Sachsenheim Lernen in den Ferien kommt gut an

Von Markus Wirth
Beim Abschlussfest der „Sommerschule“ stand auch ein Theaterspiel auf dem Programm. Foto: /Martin Kalb

Ferienspaß mit Unterricht kann eine spannende Sache sein. Den Viert- bis Sechstklässlern hat es gefallen.

Die Sommerferien sind dazu da, all das zu tun, was unterm Jahr, wenn Schule ist, etwas in den Hintergrund tritt: faulenzen, verreisen, Fünfe gerade sein lassen.

Die Sommerferien sind auch dazu da, all das zu tun, was unterm Schuljahr Tagwerk ist: Vokabeln lernen, Grammatik üben, Rechenaufgaben lösen. Was hier scheinbar ein Widerspruch zu sein scheint, ist Programm – bei der Sommerschule in Sachsenheim, die einfach Ferienspaß mit Lerneinheiten miteinander verquickt. Zwischen dem 4. und 10. September, täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr, hatte die Sommerschule geöffnet, um die Teilnehmer nicht nur individuell beim Lernen zu unterstützen, sondern auch soziale Kompetenzen zu fördern.

Kreativ, spielerisch, sportlich

Kreatives Arbeiten, Spiele und sportliche Betätigung rundeten das Angebot ab. Dass die Sache klappt, das haben die vergangenen Jahre bewiesen, und auch Verena Gebre als federführende Lehrerin, die sich auf ihre Kollegen Nina Pfeifer, Cosimo Vitale, Maike Waldmann-Luwig sowie vier studentische Hilfskräfte verlassen konnte, ist die Euphorie, spricht man sie auf die vergangenen sieben Tage an, immer noch anzumerken: „Es war solch eine Freude zu sehen, mit welchem Ehrgeiz und mit welcher Motivation so viele Kinder mit von der Partie waren“.

Wasser als besonderes Element

Und dies nicht nur in regulären Unterrichtsfächern wie Mathe, Deutsch und Englisch, sondern auch im Schwimmunterricht im Schloss-Freibad beim „Seepferdchen“-Abzeichen. Gebre sieht es so: „Wasser ist grundsätzlich ein Medium und Element, in dem ich mich ganz anders bewege und alles etwas anders erleben, wo ich einfach mal ,abtauchen’' kann. Wo ich so schnell Erfolgserlebnisse habe und viel dazu lerne.“ Kein Wunder, dass die rund 40 Viert- bis Sechstklässler immer bei der Sache waren und nun, beim großen Abschiedsfest, nochmals die vergangenen Tage, den Sommer und sich selbst feierten. „Wenn eine Schülerin, wie jüngst beim Fertigstellen der Schwimmabzeichen, zu mir sagt, dass es schön gewesen sei, heute ,Überstunden’ zu machen, dann baut uns das wahnsinnig auf“, sagt die Pädagogin.

Der Mix kommt bei den Kindern an

Man habe täglich erlebt, dass die Kinder den Mix aus Unterrichtseinheiten und Freizeitgestaltung genossen hätten, „da merkt man einfach, dass die Kinder mit solch einem Spaß an der Schule dabei waren, dass wir es selbst kaum glauben können“.

Immer wieder sei, staunt Verena Gebre, auch der Satz gefallen, dass die Schüler sich schon auf den nächsten Sommer freuten, um wieder dabeisein zu dürfen. Und einer von ihnen, Julian, meinte, gefragt, was die „Sommerschule“ so besonders mache: „Ist doch klar – die Freiwilligkeit, denn fast alle, die in die Sommerschule kommen, sind freiwillig und gerne da“.

Außerdem fehle der Druck, der ansonsten in der Schule herrsche, es gebe keine Noten und alles gehe ein bisschen lockerer zu, weil es das „Müssen“ nicht gebe, welches durch Lehrpläne, Klassenarbeiten und Noten diktiert werde.

Verena Gebre zieht dahingehend eine äußerst positive Bilanz: „Diese Tage waren pickepacke voll mit Aktivitäten der unterschiedlichsten Art, die Sommerschule hat auch neue Freundschaften geformt, und wir alle haben das er- und gelebt, was auch unser Motto war – Vielfalt, Offenheit und Toleranz.“ Bei solch einer guten – und freiwilligen – Vorbereitung kann die Schule am Montag beginnen, auch wenn sich bei den Schülern die Begeisterung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Grenzen halten wird...

 
 
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