Sachsenheim Das Geheimnis der Vorburg

Von Michaela Glemser
Stefan Weber von der Interessengemeinschaft Burg Blankenhorn plant für Hobbyarchäologen am 25. Oktober einen Aktionstag rund um das imposante Gebäude aus dem 13. Jahrhundert Foto: Michaela Glemser

Die Interessengemeinschaft Burg Blankenhorn veranstaltet einen Aktionstag, um neue Erkenntnisse über die Geschichte des Bauwerks zu gewinnen.

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hre Grundfläche war wohl rund 80 auf 80 Meter groß, sie bestand aus mehreren Gebäuden und in ihr waren Bedienstete, lehensabhängige Bauern und auch Tiere in den Stallungen untergebracht: Bisher sind die Erkenntnisse über die Vorburg der Burg Blankenhorn auf einem Bergsporn im Wald zwischen Ochsenbach und dem Güglinger Teilort Eibensbach noch nicht allzu umfangreich. Doch dies soll sich künftig ändern.

Vor dem Verfall retten

„Wir hoffen darauf, einzelne Fundamente der Gebäude in unseren Plänen der historischen Burg genau einordnen zu können und diese auch entsprechend einzumessen. Zudem setzen wir darauf, mit Hilfe von Fundstücken detailliert feststellen zu können, wo genau die ehemalige Schmiede in der Vorburg angesiedelt war“, erläutert Stefan Weber von der Sachsenheimer Interessengemeinschaft der Burg Blankenhorn, deren rund 20 Stammmitglieder seit dem Jahr 2012 die Überreste des geschichtsträchtigen Gebäudes vor dem gänzlichen Verfall bewahren wollen.

Die an der Heimatgeschichte interessierten Ehrenamtlichen kümmern sich bei ihren Arbeitseinsätzen um die Sanierung der noch erhaltenen Burgmauern der Ruine, die sie von Moos und Pflanzen befreien und säubern. Einzelne Steinquader werden restauriert. Auch Zeichnungen und Rekonstruktionsmodelle haben die Mitglieder der IG Burg Blankenhorn angefertigt. Diese sollen nun um die Vorburg ergänzt werden, die für feindliche Angriffe ein erstes Hindernis darstellte und von drei Seiten mit Mauern umgeben war. Lediglich zur eigentlichen Burg hin blieb die Vorburg geöffnet, um den Sichtkontakt zu gewährleisten.

Da die Mitglieder der IG Blankenhorn ihre bauhistorischen Untersuchungen an der Vorburg nicht allein durchführen wollen, geben sie auch der interessierten Öffentlichkeit bei einem Aktionstag am 25. Oktober ab 9 Uhr Gelegenheit, selbst Hand anzulegen.

Grabungsarbeiten verboten

„Gesetzlich ist es verboten, dass wir Grabungsarbeiten durchführen. Aber wir werden das Areal der einstigen Vorburg vorab gründlich roden und von Büschen und Gestrüpp befreien, sodass wir die Bodenoberfläche mit Rechen sehr gut bearbeiten können“, macht Weber deutlich. Schon in der Vergangenheit wurden auf diese Weise zahlreiche Artefakte wie Teile von Keramikgefäßen, Dachziegeln, Ofenkacheln oder Pfeilspitzen entdeckt. Alle Funde werden anschließend fachgerecht analysiert und dokumentiert.

„Finden wir an einer Stelle auf dem Gelände der Vorburg viele Teile aus Metall, könnte dies darauf hindeuten, dass dort die Schmiede angesiedelt war“, erklärt Weber. Auch die genauen Abmessungen der Gebäude der Vorburg sollen durch eventuelle Fundamentreste näher konkretisiert werden: Hobbyarchäologen, die an diesem Aktionstag mitwirken möchten, erhalten zunächst eine kleine Einführung in die Geschichte der Burg und genaue Arbeitsanweisungen. Weber bittet lediglich um Voranmeldung unter der Telefonnummer (0172) 7287062, um besser planen zu können.

In dem imposanten Bauwerk mit seinen dicken Mauern aus Buckelquadern lebten einst die Herren von Neuffen. Zwischen den Jahren 1220 und 1235 ließ Heinrich I. von Neuffen die Burg errichten, 1321 starb die Linie der Herren von Neuffen aus, und Burg Blankenhorn fiel an das Haus Württemberg.

 
 
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