Sachsenheim Helfer vor Ort im Kirbachtal gesucht

Von Michaela Glemser
Ausrüstung für Helfer vor Ort. Foto: /DRK Sachsenheim

Das DRK Sachsenheim gründet einen Arbeitskreis in der Stadt und stellt ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung.

In einer der vergangenen Ortschaftsratssitzungen hatten Bürger von Häfnerhaslach die Gründung einer „Helfer vor Ort“-Organisation im Kirbachtal gefordert, um bei Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit fachgerechter Hilfe überbrücken zu können. Diesem Wunsch sind die Verantwortlichen des Sachsenheimer Ortsverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die seit diesem Jahr auch für das Kirbachtal zuständig sind, nun nachgekommen. In der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Häfnerhaslach stellte Bereitschaftsleiterin Jutta Berkemer-Ziegler das angedachte Konzept, für das jetzt viele freiwillige Helfer gesucht werden, im Detail vor.

Leitstelle in Ludwigsburg fordert direkt an

„Die Helfer vor Ort werden auch von der Integrierten Leitstelle in Ludwigsburg angefordert und verkürzen das therapiefreie Intervall zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des Rettungsdienstes in akut lebensbedrohlichen Situationen, vor allem bei Störungen der Vitalfunktionen des Patienten“, machte Berkemer-Ziegler deutlich. Dafür müssen die Helfer vor Ort eine Erste-Hilfe-Grundausbildung sowie eine Sanitäter-Ausbildung mit der Zusatzqualifikation zum Helfer vor Ort und einem rettungsdienstlichen Praktikum absolviert haben.

Diese Ausbildungen sowie die ebenfalls notwendigen regelmäßigen Fortbildungen bietet das DRK an. Weiterhin sollten Helfer vor Ort volljährig und persönlich wie gesundheitlich auch für diese Aufgabe geeignet sein. „Wer im Rettungsdienst bereits arbeitet, kann direkt zugelassen werden“, erklärte Berkemer-Ziegler.

Derzeit gibt es im Stadtgebiet Sachsenheim nur drei ausgebildete Helfer vor Ort, die allesamt in Großsachsenheim ansässig sind. Ihnen steht, dank einer Spende, inzwischen auch ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung, das mit Funk und Einsatzsignal ausgestattet ist. „Das Fahrzeug soll ab Oktober nach einer ausführlichen Einweisung, abwechselnd bei den Helfern vor Ort zu Hause stehen, die natürlich auch mit ihrem Privat-Pkw zu ihren Einsätzen fahren können“, erklärte die Bereitschaftsleiterin des DRK-Ortsverbands Sachsenheim.

Außerdem bekommt jeder Helfer vor Ort einen sogenannten Notfall-Rucksack, der neben einer persönlichen Schutzausstattung auch unterschiedliche Materialien für die Erstversorgung enthält. Rund 3000 Euro kostet dabei alleine die medizinische Ausstattung, welche der DRK-Ortsverband nur durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Bewirtungseinsätze erwirtschaften kann.

Ortschaftsrätin Larissa Weißschuh schlug vor, dass die Finanzierung der Notfallrucksäcke auch durch das Ortsteilbudget und die Bürgerstiftung Sachsenheim unterstützt werden könne. In der Zeit vom 17. Juli bis 11. September gab es in Sachsenheim insgesamt 97 Alarmierungen für die Helfer vor Ort, sieben davon in Häfnerhaslach, vier in Ochsenbach und drei in Spielberg. Die Alarmierung erfolgt über einen Funkmeldeempfänger oder eine Handy-App. „Wir wollen jetzt einen Arbeitskreis ‚Helfer vor Ort‘ gründen, bei dem Interessierte mitwirken können, die sich als Helfer vor Ort in Sachsenheim einbringen wollen, aber sonst nicht in der DRK-Bereitschaft aktiv werden möchten“, schilderte Berkemer-Ziegler. Auch Bürgermeister Holger Albrich will dieses Ansinnen von Seiten der Stadt Sachsenheim unterstützen.

Der städtische Feuerwehrkommandant Philipp Rousta, der ebenfalls in der Ortschaftsratssitzung anwesend war, merkte an, dass die Feuerwehr Sachsenheim die zusätzliche Aufgabe von „Helfern vor Ort“ nicht noch leisten könne. Die sogenannten „First Responder“ der Feuerwehr Freudental waren in der Vergangenheit bei Notfällen im Kirbachtal schon vor Ort.

Defibrillatoren in der Häfnerhalle verzeichnen

Stadtkommandant Rousta unterstützt jedoch die „Helfer vor Ort“-Bemühungen des DRK Sachsenheim und wies zugleich auf eine weitere App „Region der Lebensretter“ hin, bei der sich Freiwillige mit medizinischer Grundbildung registrieren können ebenso wie Kommunen ihre öffentlich zugänglichen Defibrillatoren.

Bei Notfällen werden die registrierten Helfer vor Ort lokalisiert und erhalten alle notwendigen Informationen zu ihrem möglichen Einsatz. Die Häfnerhaslacher Ortschaftsräte wollen im Rahmen dieser App auch die Defibrillatoren in der Häfnerhalle und der Verwaltungsstelle verzeichnen.  Michaela Glemser

 
 
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