Sachsenheim Konzentration am Lichtgewehr

Von Markus Wirth
Durch Kimme und Korn: Bernd Scheicher steht den Ferienkindern mit Rat und Tat zur Seite und erklärt ihnen, worauf es beim Schießen mit dem Lichtgewehr ankommt. Foto: /Oliver Bürkle

Zehn Kinder  zwischen acht und elf Jahren lernen beim Schnuppertraining des Sportschützenvereins Kleinsachsenheim, wie man mit Konzentration und einer ruhigen Hand erfolgreich trifft.

Luca schaut konzentriert durch Kimme und Korn, setzt an und schießt. Doch das einzige, was man hört, ist das Klacken des Abzugs. „Unsere neuen Lichtgewehre schießen mit Hilfe eines Laserpointers“, sagt Bernd Scheicher. Der 44-Jährige ist Trainer beim Kleinsachsenheimer Sportschützenverein, der heute, an diesem brüllend heißen Nachmittag, zehn Ferienkinder zwischen acht und elf Jahren zu Gast hat.

„Dank der Lichtgewehre können wir dieses Schnuppertraining nun auch für jüngere Kinder anbieten“, sagt Scheicher, denn wird mit herkömmlichen Luftgewehren geschossen, ist das Mindestalter auf zwölf Jahre festgelegt.

Konzentration und ein gutes Auge

Hier, in der Halle, ist es im Gegensatz zu draußen angenehm kühl, was auch der Konzentration der Kinder zugute kommt, denn diese gehört zum Sportschießen dazu wie ein gutes Auge, eine ruhige Hand und Konzentration.

Die Lichtgewehre liegen der besseren Stabilität wegen auf kleinen mit Sand gefüllten Säckchen, dauernd ist das Klackern der Abzüge zu vernehmen. „Ich habe eine 10,3 geschossen“, jubelt Emil, und bekommt ein Lob vom Jugendtrainer – was durchaus verständlich ist, denn das höchste der Gefühle, die Mitte der Zielscheibe, ist eine 10,9, das schlechteste Ergebnis eine Null – „oder auch Fahrkarte genannt“, weiß Scheicher, der seit seinem zwölften Lebensjahr bei den Sportschützen Mitglied ist: „Für mich war das ruhige und konzentrierte Schießen, damals auf dem Luftgewehr mit Kaliber 7,5 Millimeter, ein schöner Ausgleich zum schnellen und temperamentvollen Handballsport, und so freute ich mich immer auf einen gelungenen Wochenausklang, wenn ich Freitagabends bei den Schützen war.“ Dass heute zehn Kinder zu Gast sind – im Nebenraum erklärt Jugendtrainer Jens Szeibert vier Jungen, wie ein Gewehr aufgebaut ist und wie man es auseinanderbaut und wieder zusammensetzt – hat auch den Sinn, eventuell Nachwuchs zu generieren.

Denn wie bei vielen Vereine schaut es auch hier mau aus. Scheicher: „Wir haben gerade nur noch einen Jugendschützen, da hoffen wir doch, dass es den Kindern gefällt und der eine oder die andere bei uns anheuert.“ Und ältere Kinder als die, die heute zu Gast sind, haben meist einen anderen Verein, in dem sie sich engagierten und somit verbleibt da keine Zeit für den Schützenverein, weiß Scheicher aus Erfahrung.

Dennoch sei man im Verein, der 1954 gegründet wurde, mit rund 100 Mitglieder gut aufgestellt, auch in technischer Hinsicht sei man sehr gut ausgestattet und verfüge mit den drei modernen Schießständen – Luftgewehr zehn Meter, Kleinkaliber 50 Meter sowie Pistole 25 Meter – und insgesamt 26 Schützenständen über eine der besten Anlagen in der Region. Wenn gerade kein Betrieb mit den Lichtgewehren ist, erklärt Scheicher, werde umgesattelt, und die moderne Lichtanlage, in diesem Jahr erst installiert, misst den Bleieinschlag der herkömmlichen Gewehre.

Schüsse werden genau gemessen

Durch diese „Red-dot-Anlage“ sei man imstande, die Einschläge aufs Zehntel genau zu messen, wo es früher nur in halben Schritten zwischen Null und Zehn ging. „Die Lichtgewehre sind nicht nur sehr ruhig, sondern auch sehr wartungsfreundlich“, sagt Scheicher. So müsse man nach dem Gebrauch nichts reinigen, und auch die Bestückung mit Munition entfalle. Freilich sei ein Gewehr nicht gerade billig, und daher habe man sich neben den beiden eigenen noch vier von einem anderen Sportschützenverein geborgt. „Wir sind gut vernetzt und uns gegenseitig freundschaftlich verbunden, da hilft man sich gerne gegenseitig.“ Nun ist erst einmal eine kleine Trinkpause angesagt, bevor es dann für die sechs Kinder hinüber zur Theorie und Jens Szeibert geht und die vier Jungs dafür schießen dürfen.

 
 
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