Sie waren im alten Ägypten heilig, sind seit Jahrtausenden treue Begleiter der Menschheit und fanden aufgrund ihrer immer etwas geheimnisvollen Aura, ihrer kindlichen Verspieltheit und ihrer dennoch distanzierten Vertrautheit Niederschlag in der Kunst – die Katzen. Der Deutschen liebstem Haustier ist nun eine Sonderausstellung im Stadtmuseum mit dem Titel „Alles für die Katz? Künstler sehen Katzen“ gewidmet.
Sachsenheim Katzen, Kunst und Kurioses
Die Sonderausstellung „Alles für die Katz? Künstler sehen Katzen“ ist bis einschließlich 11. Oktober im Stadtmuseum zu sehen.
Kurator Joachim Wagenblast, der vor allem die Kunstdrucke, aber auch Originalgemälde der Ausstellung beisteuert, gibt zu, selbst keine Katzen zu besitzen, „aber sie faszinieren mich ungemein.“ Er schätzt an den Samtpfoten ihre Fähigkeit, sich nicht ohne Weiteres anzupassen, respektive anpassen zu wollen: „Katzen sind, anders wie etwa Hunde, Freigeister.“
Katzen haben Künstler inspiriert
Und sie haben unzählige Künstler inspiriert, sie auf verschiedene Arten auf Leinwand zu verewigen – ob als Ölgemälde, Radierung, ob als Holz- oder Linoleumschnitt oder als Aquarell, immer stehen die geschmeidigen Räuber im Mittelpunkt. Zu den an die 100 zum Teil großflächigen Kunstwerken und Plastiken kommt noch zumindest ein Teil der riesigen Sammlung von Katzen aller Art dazu, die das Ehepaar Renate und Christian Reimann aus Aalen-Wasseralfingen hegt, pflegt – und immer noch erweitert: „In den rund 45 Jahren der Sammelleidenschaft haben wir weit mehr als 5000 Exponate zusammengetragen“, erzählt Christian Reimann, der – wenig überraschend – über einen Kater zu seiner Sammelleidenschaft gekommen ist, die er mit seiner Frau teilt. „Uns wurde damals unser Felix geschenkt, und nach und nach meinten unsere Freunde und Bekannten, uns Geschenke mitzubringen, die ebenfalls mit Katzen zu tun hatten. Das wiederum hat unsere Sammelleidenschaft geweckt, und so haben wir fortan Floh- und Antikmärkte abgeklappert, waren auf Onlinebörsen unterwegs und haben auch von unseren Reisen immer etwas mitgebracht, was mit den Stubentigern zu tun hat“, ergänzt Ehefrau Renate.
Museumsleiterin Dr. Claudia Papp, selbst „Katzenmama“, freut sich jedenfalls über die beinahe unglaubliche Vielfalt, mit der die Vertreter der Spezies Felidae bis einschließlich 11. Oktober hier Station machen werden: „Die ersten Kindergartengruppen haben sich schon angemeldet“, sagt sie und hofft auf weiterhin gute Resonanz, denn auch Katzenfreunde aus Sachsenheim und der Region haben bereits Bilder ihrer Fellträger eingesandt – diese werden am Anfang der Ausstellung auf einem Bildschirm gezeigt.
Auch als Salzstreuer und Puzzle
Dass Katzen nicht nur Franz Marc, Simon Dittrich, Friedensreich Hundertwasser, Pablo Picasso oder Otmar Alt in ihrer Kreativität beflügelt haben, zeigen die Reimannschen Exponate: Katzen in allen möglichen Formen, Farben und Gegenständen. Hier tauchen sie als Puzzle auf, als Bleistiftspitzer, als Stempel, Schachspiel, in verschiedenen Arten von Blechspielzeug, aber auch als Kuriositäten – als Kaffeeservice und als Salzstreuer oder Korkenzieher.
Eines der wertvollsten Stücke ist ein Steiff-Katerle auf vier hölzernen Rollen aus der Zeit um 1920, für welches Christian Reimann „vor ungefähr 30 Jahren“ schon einen Betrag im mittleren dreistelligen Bereich hinblättern musste: „Eine Rarität, und dass sie aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammt, zeigt der silberne Knopf im Ohr, bei späteren Modellen war er – und ist es bis heute – golden.“ Katzen bereichern unser Leben seit Jahrtausenden, und diese Ausstellung beweist dies eindrucksvoll.
