Sachsenheim Da sein, wenn es schwer wird

Von Martin Hein
Christine Burkhard an ihrem neuen Arbeitsplatz. Foto: /Oliver Bürkle

Christine Burkhardt leitet seit Anfang des Jahres den Ambulanten Hospizdienst der kirchlichen Sozialstation. Sterbebegleitung ist ihr eine Herzensangelegenheit.

Schon seit Oktober ist Christine Burkhardt beim Ambulanten Hospizdienst tätig., zum Jahresanfang hat sie die Leitung übernommen. Ihre Vorgängerin Bettina Mayer, die sich neuen beruflichen Herausforderungen stellt, hat sie intensiv auf ihre neue Aufgabe als Koordinatorin vorbereitet.

Bündel an Qualifikationen

Dafür bringt Christine Burkhardt ein ganzes Bündel an Qualifikationen mit: Sie ist gelernte Krankenschwester, Pflegefachkraft für außerklinische Intensivpflege, war viele Jahre in der Heimstiftung im Intensivbereich tätig, ist Atmungstherapeutin, hat sich zur Beraterin für Ethik im Gesundheitswesen weitergebildet und macht derzeit eine Weiterbildung zur Palliative-Care-Fachkraft. Schwerpunkte dieser Ausbildung sind unter anderem die Auseinandersetzung mit dem Tod, mit dem Sterben und die Trauerarbeit. Dazu gehört auch das medizinische Wissen um den Sterbevorgang und das Schmerzmanagement.

Christine Burkhardt ist zudem freiberuflich Dozentin am Diakonischen Institut in Dornstadt und unterrichtet dort Heilerziehungspfleger in der Ausbildung. Sie lebt mit ihrer Familie seit rund zwölf Jahren in Ochsenbach. In herausfordernden Zeiten braucht es Unterstützung. „Wir sind die psychosoziale Begleitung bis zum Tod“, schildert Christine Burkhardt die Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes.

Dessen zentrale Aufgabe sei alles, was dazu gehört, damit Menschen, die zuhause sterben, so optimal versorgt werden, „dass es gut für sie ist“, so Christine Burkhardt. „Mich zieht es zu den Menschen hin, die sterben. Es ist für mich eine Ehre, dabei zu sein.“ Der Dienst biete eine qualifizierte Unterstützung für Schwerkranke und Menschen in der letzten Lebensphase, erklärt Burkhardt weiter. Auch die Angehörigen werden begleitet, denn sie tragen oft psychisch und körperlich eine große Last.

Wichtige Ehrenamtliche

Eine enorm wichtige Rolle spielen die rund 20 Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes. Sie sind dafür da, um im gewohnten häuslichen Umfeld Trost zu spenden, den Alltag zu erleichtern und individuelle Bedürfnisse zu erfüllen. Die Ehrenamtlichen haben Zeit für stundenweise Entlastung, gelegentlich auch in der Nacht. Auf Wunsch werde auch im Krankenhaus begleitet.

Eine frühe Kontaktaufnahme ist wünschenswert, sagt Christine Burkhardt. So könne eine möglichst vertrauensvolle Beziehung hergestellt werden. Danach erfolgt ein persönliches Aufnahmegespräch. Dabei wird der Unterstützungsbedarf geklärt. Daraufhin beginnt die Begleitung durch Ehrenamtliche und zwar individuelle abgestimmt auf die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen.

Überforderung und Angst, der Situation nicht gewachsen zu sein, seien oft die ersten Gefühle, schildert Burkhardt. „Dem möchten wir begegnen. Unser Fokus liegt auf der ganzheitlichen Sichtweise, die körperliche, psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt“. Das schließe auch die palliative Beratung zur Symptomlinderung, Pflegefragen und ethische Aspekte ein. Dazu arbeite man auch mit dem Spezialisierten Ambulanten Palliativdienst (SAPV) Ludwigsburg zusammen.

 
 
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