Derzeit haben wir keine Senioren, denen wir die Bücher nach Hause bringen können“, sagt Stephanie Junk von der Stadtbücherei, und es klingt leicht bedauernd.
Sachsenheim „Lektüre muss für alle da sein“
Für Senioren gibt es den Service der Stadtbücherei Sachsenheim, sich Lesestoff nach Hause bringen zu lassen, aktuell nutzen sie die „Bücher auf Rädern“ jedoch nicht.
Denn schon seit einigen Jahren gibt es in Sachsenheim die „Bücher auf Rädern“, ein Angebot, welches sich vor allem an ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Mitbürger aus der Stadt und deren Teilorten richtet. „Das machen wir schon einige Jahre, das hat schon vor Corona angefangen.“ Freilich seien einige der Nutzer mittlerweile verstorben, aber dass aktuell kein Senior das Angebot nutzt, findet sie schade, „denn es macht mir immer sehr viel Freude, den Menschen die gewünschten Bücher ins Haus zu bringen“. Das gehe bei kurzen Distanzen immer zu Fuß, aber auch weit abgelegene Wohngebiete wie beispielsweise in Häfnerhaslach würden stets bedient.
„Damit die älteren Menschen genug Zeit zum Lesen haben, gleichen wir die Ausleihzeiten an, und wenn absehbar ist, dass die gewünschten Bücher nicht alle vollständig gelesen werden können, verlängern wir die Leihe gerne“, verdeutlicht sie.
Weit mehr als nur Bücher leihen
Nun sei es nicht so, dass den älteren Sachsenheimern die Lust am Lesen vergangen sei, sagt Junk und lacht: „Viele lassen es sich nämlich nicht nehmen, selbst zur Stadtbücherei zu kommen, und wenn es mit ihrem Rollator ist.“ Dennoch wolle man gerne Werbung in eigener Sache machen und für „Bücher auf Rädern“ werben, auch wenn der Terminus dem Angebot nicht ganz gerecht wird, „denn die Leute können nicht nur Bücher entleihen, sondern einfach all das, was wir in unserer Mediathek aktuell führen.“ Das seien nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher, Hörbücher, Zeitschriften. Musik-Tonträger wie beispielsweise CDs, aber auch DVDs und – ebenfalls sehr beliebt – Gesellschafts- und Brettspiele.
Auch Schulen machen gerne mit
Bei einem Bestand von aktuell rund 8100 Büchern in Belletristik, 7000 Exemplaren im fachliterarischen Bereich und mehr als 80 Zeitschriftentiteln für Erwachsene geht der Lese- und Hörstoff nicht aus, hinzu kommen laut Junk noch 14.000 Bücher, 5200 digitale Medien wie CDs, Tonies und vieles mehr aus dem aktuellen digitalen Medienbereich für Kinder und Jugendliche jeden Alters.
Und – es seien auch die Schulen und Kindergärten, die das Angebot gerne annähmen und sich die Medien in den Klassen- oder Gruppenraum liefern ließen. „Wir sind eine öffentliche Einrichtung, und die soll und muss auch für jene da sein, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.“ Lektüre müsse für alle zugänglich sein. Daher sei man stolz auf die „Bücher auf Rädern“, denn für ein gutes Buch sei man nie zu alt, und Lesen halte auch geistig fit, betont Stephanie Junk.
Aktuell fehle ihr das Ausliefern der gewünschten Ware. „Aber vielleicht haben wir bei dem einen oder anderen älteren Bürger nun doch etwas die Neugierde geweckt und er oder sie schaut bei uns vorbei oder ruft uns an. Das würde uns freuen“, sagt Stephanie Junk.
