Sachsenheim Hochbetrieb statt Ferienstille

Von Markus Wirth
Andreas Keller (links) und sein Kollege Sascha Zorzanello verlegen Gummimodule auf die Flächen unter den Bäumen, damit es bei Regen nicht mehr so matschig wird wie bisher. Foto: /Martin Kalb

Auf dem Schulcampus in Sachsenheim geht es auch in den Sommerferien hoch her.  

In den großen Ferien ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Schüler nicht auf das weitläufige Gelände des Schulcampus an der Oberriexinger Straße verirren – zumindest nicht freiwillig. Und doch regt sich Leben, sind eifrige Handwerker und Putzkolonnen unterwegs, es ist Musik aus dem Radio zu vernehmen, ebenso ein Hämmern und Fräsen. „Die Ferienzeit ist eben jene Zeit, in der all das gemacht werden kann, was unter dem Jahr nicht möglich wäre, ohne dass es groß den Schulbetrieb stören würde“, sagt Attilio Scaricamazza, einer der vier Hausmeister des Schulzentrums.

Freilich seien auch Pflegemaßnahmen dabei, die beinahe das ganze Jahr über zu tätigen seien, „zum Beispiel Unkraut jäten, Laub beseitigen und Müll entsorgen.“ Gerade das Laub sei in diesem Wahnsinnssommer ein Thema gewesen: „Die Bäume hatten starken Trockenstress und warfen viel stärker ihr Blattwerk ab als gewöhnlich.“

60 Klassenzimmer sind zu räumen

Erst jüngst standen größere Aktionen an, als er, sein Kollege und Mitarbeiter des Bauhofs jedes einzelne Klassenzimmer der vier Schulen und der Mensa ausräumten, damit die Putzkolonnen dort für klar Schiff sorgen konnten. „Natürlich müssen dann auch die ganzen Tische und Stühle wieder zurück in die Räume, das hält schon auf“, sagt der Hauswart – angesichts der über 60 Klassenzimmer in den vier Lehranstalten ein einleuchtendes Argument. In der Sporthalle wurde der Boden geschliffen und anschließend neu versiegelt, damit er wieder besser bespielbar ist.

An diesem Vormittag ist es auch für Ferienzeiten relativ ruhig, lediglich Mitarbeiter der Firma Dussmann aus Göppingen schauen nach der Elektronik, damit dann, wenn die Schule Mitte September wieder startet, alles reibungslos klappt. Wenn im Museum Veranstaltungen sind, gehört es auch zu den Aufgaben der Hausmeister, dafür zu sorgen, dass für die Gäste Getränke bereitgestellt sind, und auch dass der Jugendtreff und die Kita dann geöffnet sind, „wenn Leben in die Bude kommt“, erklärt Scaricamazza.

Matten für den Schulhof

Auf dem Schulhof verlegen Andreas Keller vom gleichnamigen Gartenbauunternehmen und sein Kollege Sascha Zorzanello Gummiprofile, die auf einer Kiesschicht ruhen. „Hier unter den Bäumen sammelte sich bislang immer der Regen, der nicht schnell genug ablaufen konnte bei den hier üblichen schweren Lößlehmböden“, sagt Keller, „und das gab schnell jede Menge Matsch, der an den Sohlen der Schüler kleben blieb und in den Schulräumen für ordentlich Dreck sorgte.“ Daher nun die Matten, die Kiesschicht dient dazu, dass die Module plan aufliegen.

Auch an die künftige Sicherheit wird dann, wenn Schüler und Lehrer Urlaub haben, gedacht. Scaricamazza: „Besonders wichtig ist die Überprüfung, Wartung und, im schlechtesten Fall, die Gangbarmachung von wichtigen Sicherheitskomponenten wie den Brandschutztüren und den Brandmeldeanlagen.“

Auch der Funktionsfähigkeit der Brandschutztüren und der Aufzüge gehe man nach. Dies werde aber an Fremdfirmen vergeben, ebenso die eben erst zurückliegende Isolierung der Rohre im Heizraum, da die Anlage über eine Hitzerückführung verfügt.

Heizraum ist ein gutes Stichwort, denn dort hält an diesem schwülen Vormittag Bertram Habiger von der Firma Comuna Metall aus Enger die einsame Stellung. Es rumpelt und brummt, und es ist noch stickiger und heißer als draußen, die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage gibt eine unglaubliche Hitze ab. „Ich bin hier eigentlich nur noch für die Restarbeiten zuständig. Ich habe soeben ein defektes Modul getauscht und bringe aktuell die ganze Hydraulik auf den neuesten Stand, damit in der kalten Jahreszeit dann wieder alles rund läuft und man keinen Ausfall befürchten muss,“ sagt der Fachmann aus Ostwestfalen.

Auch die Dachpflege ist wichtig

Jüngst ist Atillio Scaricamazza dem Schulcampus aufs Dach gestiegen und hat sämtliche Abflüsse untersucht. Er hat diejenigen, die verstopft oder nur noch sehr wenig durchlässig waren, von Laub und anderem Material befreit, die Dachkandeln in Augenschein genommen und dort, wo er Mängel entdeckte, diese gleich beseitigt.

„Wichtig ist auch die Dachbegrünung, die untersuchen wir, wenn wir schon einmal hier oben sind, auch immer gleich mit“, sagt der Hausmeister. Wie erwähnt arbeiten hier auch immer viele externe Firmen, Unternehmen und Handwerksbetriebe daran, dass in drei Wochen der Schulbetrieb wieder gewohnt rund läuft, deshalb sind Scaricamazza und seine drei Kollegen immer abrufbar, auch und gerade in den Sommerferien.

Die drei anderen sind seine Stellvertreterin Ulrike Dusch und die beiden weiteren Kollegen Hagen Koch und Francesco Carluzzo: „Das hat gute Tradition bei uns, dass wir uns die Ferien über aufteilen“, sagt der 51-Jährige, „zwei Kollegen schauen jeweils in der ersten, die zwei anderen in der zweiten Ferienhälfte danach, dass alles reibungslos vonstatten geht.“

Vier Hausmeister, viele Handwerker und Fachleute sorgen dafür, dass dann, wenn die Ferien zu Ende sind, wieder alles an seinem Platz, alles gewartet, geputzt und funktionstüchtig ist – damit der Schulbetrieb ohne Pleiten, Pech und Pannen verläuft.

 
 
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