Sachsenheim Finn Hummel ist Weltmeister

Von wch
Finn Hummel ist für die deutsche U18-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ein Leistungsträger Foto: Uwe Spille

Der Ochsenbacher Faustballer holt in der Schweiz den U18-Titel.

In dem gerade mal 850 Seelen zählenden, idyllischen Weinörtchen Ochsenbach gibt es durchaus eine sportliche Sensation. Erstmals in der über hundertjährigen Faustball-Tradition des Turnvereins Ochsenbach wurde kürzlich mit Finn Hummel in der deutschen Nationalmannschaft ein Eigengewächs U18-Weltmeister. Sehr zur Freude auch von Bettina und Tobias Hummel, den beiden TVO-Trainern und Eltern des Youngsters.

Reiden im Kanton Luzern in der Schweiz. Hier fanden vor einigen Tagen die männlichen U18-Weltmeisterschaften im Faustball statt. Und dem zehnköpfigen Nationalteam der Coaches Tim Lemke und Kolja Meyer gehörte nun auch das Faustball-Ass aus dem Kirbachtal an, nachdem der Sprung in die deutsche Elite-Riege im vergangenen Jahr noch knapp verpasst worden war.

Der am 27. Juli 2008 in Mühlacker geborene, aus einer Faustball-Familie stammende und von Kindheit an beim Turnverein Ochsenbach dieser Sportart frönenden heutige Feinwerkmechaniker-Auszubildende konnte schon früh Erfolge vorweisen. So etwa in Schwabenauswahl-Mannschaften oder aktuell als Sturmtank im TVO-Zweitliga-Süd-Team.

Gegner rund um die Welt

Beim Großereignis in der Schweiz war er bei sechs Einsätzen voll dabei. Die deutschen Stationen bis zum Finale: jeweils 3:0 Sätze gegen Chile und Namibia, jeweils 3:1 Sätze nach schwierigen Spielen gegen die Schweiz und Österreich, kraft- und nervenraubende 3:2 Sätze gegen Brasilien und 3:0 Sätze gegen Neuseeland. Nach einem 3:0-Erfolg über die Schweiz im Halbfinale ging es im Endspiel dann auch noch einmal gegen Österreich, das die aus Ochsenbach, Brettdorf, Leichlingen, Oldendorf, Pfungstadt und Waibstadt stammenden Deutschen – lautstark angefeuert von den mitgereisten Fans – bei tropischen Temperaturen und hart erkämpftem, engem Fight erneut mit 3:1 Sätzen für sich entscheiden konnten. Weltmeister.

Beim rund 400 Mitglieder großen Ochsenbacher Heimatverein, der auf dem Sportplatz oder in der Sonnenberghalle in Ochsenbach beziehungsweise der Lichtensternhalle in Großsachsenheim trainiert, gab es mit Ulrich Knodel und Rudolf Aupperle vor 44 Jahren zwar schon mal zwei Nationalspieler – aber noch nie einen Weltmeister.

Umso größer sind natürlich die Freude und der Stolz in der Familie, der heimischen Gemeinschaft und im gesamten Umfeld. Gesamtvereinschef Volker Schoch, selber Faustballfan, betont, dass man als Verein stolz sei, einen Weltmeister in seinen Reihen zu haben – „dies ist großartig und besonders“.

„Zu wenig Beachtung“

Finn sei schon immer als ein sehr sportliches Kind aufgefallen, ein Naturtalent und immer besser geworden. „Er ist ein ruhiger, zurückhaltender, freundlicher und korrekter Junge – großen Dank und Respekt an sein Eltern Bettina und Tobias. Als Trainer haben sie ihn immer top trainiert und unterstützt und ihnen ist es auch zu verdanken, dass der TVO so starke U16/U18- Mannschaften mit noch einigen anderen Auswahlspielern hat. Jetzt ist Finn U18-Weltmeister. In einer tollen Randsportart, die leider viel zu wenig Beachtung findet und in der es kein Geld zu verdienen gibt“, so Volker Schoch.

Finn Hummel will zunächst seine Ausbildung abschließen, mit seinen Sportkameraden die Zweite Bundesliga Süd halten und möglichst den Sprung in die U21-Nationalmannschaft schaffen. Zunächst geht es aber um die Deutsche U18-Meisterschaft am 5. und 6. September im niedersächsischen Essel, „bei der wir“, so der Weltmeister, „ein gutes Ergebnis erzielen möchten“.

 
 
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