Sachsenheim Fairteiler „Pinky“ kommt gut an

Von Michaela Glemser
Sie haben den den Schrank „Pinky“ vor der Realschule aufgestellt (von links): Heike Decker, Josef Hickl, Nina Dietze, Rektor Sascha Renner und Sonja Schneider. Foto: /Martin Kalb

Der Lebensmittelschrank an der Eichwald Realschule ist bei Schülerinnen und Schülern und in der Bevölkerung beliebt. 

Sorgfältig wischt Sonja Schneider die Ablagebretter des kleinen pinken Schrankes aus, während Josef Hickl schon die Backwaren sortiert. Fast jeden Tag kümmern sich die beiden Ehrenamtlichen um den Fairteiler vor dem Eingang der Eichwald Realschule im Schulzentrum von Großsachsenheim. „Die Schüler warten meist schon auf uns, um sich für ihre Pausen am Fairteiler zu versorgen, Darauf kommt es mir auch besonders an, dass die Kinder und Jugendlichen einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln lernen“, stellt Hickl klar.

Regelmäßige Kontrolle

Bevor er mit seiner Kollegin an den Fairteiler mit dem liebevollen Namen „Pinky“ kommt, hat er bereits bei Betrieben wie Discountern und Lebensmittelmärkten Waren abgeholt, die noch genießbar sind, aber nicht mehr in den normalen Verkauf kommen. Bevor die Waren in den Fairteiler geräumt werden, muss dieser aber nach den genauen Hygienevorgaben der Initiative „Foodsharing“ im Landkreis Ludwigsburg gereinigt werden.

Obst und Gemüse können im verschließbaren Schrank offen gelagert werden, Backwaren werden in lebensmittelechte Boxen mit Deckel sortiert, die im Schrank angekettet werden mussten, da sie sonst abhandenkommen. „Unsere Fairteiler werden regelmäßig von den Fachleuten der Lebensmittelüberwachung im Landkreis Ludwigsburg kontrolliert. Die Ehrenamtlichen müssen genau dokumentieren, dass sie die Fairteiler ordnungsgemäß gereinigt haben, mit welchen Lebensmitteln sie diese bestückt haben und woher die Lebensmittel stammen“, erläutert Nina Dietze von „Foodsharing“ Ludwigsburg.

Immerhin rund 60 Ehrenamtliche kümmern sich abwechselnd um den Großsachsenheimer Fairteiler. Die sogenannten „Foodsaver“ werden zunächst ausführlich eingearbeitet und müssen zudem eine jährliche Hygieneschulung absolvieren „Als ich von der Initiative gehört habe, war mir gleich klar, dass ich dabei mitmachen werde. Mir gefällt hier in Sachsenheim besonders der Standort an der Schule, denn die jungen Menschen können auf diese Weise einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln lernen“, sagt Hickl. Beim Leiter der Eichwald-Realschule, Sascha Renner, stößt der Senior dabei auf offene Ohren. „Zu Beginn haben wir über die Klassenlehrer alle Schüler über die Initiative „Foodsharing“ und die Fairteiler informiert. Die Resonanz war sehr positiv, und es gab bisher keinerlei Probleme“, sagt Renner. Im Gegenteil: Auch bei Schulfesten und Tagen der offenen Tür kooperiert die Sachsenheimer Realschule mit der Initiative und stellt auf diese Weise ganze Buffets zusammen. Auch die jährliche Sachsenheimer Sommerschule wird unterstützt. Zwar haben im Frühjahr vergangenen Jahres Vandalen am Sachsenheimer Fairteiler gewütet und den Vorgänger von „Pinky“ zerstört, aber seit dieser Zeit gab es keine solchen Vorfälle mehr. Auch mit Ungeziefer haben die Verantwortlichen keinerlei Probleme, da der Schrank fest verschließbar ist und im Sommer bei großer Hitze sogar mehrmals am Tag kontrolliert wird.

Backwaren sind begehrt

„Unser Sachsenheimer Fairteiler wird nicht nur von den Schülern sehr gut frequentiert, sondern auch von der Bevölkerung. Die Backwaren sind natürlich besonders begehrt, wobei keine verderblichen Waren wie süße Stückle in den Fairteiler kommen dürfen“, sagt Heike Decker von der Initiative „Foodsharing Ludwigsburg“. Insgesamt hat dieser eingetragene Verein inzwischen rund 600 ehrenamtliche Helfer, welche die rund 15 Fairteiler in unterschiedlichen Gemeinden des Landkreises betreuen. Auf der Internetseite der Initiative können die Standorte und ihre jeweilige Bestückung mit Lebensmitteln eingesehen werden. „Ob ein Fairteiler gut abgenommen wird, hängt auch ganz wesentlich von seinem Standort ab. Am Eingang einer Schule ist es natürlich ideal. Daher waren wir froh, dass Schulleitung und Schulträger gleich von Anfang an begeistert hinter unserer Idee standen“, sagt Decker. In Sersheim möchte der „Foodsharing“-Verein den nächsten Fairteiler aufbauen und sucht nach einem passenden Standort.

„Uns kommt es darauf an, der Öffentlichkeit zu vermitteln, dass viele Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden, noch viel zu schade für die Mülltonne sind“, sagt Decker.  Michaela Glemser

 
 
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