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Sachsenheim Windkraft: Die mögliche Zukunft visualisiert
Rund 60 Bürger informieren sich bei einer drei Stationen umfassenden Begehung über das Thema Windkraftanlagen, die unter anderem auf dem Alleenfeld geplant sind.
ch will mich heute informieren und optisch einen Eindruck vom geplanten Energiepark ‚Alleenfeld‘ erhalten. Daher ist so ein Vor-Ort-Termin wichtig“, machte eine Bürgerin aus Kleinsachsenheim deutlich, die ihren Namen nicht nennen wollte.
Sie war eine von 50 bis 60 Besuchern, die zur ersten Informationsveranstaltung der Stadt Sachsenheim im Vorfeld der Bürgerentscheide gekommen war. Gemeinsam mit den Fachleuten vom Forum Energiedialog Baden-Württemberg standen Vertreter der Sachsenheimer Stadtverwaltung und des Projektträgers der „vento ludens“ GmbH & Co KG sowie der Hofkammer des Hauses Württemberg den anwesenden Bürgern Rede und Antwort. „Das Forum Energiedialog Baden-Württemberg ist ein Angebot des Landes, um in Kommunen, welche die Energiewende voranbringen wollen, denn Dialog aller Beteiligten zu fördern“, erklärte Sarah Albiez.
Nebel vereitelt Aussicht
Sie hatte spezielle Tablets mitgebracht, mithilfe derer die Besucher durch eine sogenannte „Augmented-Reality-App“ die vorgesehenen Windenergieanlagen als digitale Elemente in einem realen Kamerabild betrachten konnten. An diesem nebelverhangenen Vormittag war die Visualisierung beim ersten Zwischenstopp in der Nähe der Mehrzweckhalle in Kleinsachsenheim noch möglich, allerdings war die Sicht beim dritten Haltepunkt am Panoramaweg auf dem Berg in Hohenhaslach für eine solche Visualisierung zu schlecht.
Dort konnten die Besucher nur Bilder anschauen, die bereits vor ein paar Tagen an diesem Standort aufgenommen worden waren. „Ob jetzt zwei oder vier Windräder in diesem Gebiet stehen, ist für den Blick von Hohenhaslach aus auch schon egal“, ließ eine Bürgerin verlauten, die interessiert das Foto begutachtete. Auch Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich machte noch einmal deutlich, dass der Bürgerentscheid mit seinem Votum nur die beiden Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils rund 262 Metern auf den kommunalen Flächen verhindern könne, nicht jedoch die beiden Windkraftanlagen auf den Flächen der Hofkammer des Hauses Württemberg.
Entscheid muss rechtssicher sein
Die beiden Windkraftanlagen auf kommunalen Flächen waren vom Standort in Kleinsachsenheim aus zu erkennen. „Mir ist es wichtig, rechtssichere und rechtskonforme Bürgerentscheide durchzuführen, die es in unserer Stadt noch nie gab. Dafür sollten die Bürger die Gelegenheit nutzen, sich ausführlich und detailliert zu informieren“, stellte Bürgermeister Albrich klar.
Er verwies darauf, dass es wichtig sei, im Februar kommenden Jahres zur Abstimmung zu gehen, denn sonst würden andere für einen abstimmen. Auch Joachim Finkel, Geschäftsführer des Betreibers „vento ludens“, sieht diesen Bürgerentscheiden durchaus positiv entgegen. „Es ist wichtig, dass dieses Projekt des Energieparks von einem breiten öffentlichen Konsens getragen wird. Er wird durchaus landschaftsprägend sein, das muss ich eingestehen“, berichtete Finkel.
Sein Mitarbeiter Thorsten Schneider registrierte im Laufe der Veranstaltung viele Fragen zu einer möglichen Bürgerbeteiligung am Energiepark. Diese Möglichkeiten würden derzeit geprüft und ausgearbeitet, so Schneider. Er vermisste etwas die jüngere Sachsenheimer Bevölkerung bei dieser ersten Informationsveranstaltung.
Unter den interessierten Besuchern waren auch Vertreter des Naturschutzes, der beiden Bürgerinitiativen „Energie-von-hier-Sachsenheim“ und „Gegenwind-Sachsenheim“ sowie der Vorstand der Energiegenossenschaft Ingersheim, Dieter Hallmann, sowie Regionalrätin Dr. Angela Brüx (Grüne), die in Bürgergesprächen immer wieder betonte, dass sich die Mitglieder des Regionalparlament die Abwägung über die Windvorranggebiete nicht einfach gemacht hätten.
Zweite Veranstaltung im Januar
Am 15. Januar kommenden Jahres wird es eine zweite Informationsveranstaltung von 18 bis 21 Uhr in die Kirbachtalhalle in Hohenhaslach geben, bei der alle Beteiligten ihre Argumente vorstellen werden und zu Wort kommen. Am 21. Januar kommenden Jahres findet eine solche Veranstaltung auch in der Mehrzweckhalle in Kleinsachsenheim statt.
Bis dahin soll es auch ausgearbeitete Visualisierungen des Energieparks „Alleenfeld“ mit den geplanten vier Windkraftanlagen und einer Freiflächen-Photovoltaikanlage geben, deren Areal bei der Informationsveranstaltung ebenfalls besichtigt wurde, allerdings dann ohne Visualisierungen.
Ende dieses Jahres werden die Verantwortlichen der Stadtverwaltung zudem allen Haushalten in Sachsenheim eine Informationsbroschüre mit umfassenden Details und einer Stellungnahme beider Bürgerinitiativen zukommen lassen.
