Was wären Martini oder ein gelungenes Weihnachtsfest ohne einen schönen Gänsebraten? Egal, ob nun Brust, Keule oder ein anderes schmackhaftes Teil der großen, geflügelten Schönheiten – Gans gehört für viele Familien zum Fest wie der geschmückte Baum und der Adventskranz.
Sachsenheim „Die Nachfrage ist nach wie vor da“
Erich Weiberle vom Kirbachhof bei Häfnerhaslach züchtet Gänse für das Martins- und das Weihnachsfest – der Verkauf läuft auch in Zeiten der Vogelgrippe unverändert gut.
Doch in Zeiten von Vogelgrippe sind viele Verbraucher nach wie vor verunsichert und wissen nicht so recht, ob sie das Fleisch überhaupt kaufen sollen und können und wenn ja, ob dessen Verzehr für den Menschen eventuell gesundheitlich bedenklich sein könnte.
Die BZ hat sich bei Erich Weiberle, dem Chef des Kirbachhofs nahe Häfnerhaslach, der sich unter anderen auf die Zucht und den Verkauf von Martins- und Weihnachtsgänsen spezialisiert hat, erkundigt, ob die Bedenken nun angebracht sind oder nicht – und ob es aktuell überhaupt Gänsekeule und Co. zu kaufen gibt.
Alles läuft wie gewohnt ab
„Bei uns läuft alles normal, unsere Kunden können wie gewohnt ihre Gänse und die Fleischteile bestellen“, sagt der Landwirtschaftsmeister und zeigt sich erleichtert darüber, „dass der Kelch bislang an uns vorübergegangen ist. Wir liegen ja etwas abseits der Gefahrenzone für die Vogelgrippe, daher können wir unsere Gänse nach wie vor im Freien halten“.
Aufstallung wäre ein Problem
Weiberle weiß aber auch, dass eine artgerechte Unterbringung der Tiere, die ihr Leben überwiegend auf den Weiden in unmittelbarer Umgebung des Hofs verbringen, bei einer Aufstallungspflicht äußerst schwierig geworden wäre. Bei seinen rund 4000 Hühnern sei dies kein Problem, „wir haben hier einen sehr geräumigen Stall mit genügend Platz für alle, hier wären die Tiere vor der Geflügelpest geschützt“. Daher sei er froh, Vorkehrungen getroffen zu haben, „dies geschah auch aufgrund der Erfahrung aus den vergangenen Jahren“.
Grünes Licht also beim Verkauf der Weihnachtsgänse, es gilt keine Aufstallungspflicht für Geflügel, und über mangelnde Nachfrage kann sich der Landwirt auch nicht beklagen: „Es läuft alles ganz normal, wie immer eigentlich. Die Nachfrage nach den Festtagsbraten ist nach wie vor da, die Leute wollen eben zum schönsten unserer Feste auch ein gutes Stück Fleisch aus artgerechter Haltung und aus lokaler Aufzucht.“
Gänse wiegen bis zu sechs Kilo
Freilich sei es nach wie vor geboten, sich seinen Braten durch Vorbestellung zu sichern, damit man am Weihnachtstag nicht leer ausgeht. Derzeit sind noch mehrere Hundert Gänse auf den Wiesen unterwegs, „die sind alle im Frühjahr geschlüpft und wiegen nun so zwischen vier und sechs Kilo“, sagt Weiberle.
Viel Zeit bleibt den Gänsen nun nicht mehr für ihren täglichen Freigang auf der Weide, denn bis kurz vor Weihnachten nimmt Weiberle noch Bestellungen entgegen, und wer dann dennoch leer ausgehen sollte, für solche Spontankäufer hat der Chef vom Kirbachhof immer auch noch etwas im Tiefkühlschrank – „obwohl die Leute natürlich Frischfleisch ganz klar bevorzugen“. Auf jeden Fall sei er froh, dass „uns die Vogelgrippe nicht das wichtige Geschäft mit den Gänsen verhagelt hat“, und so blickt er nun mit Zuversicht auf die nahende Vorweihnachtszeit, die aufgrund der Arbeitsfülle, die solch ein großer Hof mit sich bringt, gewohnt geschäftig und mitunter hektisch werden wird.
