D
Sachsenheim Der Beginn einer Freundschaft
Schüler der Kirbachschule legen mit ihrer Reise ins tschechische Rakovnik den Grundstein für eine dauerhafte Schulpartnerschaft.
ie Begeisterung ist ihren Gesichtern anzusehen. Der einwöchige Aufenthalt in Tschechien hat für die 17 Mädchen und Jungen der siebten und achten Klassen der Kirbachschule viele neue Eindrücke und Erfahrungen bereitgehalten. „Wir haben in dieser kurzen Zeit wirklich Freunde fürs Leben gewonnen und wollen mit den tschechischen Austauschpartnern in Kontakt bleiben“, macht Schüler Bleron deutlich.
Mit dem Bus ging es für die Kirbachschüler in einer siebenstündigen Fahrt nach Rakovnik in Mittelböhmen, rund 50 Kilometer nordwestlich von Prag. „Wir haben dort in kleinen Blockhütten übernachtet und hatten mit den tschechischen Schülern wirklich eine tolle Gemeinschaft“, erzählt Samira, die von der Familie ihrer Austauschpartnerin auch in deren Haus zum Essen eingeladen wurde. Vor allem den Schulalltag an der 2. Zakladni Skola in der 17.000 Einwohner zählenden Stadt konnten die Mädchen und Jungen der Kirbachschule intensiv miterleben. „Die Grundschule dauert bis zur neunten Klasse, und erst danach entscheiden sich die tschechischen Schüler für eine weiterführende Schule. Zweimal in der Woche gibt es Nachmittagsunterricht mit Clubs“, erinnert sich Phil. Dabei steht vor allem Sport im Fokus. Von Eishockey über Volleyball bis Schwimmen üben die tschechischen Schüler ganz unterschiedliche Sportarten aus. „Manche trainieren bis zu viermal pro Woche auf der großen Sportanlage der Schule. Im Winter stehen Skiwochen auf dem Programm“, sagt Amelie.
Digital schon weit fortgeschritten
Auch digital ist die Entwicklung in der tschechischen Schule schon weit fortgeschritten. „In jedem Klassenzimmer gibt es eine digitale Tafel. In den Schulfluren ist digital zu erkennen, welcher Unterricht aktuell in welchem Raum stattfindet“, berichtet Raphael. Kathleen fand es erstaunlich, dass an der gesamten Schule ein WLAN-Netzwerk für die Schüler verfügbar ist.
Nach der englischen Sprache können sich die tschechischen Schüler an ihrer Schule in Rakovnik für Deutsch oder Russisch als zweite Fremdsprache entscheiden, wobei die deutsche Sprache mehr Nachfrage genießt. „Unsere Austauschpartner lernen im ersten oder zweiten Jahr Deutsch, sodass wir uns meist in der englischen Sprache unterhalten haben. Dies fördert die Sprachkenntnisse auf andere Weise als im normalen Schulunterricht“, so Selma.
Zudem waren die Kirbachschüler erstaunt darüber, wie sauber es in der Stadt Rakovnik, aber auch in der Schule selbst war. „Vandalismus auf den Schultoiletten scheint in der tschechischen Schule kein Problem zu sein. Auch in der Stadt ist an öffentlichen Plätzen oder Einrichtungen immer viel hilfsbereites Personal zu sehen. Im Schwimmbad waren beispielsweise bis zu acht Aufsichtskräfte“, sagt Lehrerin Anna Höing, die über eine Internetplattform die ersten Kontakte zur Schule in Rakovnik knüpfte.
Sie war vor allem von der Gastfreundschaft der Tschechen begeistert. Die Familien der Austauschpartner haben morgens in die Schule selbst gebackenen Kuchen für das Frühstück gebracht und zum Abschluss ein deutsch-böhmisches Abendessen vorbereitet.
Im Herbst folgt der Gegenbesuch
„Der Satz einer Mutter ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie hat gesagt, dass Austauschprogramme in der Schule den Grundstein dafür legen, Kriege zwischen den Nationen zu vermeiden“, so Höing.
Im Herbst werden die tschechischen Schüler zum Gegenbesuch nach Hohenhaslach reisen und bis dahin mit ihren neuen Freunden aus dem Kirbachtal in regem Austausch über die sozialen Medien stehen. „Ich hatte schon den Eindruck, dass die tschechischen Vertreter an einer dauerhaften Schulpartnerschaft mit unserer Kirbachschule interessiert sind. Daher war dies vielleicht das erste Austauschprogramm, dem noch viele weitere mit Rakovnik folgen werden“, hofft die Lehrerin.
