Knapp 10.000 Follower hat das „Holderbüschle“ auf Facebook. Eigentlich eine stolze Anzahl an jenen, die dem Sachsenheimer Restaurant folgen. Aber nur eigentlich.
Sachsenheim Das „Holderbüschle“ gibt es nach wie vor
Das Restaurant hat, allen Gerüchten zum Trotz, auch nach der Insolvenz des ehemaligen Trägers Isak gGmbH, nach wie vor geöffnet – und das Führungsteam viele neue Ideen.
„Wir haben alles, was eine gute Gastronomie braucht“, sagt Betriebsleiter Sebastian Zavesky, „viele neue Ideen, genug Platz, ein Küchenchef, der stets offen ist für Neues, ein eingespieltes Team“ – doch kaum Gäste, die zum Essen auf einen Rostbraten oder zu einem anderen typisch schwäbischen Essen den Weg in die Siemensstraße finden.
Flaute auch durch die Baustelle
„Freilich“, sagt Zavesky und deutet in südliche Richtung, „trägt auch die derzeitige Baustelle an der L 1125 Schuld daran, dass wir hier nur wenig besetzte Plätze haben“, so der 35-Jährige, und Fatih Yilginc, der Geschäftsführer, sowie Jörg Eitelmann, Zaveskys Stellvertreter, stimmen ihm zu. „Die Krux jedoch ist vor allem“, sagt Zavesky, „dass die Leute immer noch meinen, das ,Holderbüschle’ sei von der Insolvenz der Isak gGmbH im vergangenen Jahr ebenfalls betroffen gewesen und seitdem geschlossen.“
Dieses Gerücht halte sich so hartnäckig wie Hausschwamm, und so habe man in den vergangenen rund anderthalb Jahren an Stornierungen von allein an die 30 Feiern zu knabbern gehabt. Dass das „Holderbüschle geschlossen sei, stimme hinten und vorne nicht – zwar sei der Industriebetrieb der Isak, der Initiative zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Körperbehinderte, damals abgewickelt worden, doch der Restaurantbetrieb sei davon nicht betroffen gewesen. Im Mai erst habe man mit Fatihs Bruder Yasin einen neuen Eigentümer gefunden, der seitdem das Regiment in der Küche führt. „Zwar sind wir, im Gegensatz zu Isak-Zeiten, kein integratives Unternehmen mehr“, sagt Zavesky, „doch wir beschäftigen immer noch drei Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung“.
Wertvolle Kollegen im Team
Die beiden Küchenhilfen Sonja und Klaus Kurfiß sowie, für den Service, Steven Gallaus, seien nach wie vor im „Holderbüschle“ angestellt – „und diese drei wundervollen Kollegen werden auch weiterhin für uns arbeiten, die sind einfach unersetzlich“, lobt Zavesky, und seine beiden Mitstreiter stimmen ihm zu.
„Wir haben noch allerhand vor“, richtet Sebastian Zavesky den Blick optimistisch in die Zukunft. Ihm sowie den beiden Yilginc-Brüdern und Jörg Eitelmann schwebt allerhand Neues vor: „Wir wollen unsere Limonade und Eistees künftig selbst herstellen, und zu unserer traditionell schwäbischen Küche können wir uns auch Barbecue-Abende vorstellen. Außerdem werden wir, wann immer es geht, den Fokus auf regionale Lieferanten lenken. Wir werden auf jeden Fall alles daran setzen, uns immer wieder neu zu erfinden, uns weiterentwickeln und doch bei unseren Wurzeln, eben der schwäbischen Küche mit Rostbraten, Spätzle und Maultaschen bleiben.“
Aktionen fürs Spätjahr geplant
Auch sind die Gedanken des gastronomischen Quartetts bereits auf das Spätjahr gerichtet: „Wir basteln gerade schon an einer Halloween- und Weihnachtsaktion. Außerdem wird es eine ,Übernahmeparty’ geben“. Der Blick der Macher schweift durch die Räume – helles Holz, viele Tische, wertige Ausstattung samt offenem Kamin, großzügig bemessen und doch gemütlich, mit einem terrassenförmig angelegten Außenbereich – das war und ist das „Holderbüschle“.
„Und es wird es auch bleiben“, lacht Zavesky, „jetzt müssen die Leute nur noch lesen, dass wir geöffnet haben und begreifen, dass an dem hartnäckigen Gerücht, es gebe uns nicht mehr, rein gar nichts dran ist“.
