Stolz halten Selina und Valentin Stuber mit ihren Kindern Toni und Lasse das einstige Ladenschild des Bauernladens in der Friedhofstraße in Häfnerhaslach in ihren Händen. Dort wurden früher die Produkte des familieneigenen Weinbaubetriebs verkauft. „Da wir diese Ladenfläche haben und mir, seit ich in Elternzeit zuhause bin, oftmals die Wege mit dem Auto für kleine Besorgungen in die Nachbarorte zu weit sind, kam ich gemeinsam mit meinem Mann auf die Idee, diese Ladenfläche wieder zu nutzen“, erzählt die junge Mutter Selina Stuber.
Sachsenheim Ein Laden für Häfnerhaslach
Ein „Tante-M-Laden“lohnt sich nicht. Nun übernimmt Familie Stuber die Nahversorgung im Ort.
Lokale Anbieter haben Vorrang
Lokale und regionale Anbieter und Selbsterzeuger sollen den künftigen Selbstbedienungsladen mit Eiern, Nudeln, Mehl, Kartoffeln und Co. bestücken. Andere haltbare Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs wollen die Stubers bei Großhändlern einkaufen, um die Regale in ihrem Laden damit zu füllen. „Zunächst wollen wir mit einem überschaubaren Produktangebot unseren Laden eröffnen, aber für die Kunden Rückmeldezettel auslegen, auf denen sie ihre gewünschten Waren, die noch nicht in unserem Sortiment sind, notieren können“, erläutert Valentin Stuber, der früher auch Ortsvorsteher in Häfnerhaslach war.
Leicht verderbliche Waren wird es zunächst im Laden der Stubers nicht geben, da die entsprechenden technischen Kühlmöglichkeiten nicht vorhanden sind. Auch den Namen „Bauernlädle“ soll das neue Selbstbedienungsgeschäft nicht mehr tragen, sondern künftig heißt es „Dorfschrank Häfnerhaslach“, um zu verdeutlichen, dass es ein Angebot für alle Bürger ist. Diese wünschen sich schon lange, dass es in ihrem Kirbachtalort wieder eine Einkaufsmöglichkeit für Waren des täglichen Bedarfs gibt. „Ich erinnere mich noch gut an meine Jugendzeit, in der ich mit meinen Freunden gerne im Ladengeschäft der Metzgerei Näher eingekauft habe, wo es damals auch Süßigkeiten gab. Daher wollen wir auch eine kleine Kinderecke mit Süßigkeiten in unserem Laden einrichten, damit die Kinder wieder vor Ort einkaufen gehen können“, schmunzelt Valentin Stuber.
Gerade im ehemaligen Ladengeschäft der Metzgerei Näher in Häfnerhaslach wollten die Ortschaftsräte aus dem Kirbachtalort schon lange einen Selbstbedienungsladen einrichten und hatten dazu unter anderem Kontakt zum Franchise-Konzept „Tante-M-Laden“ eines Unternehmens aus Pliezhausen aufgenommen. Doch diese Pläne scheiterten an den angestellten Wirtschaftlichkeitsberechnungen des Unternehmens und am Interesse eines geeigneten Franchisenehmers.
„Die Auflagen waren zu groß“
„Wir haben uns zuerst ebenfalls Gedanken darüber gemacht, einen ‚Tante-M-Laden‘ zu eröffnen, doch die Auflagen und Verpflichtungen, die mit einem solchen Vorhaben verbunden sind, waren uns zu groß“, macht Valentin Stuber deutlich.
Er will seinen Selbstbedienungsladen zunächst montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr öffnen, in der Sommerzeit eventuell auch etwas länger. „Wir wollen mit den Verantwortlichen der Stadt Sachsenheim in Kontakt treten, ob wir unseren Laden auch sonntags öffnen dürfen“, sagt Stuber. Gerade für das Wochenende sollen die Häfnerhaslacher eventuell auch Bestellungen für Backwaren im „Dorfschrank Häfnerhaslach“ aufgeben und dort auch wieder abholen können.
Im videoüberwachten Ladengeschäft sollen sowohl Barzahlung als auch Kartenzahlung möglich sein. Nachts bleibt der „Dorfschrank Häfnerhaslach“ geschlossen. „Bisher waren die Reaktionen im Ortschaftsrat von Häfnerhaslach und in der Bürgerschaft auf die Idee unseres Ladengeschäfts durchweg positiv. Die Menschen sind froh, künftig wieder eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort zu haben. Wenn beispielsweise zwischendurch Eier fehlen, müssen sie nicht mehr mit dem Auto eine lange Strecke fahren“, erzählt Selina Stuber. Eröffnet werden soll der neue „Dorfschrank Häfnerhaslach“ am 1. April.
