Sachsenheim hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Zumeist an der Peripherie, so zum Beispiel mit den Neubaugebieten in Klein- und Großsachsenheim, und auch der Gewerbepark Eichwald zeigte eine bemerkenswerte Entwicklung auf. Zudem wurden mit den Sanierungsvorhaben im Stadtkern von Groß- und im Ortskern Kleinsachsenheim die Erscheinungsbilder der beiden Siedlungskerne aufgewertet. Nun aber soll für den baulich ältesten Teil Großsachsenheims ein weiteres Sanierungspaket geschnürt werden, und mit dem Gestaltungsleitfaden hat die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Land und der Wüstenrot Haus- und Städtebau einen Wegweiser zu diesem Thema erarbeitet.
Sachsenheim Ziel: Barrierefreiheit und freundliche Fassaden für die Innenstadt
Gestaltungsleitfaden legt fest, wie Privatleute und Gewerbetreibende durch neue Akzente am Erscheinungsbild Großsachsenheims mitwirken können.
Grundlage dessen, was in den kommenden Jahren folgen wird, waren Untersuchungen, in welchen vor knapp zwei Jahren Gewerbetreibende, Mieter, Pächter und andere Anrainer über ihre Anregungen und Wünsche befragt worden waren.
Ideen flossen in Planung mit ein
Aus diesem Ideenpool entstand der Leitfaden: „Dieser sorgt für ein in der Zukunft erhofftes einheitliches Bild der Innenstadt von Großsachsenheim“, sagt Wirtschaftsförderer Arved Oestringer auf Anfrage der BZ. „Grundprinzip solcher Vorhaben ist es, das Stadtbild, wie es sich derzeit gestaltet, positiv in der Zukunft zu verändern.“ Wer also Gelder aus der Städtebauförderung erhalten möchte – immerhin sind es in der Summe 1,5 Millionen Euro – müsse den Vorgaben des Gestaltungsleitfadens entsprechen und diese auch erfüllen.
Oestringer verdeutlicht dies anhand der Vorlage, die seinerzeit dem Gemeinderat vorgelegt worden war: „Für ein harmonisches und geschlossenes Erscheinungsbild der Innenstadt sollen die Gebäude gemeinsamen Gestaltungsprinzipien folgen, trotz vieler individueller Merkmale. Dabei soll auch die noch vorhandene historische Struktur Großsachsenheims durch historische Bauten gut ablesbar sein.“ Eines der angestrebten Ziele sei, die Funktionsfähigkeit der Innenstadt zu stärken und diese auch für den Aufenthalt attraktiver zu machen.
Der Fokus, sagt Oestringer, liege dabei auf der Umgestaltung des öffentlichen Raums und auf der Umstrukturierung im Einzelhandel. Publikumswirksame Erdgeschossnutzungen als Frequenzbringer für die Innenstadt, Anpassung der Strukturen an den demografischen Wandel – insbesondere durch die Schaffung barrierefreier Zugänge sowie die altersgerechte Modernisierung von Bestandsgebäuden – sowie die Modernisierung, Umnutzung, Aktivierung und Instandsetzung von (oft noch leer stehenden) Immobilien, so lautet das Ziel. Die Schaffung von weiterem Wohnraum stünde ganz oben auf der Agenda, auch durch Abriss von Gebäuden, die es nicht mehr lohnt zu erhalten.
Nicht nur für Fassaden gültig
Grundsätzlich, sagt Oestringer, betreffe die Umgestaltung des alten Stadtkerns nicht nur die Fassaden der Häuser, sondern der Plan greife tiefer: „Dächer, Werbeanlagen und überhaupt grundlegend alles, was die Optik von Gebäuden betrifft, soll in die Bemühungen um ein attraktiveres und abwechslungsreicheres Stadtbild mit einfließen.“
Dazu gehöre auch eine Umgestaltung des Bereichs vor dem Bahnhof und die Strecke von dort in die Innenstadt, auch hier gebe es durchaus Potenzial, das Stadtbild zeitgemäßer erscheinen zu lassen. Außerdem sei, wo sie noch nicht gegeben ist, die bereits erwähnte Barrierefreiheit zu realisieren, obwohl diese im Bahnhof beim Zugang zu den Bahnsteigen weiter auf sich warten lasse – das liege jedoch nicht im Verantwortungsbereich der Stadt, sondern bei der Deutschen Bahn.
Wie dem auch sei, damit die Bürger weitere Informationen zu diesem Thema erhalten, werde, so Oestringer, im Frühjahr kommenden Jahres eine Veranstaltung geplant. Zudem verweist er auf die Ansprechpartnerinnen im Rathaus, sollten Bürger und Gewerbetreibende noch Fragen haben – hier seien Julia Hertel (j.hertel@sachsenheim.de) und Tanja Ewald (t.ewald@sachsenheim.de) kompetente Adressatinnen.
