Sachsenheim Gemeinderat beschließt Sparmaßnahmen

Von Michaela Glemser
Die Sachsenheimer Sauna im Hallenbad wird über den Winter geschlossen. Foto: /Martin Kalb

Gemeinderäte debattieren über Maßnahmenpaket zur Energieeinsparung in der Winterzeit

Eine mögliche Energiekrise in der kommenden kalten Jahreszeit war Thema einer jüngsten Sondersitzung der Gemeinderäte. Seit Juni dieses Jahres gibt es im Landkreis Ludwigsburg eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Kommunen, in der auch der Sachsenheimer Kämmerer Lars Roller Mitglied ist. Ziel der Bestrebungen ist es, Maßnahmen zur Energieeinsparung vorzubereiten und diese in den Gemeinden schnell umzusetzen.

Einsparpotenziale müssenabgewogen werden

„Die neue Verordnung des Bundes, die schon seit 1. September dieses Jahres gilt, hat einige Vorhaben bereits vorweggenommen, andere wollen wir in der kommenden Woche mit dem Beginn des neuen Schuljahres verwirklichen“, so Roller. So wird bereits das Wasserschloss in Sachsenheim sowie die Georgskirche und die Verwaltungsstelle in Hohenhaslach bei Dunkelheit nicht mehr beleuchtet. Die Straßenbeleuchtung wiederum soll ab 23 Uhr bis 5 Uhr morgens nur noch mit einer Leistung von 30 Prozent erfolgen. „Wir werden dabei natürlich an bestimmten Plätzen zwischen Sicherheitsaspekten und Einsparpotenzialen abwägen“, sagte Roller.

Mehr Diskussionsbedarf gab es beim Hallenbad und der Sauna. Kämmerer Roller schlug vor, die Raumtemperatur im Hallenbad von rund 30 Grad Celsius auf etwa 28 Grad Celsius zu reduzieren und die Wassertemperatur von 28 Grad Celsius, die schon während des Pandemiebetriebs galt, ebenfalls um weitere ein bis zwei Grad abzusenken. Der Warmbadetag entfällt weiterhin. Auch die Schließtage von Sauna und Hallenbad, von Samstag bis einschließlich Dienstag, sollen aus Personal- und Energiespargründen in der Heizperiode durchgesetzt werden. Damit waren einige Gemeinderäte nicht einverstanden. „Wir wollen die Sauna in der Heizperiode ganz schließen. Besser wir machen gleich einen harten Schnitt als in fünf bis sechs Wochen, wenn der Bund eine neue Verordnung erlässt, und wir doch noch eine Schließung umsetzen zu müssen“, so Ratsmitglied Günther Dick.

Beim Hallenbad plädierte er dafür, die bisherigen Öffnungstage beizubehalten, da am Montag viele Vereine wie das DLRG das Bad für ihr Training nutzen. Dies bestätigten auch anwesende DLRG-Mitglieder. „Wenn wir die Einwände des Vereins nicht berücksichtigen, ist für das DLRG ein Trainingsbetrieb nicht möglich“, mahnte Ratsmitglied Dick. Kämmerer Roller erwiderte, dass er sich mit der Bäderleitung und den Vereinsvertretern nochmals zusammensetzen wolle, um eine Lösung auch bei eingeschränkter Öffnung des Hallenbads zu finden. Dem Antrag der Grünen Liste, die Sauna sofort ganz für die Dauer der Heizperiode zu schließen, stimmten elf Gemeinderäte zu, neun Ratsmitglieder votierten dagegen. In Verwaltungsgebäuden, Kultureinrichtungen, Schulen und Sport- und Turnhallen gibt es nur noch Kaltwasser – gilt für Waschbecken und Duschen. Die Schulmensa ist ausgenommen.

Keine eindeutige Bekenntnis zur Wiedereröffnung

Ebenfalls für Diskussionen sorgte der Vorschlag der Verwaltung, in der Heizperiode die Verwaltungsstellen in Spielberg, Ochsenbach und Häfnerhaslach zu schließen und nur diese in Hohenhaslach zu öffnen. „Unsere Verwaltungsstellen haben aus Personalmangel schon seit einigen Wochen nur noch unregelmäßig geöffnet. Ich wünsche mir aber ein klares Wort der Verwaltung, dass nach der Heizperiode unsere Verwaltungsstellen auch wieder geöffnet werden“, so der Ochsenbacher Ortsvorsteher Dieter Baum. Dieses Bekenntnis zur Wiederöffnung der Verwaltungsstellen in der warmen Jahreszeit konnte Bürgermeister Holger Albrich zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.

Die Idee von Thomas Wörner, nur noch die Verwaltung in Großsachsenheim zu öffnen, empörte den Hohenhaslacher Ortsvorsteher Alfred Xander. „Die Hohenhaslacher Verwaltungsstelle ist immer frequentiert. Wir können darauf jetzt nicht einfach verzichten“, so Xander.

 
 
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