Das Gebäude der altehrwürdigen Kelter in Häfnerhaslach ist dank des Engagements von Ortschaftsräten und aus der Bürgerschaft weitgehend von Gerätschaften und sonstigen Gegenständen freigeräumt worden. Auch das Loch im Boden an der Stelle, wo die einstige Weinpresse stand, soll von den Mitarbeitern des Sachsenheimer Bauhofs noch bis zum Häfnerhaslacher Weihnachtsmarkt im Dezember geschlossen werden.
Sachsenheim Kelter und Verwaltungsstelle im Fokus
Die Häfnerhaslacher Ortschaftsräte wollen die historischen Gebäude in ihrer Ortsmitte nicht einfach aufgeben.
„Potenzial für vielfältige Nutzung“
„Unsere Kelter hat großes Potenzial für eine vielfältige Nutzung. Wir werden jetzt ein Nutzungskonzept für eine Veranstaltungsstätte und einen Marktplatz in der Kelter ausarbeiten. Anschließend kann es eine Untersuchung für eine Sanierung geben“, sagte die Häfnerhaslacher Ortsvorsteherin Claudia Volk. Bereits beim diesjährigen Weihnachtsmarkt soll die Kelter zum Ort der Begegnung werden.
Ortschaftsrat Jörg Schantel empfand die veranschlagten 35.000 Euro für ein Gutachten zur Erneuerung der Kelter als zu hoch. Martin Hirsch wiederum gab zu bedenken, dass auch die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden müssen. „Wir werden für das Projekt Kelter die Unterstützung aus der gesamten Bürgerschaft brauchen, denn allein können wir es nicht stemmen“, betonte Ortsvorsteherin Volk.
Bereits zwei Erneuerungsgutachten liegen für die Sanierung der Häfnerhaslacher Verwaltungsstelle in der Nähe der Kelter vor. Die Ergebnisse sind ähnlich, denn es konnten Fehler bei der Erneuerungsmaßnahme Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre festgestellt werden, die zu großen Schäden vor allem an der Balkenkonstruktion geführt haben. „Die Standsicherheit des Gebäudes ist aktuell gegeben und auch der Sitzungssaal kann in der Verwaltungsstelle genutzt werden. Allerdings ist dies nur mit begrenzter Personenzahl möglich, da dort die Deckenbalken ins Untergeschoss nicht untersucht wurden“, so Volk.
In diesem Monat soll die Notsicherung an der Giebelseite des Gebäudes mit einer vorgestellten Holzkonstruktion mit Schutznetz für Kosten von rund 78.636 Euro errichtet werden. Damit soll verhindert werden, dass Gefacheteile aus der Fachwerkkonstruktion auf die Straße und vorbeilaufende Passanten fallen. Die Investitionen in eine Gesamtsanierung der Häfnerhaslacher Verwaltungsstelle hatten die beauftragten Gutachter auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert.
Ortschaftsrat Martin Hirsch merkte an, dass die Sanierungsmaßnahme der Verwaltungsstelle in den 1980er-Jahren unter Aufsicht der Verantwortlichen der Stadtverwaltung erfolgt sei. „Wie konnten dabei diese Sanierungsfehler passieren? Nachdem das Wasser immer wieder an den Eichenbalken stand, sind sie kaputt. Jetzt ist nichts mehr zu machen“, so Hirsch. Er erinnerte daran, dass inzwischen Geld für Gutachten und eine Notsicherung ausgegeben worden sei, das besser in die Erneuerung des Gebäudes investiert worden wäre.
Auch sein Ortschaftsratskollege Wolfgang Möbus verwies darauf, dass er im Sachsenheimer Gemeinderat ausführlich auf die Situation der Verwaltungsstelle in Häfnerhaslach aufmerksam gemacht habe, aber dort auf wenig Interesse an diesem Thema gestoßen sei. „Mir wurde mitgeteilt, dass die Erneuerung unserer Verwaltungsstelle nicht auf der Prioritätenliste für den Haushalt stehe“, sagte Möbus.
Ortsvorsteherin setzt auf Klausurtag des Gemeinderats
Die Häfnerhaslacher Ortsvorsteherin Volk setzt auf die Klausurtagung der Sachsenheimer Gemeinderäte zum Haushalt 2026, die in diesen Tagen stattfinden wird. „Wir wissen, dass bei der Stadt das Geld für eine Komplettsanierung nicht vorhanden ist. Aber wir brauchen bei der Verwaltungsstelle eine schrittweise Erneuerung. Die Notsicherung ändert am Zustand des Gebäudes nichts“, so Volk.
Auch Ortschaftsrat Hirsch stellte noch einmal ausdrücklich klar, dass ein solches historisches Gebäude in exponierter Lage nicht einfach aufgegeben werden dürfe. Er beklagte, dass er erst der Stadtverwaltung mitteilen musste, dass die Balken der Verwaltung im Wasser stehen, weil Wasser ins Gebäude eingedrungen war, bevor überhaupt etwas geschehen sei. Ein Bürger regte in der Einwohnerfragestunde an, einen Investor für die Erneuerung der Verwaltungsstelle zu suchen, um das Gebäude instand zu setzen und erhalten zu können.
