Sachsenheim Diskussion um Naturparkmarkt 2027

Von Michaela Glemser
Im vergangenen Jahr erfreute sich der Naturparkmarkt in Ochsenbach großem Andrang. 2027 soll er erneut stattfinden, es stellt sich aber noch die Frage der Finanzierung. Foto: /Martin Kalb

Der Ochsenbacher Ortschaftsrat soll die Veranstaltung mit 2000 Euro aus seinem Stadteilbudget unterstützen, um die Stadtkasse zu entlasten.

Rund 10.000 Besucher haben im vergangenen September den Naturparkmarkt in Ochsenbach besucht. „Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung, der Gewerbebetriebe, der beteiligten Vereine und lokalen Marktbeschicker war durchweg positiv“, sagte Arved Oestringer, Wirtschaftsförderer und Tourismusbeaufragter der Stadt Sachsenheim, in der jüngsten Ochsenbacher Ortschaftsratssitzung.

Daher soll der Naturparkmarkt im Jahr 2027 wieder in der Stadt Sachsenheim stattfinden. Die ursprüngliche Idee, auch andere Stadtteile als Veranstaltungsorte auszuwählen, hat Oestringer inzwischen wieder verworfen, da die erforderliche Infrastruktur für eine Veranstaltung in dieser Größenordnung mit ausreichenden Parkplatzkapazitäten sowie den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und der Bereitstellung der Rettungswege nur in Ochsenbach in diesem Maße möglich sei.

Höhere Standgebühren geplant

Allerdings ist die Haushaltslage der Stadt Sachsenheim angespannt, sodass sogar bei den notwendigen Pflichtaufgaben Prioritäten gesetzt werden müssen. Die Veranstaltung des Naturparkmarkts jedoch ist eine freiwillige Leistung der Stadt, für die die Verantwortlichen 2025 mit Gesamtkosten von rund 40.000 Euro tief in die Stadtkasse greifen mussten.

Um die Ausrichtung des Naturparkmarkts im kommenden Jahr kostengünstiger zu gestalten, sollen beispielsweise Parkgebühren von je fünf Euro für die Besucher erhoben, die Ausgaben für Werbemaßnahmen für die Veranstaltung von rund 10.000 Euro im Jahr 2025 um 9000 Euro reduziert, die Vergabe externer Leistungen eingedämmt und die Standgebühren für die Marktbeschicker deutlich erhöht werden. „Da der Naturparkmarkt auch dem Stadtteil Ochsenbach zu überregionaler Bekanntheit verhilft, die ortsansässigen Vereine und Betriebe davon profitieren und der Naturparkmarkt zudem eine Marketingmaßnahme für Ochsenbach ist, wäre es schön, wenn auch die Hälfte des Stadtteilbudgets in die Veranstaltung fließt“, regte Oestringer an.

Markt stand lange auf der Kippe

Dass diese rund 2000 Euro, die die Ortschaftsräte für den Naturparkmarkt bereitstellen sollen, auch eine hohe Signalwirkung haben, sagte Bürgermeister Holger Albrich. „Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich dem Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung Ende Juli die Veranstaltung des Naturparkmarkts im Jahr 2027 vorschlagen soll. Unsere Haushaltslage lässt eigentlich kaum Spielraum für freiwillige Aufgaben. Daher wäre es ein starkes Zeichen, wenn auch der Ortschaftsrat mit seinem Stadtteilbudget die Veranstaltung unterstützt“, so Albrich.

Ortschaftsrat gegen Beteiligung

Doch von dieser Idee waren die Ochsenbacher Gremiumsmitglieder zunächst wenig begeistert. „Der Naturparkmarkt ist doch in erster Linie eine Veranstaltung der Stadt. Wir sind in die Vorbereitungen nicht einbezogen und sollen einen Teil unseres Budgets zur Verfügung stellen, das eigentlich nur für unseren Stadtteil bestimmt ist“, sagte Birgit Wahlers. Bürgermeister Albrich erwiderte, dass die Stadt den Naturparkmarkt auch für Ochsenbach organisiere und örtliche Vereine sowie Betriebe davon profitierten. Auch Oestringer erinnerte daran, dass die Veranstaltung ein Multiplikator für die Außenwirkung des Stadtteils sei, der erheblich höher liege als die investierten 2000 Euro aus dem Stadtteilbudget.

Ortschaftsrat Peter Leucht verwies darauf, dass sich die Ochsenbacher Bevölkerung beim vergangenen Naturparkmarkt mit Eigenleistungen so stark engagiert und eingebracht habe – das sei erheblich höher einzuschätzen als 2000 Euro. Oestringer rief in Erinnerung, dass die ortsansässigen Vereine, die beteiligt worden waren, auch keine Standgebühren zahlen mussten. Das sollte aber 2027 nicht mehr möglich sein, wenn der Ochsenbacher Ortschaftsrat die 2000 Euro aus seinem Stadtteilbudget verweigere. Ortschaftsrat Maik Sulzer mahnte, doch bei den Kosteneinsparungen auch an den 2025 beauftragten Influencer zu denken, der 2027 nicht mehr beauftragt werden solle. Ortschaftsrätin Evelyn Thudt sagte, dass der Naturparkmarkt eine Marketingmaßnahme für die Gesamtstadt sei und auch die Ortschaftsräte der anderen Stadtteile sich mit ihrem Stadtteilbudget beteiligen könnten. „Der Aufwand wird sich für die paar hundert Euro nicht lohnen. Ich überlege mir stattdessen, ob ich dem Verwaltungsausschuss überhaupt den Naturparkmarkt 2027 vorschlage, wenn der Ortschaftsrat in Ochsenbach die 2000 Euro nicht beitragen will“, meinte Bürgermeister Holger Albrich sichtlich verstimmt.

Kompromiss beschlossen

Ein Kompromissvorschlag kam von Ortschaftsrat Martin Dürr. „Wenn wir die 2000 Euro nicht aus unserem Ortsteilbudget zahlen, suchen wir uns dafür Sponsoren. Das müsste möglich sein“, so Dürr. Ortsvorsteher Alexander Weiß rief schließlich zur Abstimmung, unterstrich jedoch nochmals nachdrücklich, dass der Ochsenbacher Ortschaftsrat zum Naturparkmarkt 2027 die gewünschten 2000 Euro beisteuere, das aber künftig nicht regelmäßig alle zwei Jahre machen werde. Damit erklärten sich alle Ortschaftsräte einhellig einverstanden. Mögliche Daten für den Naturparkmarkt in Ochsenbach im kommenden Jahr könnten der 12. oder 19. September 2027 sein. Der Gesamt-Finanzierungsbedarf soll nur noch bei 20.000 bis 25.000 Euro liegen. Noch müssen allerdings auch die Verantwortlichen des Naturparks Stromberg-Heuchelberg zustimmen.

 
 
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