Sachsenheim Diskussion um Vereinsförderung

Von Martin Hein
In den Jahren 1963/1964 wurde das Vereinsheim der Sportfreunde Großsachsenheim (rechts) in der Steingrube gebaut. Nun sind umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich. Foto: /Martin Kalb

Die Sportfreunde Großsachsenheim erhalten ein zinsloses Darlehen. Zugleich wird der bestehende Erbbauvertrag bis 2057 verlängert.

Die Stadt Sachsenheim hat den Sportfreunden Großsachsenheim (SFG) mit dem Erbbauvertrag vom November 2022 das Erbbaugrundstück übergeben, auf dem das Vereinsgebäude in der Steingrube steht.

Das Vereinsgebäude wurde in den Jahren 1963/1964 hauptsächlich von Mitgliedern der Großsachsenheimer Vereine gebaut. Ziel der damaligen Sport- und Kulturgemeinschaft Großsachsenheim war es, mit diesem Gebäude ein Vereinsheim für alle Großsachsenheimer Vereine zu errichten. SFG-Mitglieder waren maßgeblich beim Bau beteiligt und übernahmen auch die Bewirtschaftung des Gebäudes. Zunächst nutzte der DRK-Ortsverein und der Turnverein Großsachsenheim ebenfalls das Gebäude. Der TVG und das DRK haben schließlich die Nutzung des Gebäudes aufgegeben.

Eigentum auf SFG übertragen

Ende 1999 hat der Gemeinderat beschlossen, das Eigentum an dem Vereinsheim auf die SFG zu übertragen. Seit der Beurkundung des Erbbauvertrages sind die SFG verpflichtet, die Bauwerke nebst Zubehör und Anlagen in gutem baulichen und technischen Zustand zu erhalten. Dies umfasst auch notwendige Reparaturen.

Nach dem erfolgten Pächterwechsel sind nun umfangreiche Umbauarbeiten notwendig. So soll beispielsweise die Theke umgebaut werden. Dafür liegt dem Verein ein Angebot über rund 30.000 Euro vor. Diese Summe kann der Verein aktuell nicht stemmen. Deshalb haben die SFG bei der Stadt um ein zinsloses Darlehen in Höhe von 20.000 Euro gebeten.

Erbbauvertrag verlängert

Der aktuelle Erbbauvertrag endet am 21. Dezember 2032. Mit Blick auf die geplante Maßnahme soll der Erbbauvertrag bis 21. Dezember 2057 verlängert werden.

Gemeinderat Peter Brosi (GLS) forderte von der Stadtverwaltung, dass dringend Richtlinien für die Vereinsförderung erstellt werden sollten. Darin sollte, so Brosi weiter, genau definiert werden, für was Vereine unterstützt werden sollen. Bürgermeister Holger Albrich wies darauf hin, dass es sich bei der Anfrage der SFG um keinen Zuschuss, sondern um ein zinsloses Darlehen handelt.

„Es soll für alle gleich zugehen“

Hugo Ulmer (CDU) erklärte, dass er für den Antrag stimmen wolle. Man habe viele Vereine auch im Kirbachtal. Er möchte, so Ulmer weiter, dass es für alle gleich zu geht. Ulmer wies darauf hin, dass der Turnverein Ochsenbach (TVO) beispielsweise eine Umzäunung komplett aus eigenen Mitteln finanziert habe. Hugo Ulmer verwies zudem auf den kürzlich eingeweihten Zweckbau des TVO, für den der Verein keinen Zuschuss der Stadt erhalten habe.

Günter Dick (GLS) bemerkte: „Da geht vieles fehl“ und erinnerte daran, dass er schon früher Förderrichtlinien für Vereine angemahnt habe.

Richtlinien sollen vorgelegt werden

Bürgermeister Albrich versprach, in der zweiten Jahreshälfte solche Förderrichtlinien dem Gemeinderat vorzulegen.

Gemeinderat Thomas Bay (FDP) sagte: „Alles, was die Vereine machen, kommt den Bürgern zugute“. Gleichzeitig appellierte Thomas Bay an die Sachsenheimer Vereine, dass sie auf die Stadt zukommen und um Unterstützung bitten sollen.

Die Abstimmung erbrachte 21 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme. Somit bekommen die Sportfreunde Großsachsenheim das zinslose Darlehen, und der Vertrag wird angepasst und bis 2057 verlängert.  

 
 
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