koordinator und Sprecher der Initiativgruppe. Einige Anforderungen haben die Ehrenamtlichen der Gruppe bereits umgesetzt. Dazu zählt beispielsweise ein geforderter Mittelhandlauf auf der großen Treppe, die neben dem Eingang des Gemeindehauses direkt in den Keller hinabführt. Eine weitere Anforderung ist, dass für Veranstaltungen ein Fluchtweg vorhanden sein muss. Der wird über eine Metalltreppe sichergestellt werden. Die Treppe steht bereits fertig montiert im Bannkeller, muss jedoch noch vollends an die endgültige Position herangerückt und an der Wand fest verankert werden. Vor dem Aufzug muss eine Brand-Rauchschutztüre installiert werden.

Etappenziel: Roter Punkt

Ein Schallschutzgutachten sei ebenfalls noch notwendig. Ein Teil der Elektrik wurde bereits saniert, ein Teil muss noch saniert werden. Das nächste Etappenziel ist der rote Punkt der Baubehörde, so Manfred Renk weiter. Dann wird von der Oberen Straße her, ein Zugang zum Bannkeller geschaffen und über ein paar Stufen die Metalltreppe erschlossen und die Treppe vollends befestigt. Der Zugang muss entsprechend gesichert werden, aber, das sei alles kein Problem, gibt sich Renk zuversichtlich.

Manfred Renk, freut sich, dass die Stadt, namentlich Bürgermeister Holger Albrich, das Projekt wohlwollend unterstützt.

Viele Spenden gesammelt

Viel Geld wurde bereits investiert, viele Spenden wurden auch gesammelt. So übernimmt die Bannkellergruppe regelmäßig die Bewirtung bei Veranstaltungen im Möbelhaus Schmid. 10.000 Euro sind aktuell auf dem Spendenkonto. Alleine die Rauch-Brandschutztüre dürfte, nach Auskunft von Manfred Renk, rund 2500 Euro kosten. Des weiteren muss noch ein Schallschutz-Vorhang im oberen Eingangsbereich angeschafft werden. Zudem werden die noch anstehenden Elektroarbeiten weitere Kosten verursachen.  Der Bannkeller soll als Multifunktionsraum für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden und durch die Projektgruppe organisiert und durchgeführt werden. Was alles künftig in dem historischen Gemäuer stattfinden kann, hat die Initiativgruppe in Veranstaltungsrichtlinien bereits formuliert, so dürfen dort beispielsweise nur Veranstaltungen stattfinden, die der christlichen Werteordnung nicht widersprechen.

 
 
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