Sachsenheim Konsolidierung ist das Gebot der Stunde

Von Markus Wirth
Ein Investitionsschwerpunkt in den kommenden Jahren liegt auf dem Ausbau der Schulen, etwa der Kirbachschule oder, wie auf unserem Bild, des Schulzentrums in Großsachsenheim. Foto:  

Sinkende Gewerbesteuereinnahmen, anstehende Investitionen und gestiegene Ausgaben – der im Gemeinderat vorgestellte Haushaltsplan für 2026 lässt wenig Gestaltungsspielraum zu.

Viele Kommunen und Städte stehen, was ihre aktuelle finanzielle Situation anbelangt, mit dem Rücken zur Wand. Vielerorts müssen Investitionen vertagt, Haushaltssperren verhängt, der Mangel verwaltet werden. Die Rahmenbedingungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und durch weltpolitische Unwägbarkeiten sind nicht gerade rosig.

Auch Bürgermeister Holger Albrich ging im Vorfeld der Vorstellung des Haushaltsplans 2026 durch Kämmerer Lars Roller auf den Status quo der Stadt ein, vermied es jedoch, in ein Klagelied einzustimmen, sondern versuchte, die gegenwärtige und künftige Situation möglichst sachlich darzustellen: „Die Kommunen haben auf Grund dramatisch wegbrechender Einnahmen bei zunehmenden Aufgaben und Ausgaben immer weniger Geld, um ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen.“

Gegen eine Haushaltssperre

Dennoch sehe man grundsätzlich – auch für 2026 – von einer Haushaltssperre ab. Besorgniserregend sei nicht nur die Tatsache, dass vom Zweckverband Eichwald keine Steuerausschüttungen an die beteiligten Kommunen zu erwarten seien, sondern auch das antizipierte Defizit von zwölf Millionen Euro im kommenden sowie je zwischen sieben und 13 Millionen Euro Minus für die folgenden Jahre bis 2029.

Daher gelte, so der Rathauschef, für den kommenden Haushalt, das Bestehende zu erhalten, Geplantes mit Bedacht anzugehen und Investitionen auf das Notwendigste zu beschränken. Zusätzliche Belastungen wie stetig steigende Kreisumlagen legten diesen umsichtigen Kurs der Konsolidierung zusätzlich nahe.

Dennoch zeige er sich zuversichtlich, angestrebte Investitionen gerade im Bereich der Schulen und allgemein beim Thema Bildung – auch angesichts der von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Finanzspritze von 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen – verwirklichen zu können. Albrich: „Unsere hohen Ausgaben sind auch darauf zurückzuführen, dass wir heute Investitionen in unsere Zukunft tätigen, von denen wir langfristig und nachhaltig profitieren werden.

„Weiter an einem Strang ziehen“

Wichtig sei zudem, dass man weiterhin an einem Strang ziehe und man Prioritäten setze, welche die Grundlage dafür legten, dass Sachsenheim auch in Zukunft eine lebenswerte und prosperierende Stadt sein werde. Kämmerer Lars Roller untermauerte die Ausführungen des Bürgermeisters mit dem folgenden Zahlenwerk, welches klarmachte, dass der Spielraum der Ratsfraktionen, bis zur Januarsitzung Wünsche und Anregungen für den Haushalt einzubringen, recht überschaubar bleiben dürfte.

Der Ergebnishaushalt weist für das kommende Jahr Erträge in Höhe von 62,27 Millionen Euro und Ausgaben von 74,31 Millionen Euro aus. Daraus ergibt sich ein Fehlbetrag von 12,04 Millionen Euro. 2025 stand der Ergebnishaushalt noch mit „nur“ 3,94 Millionen Euro in der Kreide. Im Finanzhaushalt stehen Einzahlungen aus Investitionen in Höhe von knapp 8,3 Millionen Euro den Auszahlungen aus Investitionen in Höhe von etwa 17,925 Millionen Euro gegenüber, was einen Finanzierungsbedarf von 9,62 Millionen Euro notwendig macht.

Weniger Gewerbesteuer

Haupteinnahmequellen im Ergebnishaushalt sind vornehmlich Steuereinnahmen sowie Fördergelder und Zuschüsse, gefolgt von Entgelten aus öffentlichen Leistungen und Kostenerstattungen. Gerade bei den Steuereinnahmen geht der Plan für 2026 im Bereich der Gewerbesteuer lediglich noch von Einnahmen von prognostizierten 10 Millionen Euro aus, das wären 5,4 Millionen Euro weniger als im vorigen Haushaltsplan. Auch bei der Grundsteuer A/B wird ein Minus von 130.000 Euro antizipiert. Die Erträge hingegen steigen bei den FAG-Zuweisungen um 1,466 Millionen Euro.

Einnahmen im Finanzhaushalt rühren vor allem aus Grundstückserlösen (plus 550.000 Euro), an Zuweisungen und Zuschüssen sind es jedoch rund 1,1 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Der Löwenanteil der Ausgaben betrifft laut Plan mit knapp 9,5 Millionen Baumaßnahmen wie die Sanierung der Kirbachschule Hohenhaslach, die erste Rate für den Neubau der Grundschule am Schulzentrum in Großsachsenheim sowie der Breitbandausbau in Hohenhaslach, weiterhin Investitionsfördermaßnahmen (4,63 Millionen) sowie der Erwerb von Grundstücken (2,7 Millionen).

 
 
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