Sachsenheim-Hohenhaslach Ja zum Anbau an die Kirbachschule

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Auf dem oberen Pausenhof der Kirbachschule in Richtung „grünes Klassenzimmer“ und Schulgarten soll ein Anbau mehr Raum für Klassen- und Lehrerzimmer schaffen.⇥ Foto: Werner Kuhnle

Die Gemeinderäte geben grünes Licht für eine abgespeckte Version der Machbarkeitsstudie für die Schule in Hohenhaslach.

Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort scheint nun auch auf die lange ersehnte Erweiterung und Sanierung der Kirbachschule zuzutreffen. Nachdem die Gemeinderäte 2019 noch das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie aus Kostengründen abgelehnt hatten, haben sie jetzt den Weg für die Neugestaltung der Grund- und Werkrealschule in Hohenhaslach geebnet.

„Das Komplettpaket 2019 als ganzheitliche Lösung konnten wir leider wegen der hohen Kosten nicht realisieren. Die Kostenschätzung lag damals bei 14 Millionen Euro, wobei heute aufgrund der Baupreissteigerungen mit rund 17,5 Millionen Euro gerechnet werden müsste“, machte der Leiter des Teams Hochbau bei der Stadtverwaltung, Michael Miorin-Bellermann, deutlich.

Neues Planungskonzept

Doch der Schulleiter der Kirbachschule, Rainer Graef, gab nicht auf und suchte mit dem Architekten der Machbarkeitsstudie, Gerhard Wolf, nach Einsparpotenzialen. Das Ergebnis ist eine neue Planungskonzeption, die sich in zwei Bauabschnitte gliedert: Zunächst soll an das Bestandsgebäude der Kirbachschule ein Erweiterungsbau angeschlossen werden, der auf dem oberen Pausenhofareal am Rande des Schulgartens und der Weinberge Platz findet. Er wird direkt an das heutige Schulfoyer angeschlossen, wobei es im Neubau auch noch einen zweiten Treppenaufgang ins Obergeschoss geben soll.

Im neuen Anbau können im Erdgeschoss der Musiksaal mit Lagerfläche und zwei neue Klassenzimmer angeordnet werden. Der Raum des jetzigen Musiksaals wird umgestaltet, um Platz für Geräteräume und ein weiteres Klassenzimmer zu erhalten. Ins Obergeschoss des Neubaus sollen Arbeits- und Besprechungszimmer sowie Toiletten für die Lehrer kommen. „Im Zuge des ersten Bauabschnitts soll das Bestandsgebäude auch energetisch auf einen modernen Stand gebracht werden. Es besteht auch die Möglichkeit einen Aufzug einzubauen, da ein Luftraum dafür vorhanden ist. So wäre die barrierefreie Erschließung der Stockwerke möglich“, erläuterte Planer Wolf.

Diese vor allem brandschutztechnische Erneuerung des Bestands der Kirbachschule ist auch dringend notwendig ebenso wie die Integration der vier Klassen, die in die Bergschule an der Hohenhaslacher Kirche ausgelagert sind. Das Landratsamts duldet diese Außenstelle aktuell nur noch, weil die Erweiterung geplant ist. Durch den Neubau und die Umgestaltung können die vier Grundschulklassen von der Bergschule künftig im Schulgebäude an der Klingenstraße unterrichtet werden.

In einem zweiten Bauabschnitt können in einem Solitärbau auf einem Teil der Grünfläche des Pausenareals die Schulmensa und eventuell Räume für die Ganztagsschule errichtet werden.

Die Kostenschätzung beziffert die Ausgaben für den ersten Bauabschnitt auf rund 10,4 Millionen Euro. In die Mensa müssten weitere rund 1,3 Millionen Euro investiert werden.

Ganztagsgrundschule im Blick

„Wir sollten aber vorher schon planen, wie viele neue Räumlichkeiten gebraucht werden, wenn das Angebot der Ganztagsgrundschule umgesetzt werden muss“, machte Thomas Wörner (GLS) deutlich. Dafür sprach sich auch Schulleiter Graef aus: „Es geht nicht um das Verwirklichen einer Traumschule, sondern um das Erledigen von Pflichtmaßnahmen. Die abgespeckte Version bietet die Möglichkeit, den Standort der Kirbachschule auch in Zukunft attraktiv zu gestalten. Wir brauchen aber auch räumliche Optionen für den Ganztag, die bereits jetzt mitgedacht und vorgeplant werden müssen.“ Während des Umbaus sollen die Klassenzimmer teilweise in Container ausgelagert werden.

Die Bauphase könnte frühestens im Sommer 2024 beginnen, da zuvor noch ein Bieterverfahren stattfindet, bis im Winter 2022/2023 die Planungsleistungen endgültig vergeben werden. Die Bauzeit beläuft sich auf rund 18 Monate, sodass frühestens im Winter 2025/2026 mit der Fertigstellung zu rechnen ist.

 
 
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