Sachsenheim legte in den vergangenen Jahren an Einwohnern kräftig zu. Neubaugebiete – wie beispielsweise das „Ost III“ um Milanstraße, Bussard- und Falkenweg am Rand von Kleinsachsenheim – wurden erschlossen, und nach wie vor ist die Stadt mit ihren Teilorten auch dank der gewachsenen industriellen Infrastruktur, vornehmlich in den Gewerbegebieten „Eichwald“ und „Holderbüschle“, bei Auswärtigen und Häuslebauern gefragt.
Sachsenheim „Kein Baugrundverkauf auf Teufel komm raus“
Im Neubaugebiet in Ochsenbach läuft die Aufsiedlung gut, in Häfnerhaslach ist noch Luft nach oben. Die BZ hat bei der Stadtverwaltung über den Status quo nachgefragt.
Wie ist der aktuelle Stand der Aufsiedlungen in den aktuell entstehenden Baugebieten, wird es weitere Erschließungen geben – und wie steht es um eine mögliche geplante Infrastruktur dort? Die BZ hat Arved Oestringer vom Amt für Wirtschaftsförderung über den aktuellen Stand befragt.
Alle Plätze in Ochsenbach verkauft
„Die Vermarktung und Nachfrage laufen gut“, sagt er, „im Stadtteil Ochsenbach sind im Wohngebiet ,In den Gärten’ alle Bauplätze verkauft. Hier freuen wir uns schon bald über neue Einwohner.“
Für die „Talaue“ in Häfnerhaslach, dem kleineren der beiden Gebiete mit 13 projektierten Wohneinheiten (in Ochsenbach sind es 22) würden andere Bedingungen gelten: „Zum einen ist der Stadtteil etwas weiter vom Zentrum entfernt, zum anderen kommen derzeit Herausforderungen wie die wirtschaftliche Allgemeinlage auf Hausbauer zu“, so Oestringer. Gleichwohl sei Häfnerhaslach ein attraktiver Wohnort und so sei in der „Talaue“ bereits mit dem Bauen begonnen worden, ein weiterer Bauplatz befinde sich im Verkauf. Er gibt jedoch zu bedenken, dass die „Talaue“ auf absehbare Zeit das letzte bebaubare Gebiet in Häfnerhaslach sein wird, daher sei es nicht geboten, die Plätze sofort „auf Teufel komm raus“ zu vermarkten.
Denn: „Um dem Stadtteil Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist es nicht abträglich oder tragisch, wenn ein paar Bauplätze in näherer Zeit nicht verkauft werden. Wir gehen davon aus, dass mittelfristig alle Plätze veräußert sein werden. Damit können wir auch etwaige Nachfragen aus dem Kirbachtal bedienen.“
„Infrastrukturell gut aufgestellt“
Infrastrukturelle Ergänzungen wie beispielsweise eine Kindertagesstätte, ein Kindergarten oder ein Nahversorger seien, so Oestringer, nicht angedacht und auch nicht der Notwendigkeit geschuldet: „In beiden Stadtteilen gibt es Kindergärten, die auch den Bedarf der jeweiligen Wohngebiete abdecken können.“ Zur Versorgung mit Lebensmitteln gebe es sowohl direkt lokale Einkaufsmöglichkeiten wie den Kirbachhof zwischen Häfnerhaslach und Ochsenbach als auch einen Supermarkt, einen Bäcker und eine Metzgerei in Hohenhaslach, die in kurzer Zeit von beiden Orten aus erreichbar seien. Den genauen Zeithorizont, wann in etwa das letzte Haus hochgezogen wird, kann er zumindest für Ochsenbach konkretisieren: „Da es Bauverpflichtungen gibt, wird Ochsenbach bis 2028 abgeschlossen sein müssen.“
In Häfnerhaslach lasse sich dies nicht exakt beziffern, sagt der Verwaltungsfachmann und fügt hinzu: „Ein Zeithorizont von maximal fünf bis zehn Jahre dürfte jedoch ein schätzbarer Wert sein.“ Sicher hingegen sei aber, dass im dritten Baugebiet, dem „Birkenfeld“ am östlichen Rand von Kleinsachsenheim, schon bald die Bagger anrollen werden: „Die Erschließung beginnt im November, die Vermarktungen planen wir im März oder April kommenden Jahres.“ Vor etwaigen weiteren Neubaugebieten setzt Oestringer zunächst einmal ein Fragezeichen: „Die Stadt erörtert im Rahmen der Stadtentwicklung stetig Bebauungsmöglichkeiten und wägt ab, ob diese sinnvoll, notwendig oder angezeigt sind.“ Durch die drei genannten Gebiete schaffen schaffe man jedoch sehr viel Wohnraum.“
Sozialer Wohnraum inklusive
Dieser erfülle insbesondere die Bedürfnisse von Familien, etwa im Kirbachtal, als auch von Menschen, die nicht so viel für eine Wohnung zahlen könnten, in Kleinsachsenheim.
Das „Birkenfeld“ solle und werde beispielsweise auch sozialen Wohnraum inkludieren. Auf diese Weise werde man alle Statusgruppen, die Wohnungen benötigten, bedienen und den Wünschen gerecht werden können, so Arved Oestringer.
