Auch wenn der Sommer langsam in seine Zielgerade einbiegt und ihm zumindest in den kommenden Tagen etwas die Puste auszugehen scheint – er war ein bislang guter. Zumindest aus der Sicht des Fördervereins Schloss-Freibad Sachsenheim, wie Vorstandsmitglied Nicole Klingler im Gespräch mit der BZ resümiert: „Klar ist es für ein endgültiges Fazit noch etwas zu früh, aber was die Besucherzahlen anbelangt, so haben wir aktuell mehr als 56.000 Gäste.“
Sachsenheim „Die Sachsenheimer lieben ihr Bad“
Nicole Klingler vom Trägerverein Schloss-Freibad Sachsenheim zeigt sich mit aktuell 56.000 Badegästen sehr zufrieden.
Im Jahr 2003 drohte das Aus
Vergangenes Jahr seien es 63.569, im Jahr 2023 68.161 und das Jahr zuvor 64.646 Besucher gewesen. „Wir haben noch gut drei Wochen geöffnet. Daher gehen wir davon aus, dass wir an die Besucherzahlen der letzten Jahre werden anknüpfen können“, sagt Klingler weiter.
Spannend sei für den Trägerverein auch eine weitere Entwicklung, sagt Klingler, und bemüht abermals die Statistik: „Das ist die Zahl der Mitglieder. Wir freuen uns in diesem Jahr über 400 neue Mitglieder. Zieht man die Austritte ab, die, beispielsweise aufgrund Wohnortwechsel, Studium oder Todesfall, unvermeidlich sind, so verbleiben über 2600 Mitglieder“.
Dies sei eine so unglaublich tolle Zahl und zeige dem Verein und allen, die sich ehrenamtlich für das Freibad engagierten, „dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass das Schloss-Freibad nach wie vor eine Freizeiteinrichtung von unschätzbarem Wert ist. Die Sachsenheimer lieben ihr Bad“. Dass das Freibad heute Jahr für Jahr viele Besucher, nicht nur aus Sachsenheim, sondern aus der Region, anzieht, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, denn vor gut 20 Jahren stand es gar nicht gut um das in den frühen 1950er-Jahren realisierte Bad im Herzen der Stadt.
Schlechte finanzielle Rahmenbedingungen legten der Stadtverwaltung nahe, Einsparungen zu tätigen, und so stand das beliebte Freizeittreff vor dem Aus, was allerdings einige Sachsenheimer Bürger auf den Plan rief und sich schon bald ein Trägerverein bildete, der sich auf die Fahnen geschrieben hatte, das Schloss-Freibad auch weiterhin zu betreiben.
Durch eine Machbarkeitsstudie entwickelte der noch junge Verein dann im Jahr 2004 ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept, das den Betrieb des Freibades sicherstellen sollte.
So jedenfalls konnte es letztlich gerettet werden, entwickelte sich stetig weiter, und so stehen heute, neben dem regulären Badebetrieb, auch sportliche Angebote im Terminkalender: so zum Beispiel Aqua Fitness, Wasserball und Yoga, und zu bestimmten Terminen wird das Freibad auch zur Pilgerstätte für alle Cineasten, wenn dann an Sommerabenden zum beliebten Open-Air-Kino auf der Liegewiese mit ausgesuchten Filmen eingeladen wird. „Auch hier haben wir – trotz des eher mäßigen Wetters an den zwei Abenden – mit 300 unerschrockenen Filmfans, die sich durch dicke Wolken nicht abhalten ließen, eine gute Resonanz erfahren“, sagt Nicole Klingler, zumal die Filmabende selbst dann im Trockenen stattfinden konnten.
Doch ein Freibad erfordert auch die eine oder andere Maßnahme und Investition. „Seit einigen Wochen wird während des Frühschwimmens eine Bahn für Sportschwimmerinnen und Schwimmer eingezogen. Wir freuen uns sehr, dass diese Maßnahme bereits auf sehr viel positive Resonanz getroffen ist“, sagt das Vorstandsmitglied.
Beckenpumpen werden erneuert
Und der Blick geht auch schon in den Herbst hinein: „Der Austausch unserer alten Beckenpumpen gegen moderne Hocheffizienzpumpen ist geplant, außerdem wurde ein Teil des Beckenbodens vor Beginn der Saison mit Sandstrahlern abgestrahlt, damit eine Grundierung aufgetragen werden kann und sicher haftet“. Davon verspricht sich der Verein in Zukunft eine weniger aufwendige Wartung und somit langfristig die Einsparung von Kosten. Am Saisonende könne geprüft werden, ob sich das Verfahren bewährt hat. Eventuell werde dann im Frühjahr ein weiterer Teil des Beckens im selben Verfahren bearbeitet.
