In Niederhaslach ging es übers Wochenende hoch her. Einmal mehr etwa 2500 Besucher waren an die Vaihinger Straße gekommen, um dort auf einem riesigen Ackergelände rund 200 historische Schlepper, Traktoren, Bulldogs und anderes mehr zu erleben. Auch dieses 18. Event der Schlepperfreunde Hohenhaslach blieb ein Magnet für große und kleine Fans aus der ganzen Region und darüber hinaus.
Sachsenheim Kraftprotze aus der Vergangenheit
Die 18. Raritäten-Schau der Schlepper-Freunde Hohenhaslach war für die Besucher eine Attraktion.
Technisches Kulturgut
Schon am frühen Samstagvormittag tuckerten, qualmten, dampften und ratterten die mehr oder weniger baumstarken ersten Raritäten, die meistens um die 60 bis 100 Jahre auf der Haube haben, aus allen Himmelsrichtungen heran, um sich zur Schau zu stellen. In Reih‘ und Glied glänzten die Oldies dann bei rechtzeitig eingetroffenem Sonnenschein um die Wette – übersah man mal unter den picobello gewienerten Exponaten doch auch etliche korrosive Vehikel. Bemerkenswert, dass die ersten Gäste bereits am Montag angereist waren und oberhalb des Geländes ein kleines Camping-Dörfle eingerichtet hatten.
Der Trend zu Erhaltung dieses technischen Kulturgutes, zur Pflege der Tradition und der Spaß an derlei Schleppern und landwirtschaftlichen Gerätschaften hält durchaus an. „Der Opa oder Vater vermacht sein Sammelgut eben später an die Kinder und Enkel, sofern die den Platz dazu haben“, weiß der Vorsitzende der 2007 auch wegen fiskalischer Aspekte gegründeten 80-Mitglieder-Gemeinschaft Schlepperfreunde Hohenhaslach Dieter Mollenkopf aus eigener Erfahrung. „Wir jedenfalls sind gut aufgestellt, ziehen die Jungen nach“, konstatiert der selbstständige Tiefbaufirmenchef, auch Landwirt und Besitzer von noch rund einem Dutzend Schlüter-Schleppern aus Freising mit Freuden.
Mollenkopf besitzt allerdings auch ein Niederhaslacher Feuerwehrfahrzeugle aus dem Jahr 1930, das einst der Firma Südzucker in Stuttgart-Münster als Werkslöschzug diente und nun zusammen mit einem gewitzt in Eigenbau präparierten DDR-Motorrad am Eingang des Ausstellungsgeländes gleich im Blickpunkt der bis aus dem Bayerischen Wald gekommenen Besucher stand.
Mistbagger und Mähbinder
Das traf auf dem Feld dann auf eine Fülle von mit bis zu 500 PS bestückten und materiell gesehen bis hin zu 40.000 Euro wertvollen Relikten aus der guten alten Zeit zu. Beispielsweise auf das Transmissionsgerät, das die Hohenhaslacher Marcus und Nick Weiberle vorführten, deren klapprigen 1958er-Mistbagger samt Misthaufen, oder etwa auf den mitunter heute noch eingesetzten 95 Jahre alten Mähbinder aus Brackenheim-Hausen und auf die imposante Galerie an Bulldogs zu. Ein uralter Exot davon stammt gar von dem argentinischen Unternehmen „Pampa“, heute im Besitz eines Ausstellers aus Ostelsheim (Calw). Im besonderen Fokus der Betrachter stand erneut auch ein Fendt-Holzgas-Traktor Baujahr 1941/42 sowie eine historische Rheinstahl-Hanomag-Straßen-Zugmaschine der Experten-Familie Danner aus Tamm.
„Dreschen wie damals“
Zum Schleppertreffen am Tor zum Kirbachtal gehörten auch ein sehr gut besuchter Live-Musik-Abend am Samstag in der riesigen „Festhalle“ und am Haupttag Sonntag die Vorführung historischer landwirtschaftlicher Geräte samt „Dreschen wie damals“.
Waren es für das eigens angereiste Quintett aus dem Bayerischen Wald „Freundschaftspflege und das bekannte Wohlfühlgefühl“ Grund genug, anzureisen, so ist es beispielsweise für Günter Schweizer aus Stetten am Heuchelberg demnach „Ehrensache“, bei diesem Schlepper-Treffen erneut dabei zu sein: „Es ist immer wieder richtig interessant. Man trifft alte, gleichgesinnte Bekannte. Es macht einfach Spaß in Niederhaslach.“ Walter Christ
