Sachsenheim Die alte Fußgänger-Metterbrücke ist Geschichte

Von Martin Hein
Die alte Brücke ist bereits weg. Die alte Tiefgründung wird beseitigt und der Flusslauf mit Natursteinen modelliert.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Metterbrücke beim Edeka-Markt wird erneuert. Ein außergewöhnliches Bauverfahren könnte die Kosten senken.

Kaum ist eine Brückenbaustelle abgeschlossen, geht es mit der nächsten Brücke weiter. In direkter Nachbarschaft zur jetzt erst fertiggestellten Kirbachbrücke in Großsachsenheim ist seit Juli 2019 die Fußgängerbrücke beim  Edeka-Markt an der Abzweigung nach Hohenhaslach wegen massiver Sicherheitsmängel gesperrt. Die Balken waren morsch, das Stahlgerüst und Geländer verrostet, die Widerlager kaputt. Nun wird das mehr als marode Bauwerk vollends abgerissen

Die morsche und verrostete Holz- und Stahlkonstruktion muss wegen der Sicherheitsmängel komplett erneuert werden. Nach Auskunft von Bauingenieur Hakan Gülec, bei der Stadt Sachsenheim unter anderem für die Brücken zuständig, waren auch die alten Widerlager und die Tiefgründung der alten Brücke in einem sehr schlechten Zustand und nicht fachgerecht ausgeführt.

Flußlauf wird neu modelliert

Bei den Abrissarbeiten hat sich herausgestellt, dass die Tiefgründung nach heutigem Stand nicht tief genug im Erdreich verankert war. Der Flusslauf wird nun in den nächsten Tagen im Brückenbereich mit Natursteinblöcken modelliert. Nach dem Abschluss der Abrissarbeiten wird bei einem Vor-Ort-Termin mit einem Statiker die Tragfähigkeit des Bodens geklärt. Sollte der Untergrund entsprechend geeignet sein, könnte die neue Brücke mit so genannten Schraubbohrpfählen im Erdreich verankert werden, so Hakan Gülec. Bei diesem Verfahren werden auf jeder Seite zwei große Metallpfähle, die mit einem Gewinde versehen sind, mit einer Spezial-Vorrichtung mehrere Meter tief in den Boden geschraubt und so verankert.

Kostengünstiges Verfahren

An diesen Pfählen wird dann das Widerlager und letztendlich die Brücke befestigt. Gegenüber der herkömmlichen Tiefgründung wäre dies eine wesentlich günstigere und zeitsparendere Alternative. Die neue Brücke mit einer Spannbreite von knapp über 17 Metern, wird aus Aluminium gefertigt. Sofern alles glatt läuft, könnte nach einer vorsichtigen Einschätzung von Hakan Gülec, der neue Übergang über die Metter im Frühjahr fertig sein. Die Fußgänger und Radfahrer-Brücke auf der gegenüberliegenden Seite muss ebenfalls erneuert werden. Für diese Brücke, die aus dem Jahr 1992 stammt, läuft nach Auskunft von Hakan Gülec, momentan ein Förderantrag. Diese Brücke, die ebenfalls aus Aluminium sein wird, soll dann auch in das Radwegekonzept integriert werden.

 
 
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