Sachsenheim „Es geht voran, aber langsam“

Von Markus Wirth
Ulrich Benz geht der Bodenaustausch nicht schnell genug. Doch im Sommer sollen die Arbeiten beendet sein. Foto: Martin Kalb

Durch den Bau der Gastrasse NET waren zwei Flurstücke in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Besitzer hoffen nun auf baldigen Bodenaustausch.

Es tut sich etwas auf den beiden Flurstücken des Geschwisterpaars Adelheid und Ulrich Benz. Nachdem das Unternehmen Terranets BW, eine Tochter der EnBW, vor rund vier Jahren unter anderem im Gewann „Eichwald“ im Südwesten von Großsachsenheim die NET – die Neckarenztalleitung – trassiert hatte, war auf den Grundstücken nichts mehr wie zuvor (die BZ berichtete). Nicht nur, dass das ausgetauschte Erdmaterial laut Ulrich Benz bei weitem nicht jene Qualität aufwies wie der ursprüngliche, fruchtbare Keuperboden. Es war auch noch durch und durch mit Steinen durchsetzt, was den Grund praktisch wertlos machte.

Heu-Ernte war nicht möglich

Pächter Tim Lösch konnte daher, auch bedingt durch die Trassenlegung, schon sechs Jahre lang kein Heu mehr ernten, da einzig Amaranth und Unkraut noch Gefallen am steinigen Grund zu finden schienen. Und nicht nur der Boden war durch den Bau der Gastransportleitung in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch der veränderte Trassenlauf hätte, so Ulrich Benz, Teile der benachbarten Streuobstwiese schlicht unbewirtschaftbar gemacht.

Doch nun ist seit wenigen Wochen Bewegung in die Angelegenheit gekommen, denn Terranets BW hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres Bereitschaft signalisiert, den Boden austauschen zu lassen und den Grund einzuebnen. „Es hat sich mittlerweile schon etwas getan“, sagt Ulrich Benz, aber zufrieden ist er dennoch nicht. „Die Kommunikation mit dem Unternehmen gestaltet sich zuweilen recht mühsam“, sagt er. Mails würden nur schleppend und mit zeitlicher Verzögerung beantwortet, „es geht voran, aber langsam, das war zum Teil Hinhaltetaktik, so kam es mir jedenfalls vor“, sagt er.

Immerhin habe die mit der Durchführung der Arbeiten betraute Firma Schmid aus Oberriexingen bereits den Aufwuchs auf den beiden Stücken gemulcht, das Material mit einem so genannten Grubber eingearbeitet und eingemischt. „Diese beiden Bearbeitungsgänge waren erfolgreich, da sich kaum mehr organische Masse an der Oberfläche befindet. Im Anschluss wurde der erste von mindestens zwei notwendigen Bearbeitungsgängen mit der Kreiselegge durchgeführt, sodass sich der aktuelle Ist-Zustand ergibt“, teilt Pressereferentin Nadine Leiker von Terranets BW auf Anfrage der BZ mit.

Warten auf weitere Maßnahmen

Allerdings, so Ulrich Benz, habe Terranets BW die für Mai anberaumten weiteren Arbeiten, das Auffüllen der Unebenheiten und Senken sowie die Angleichung des Höhenversatzes, bis dato nicht durchgeführt.

So konnten auch die weiteren angekündigten Maßnahmen wie ein erneuter Bearbeitungsgang mit der Egge, um gröbere Erdklumpen zu zerkleinern, geringfügige Unebenheiten auszugleichen und optimale Saatbeetbedingungen zu schaffen, noch nicht in die Wege geleitet werden: „Wir warten hier immer noch auf eine Antwort.“ Hierzu äußert sich Pressereferentin Leiker wie folgt: „Die nächsten Arbeitsschritte werden so zügig wie möglich umgesetzt. Der Abschluss der Arbeiten ist auf jeden Fall für diesen Sommer geplant.“

Alle Beteiligten seien Anfang Mai über den aktuellen Stand informiert worden. Im Interesse einer hohen Qualität der Arbeiten sei eine sorgfältige Beauftragung der erforderlichen Dienstleister notwendig, die entsprechend Zeit in Anspruch nehme. „Sobald uns neue, zuverlässige Informationen vorliegen, teilen wir diese den Grundstückseigentümern mit“, so Leiker.

Auch einer Ausgleichszahlung an den Pächter für die entgangenen Heu-Ernten werde man nachkommen. Dies habe man in einer früheren E-Mail bereits so kommuniziert.

 
 
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