Sachsenheim Mehr Platz für Urnenbestattungen

Von Michaela Glemser
Weitere 52 Urnenkammern könnten in mehreren neuen Kreisabschnitten um den Urnenbaum auf dem Friedhof in Spielberg nach Einschätzung der Fachplanerin angelegt werden. Foto: /Martin Kalb

Fachplanerin Sonja Wahl stellt den Ortschaftsräten Konzeption für Friedhof in Spielberg vor. Groß ist die Nachfrage vor allem nach Urnengräbern.

Durchschnittlich vier Bestattungen finden pro Jahr auf dem Friedhof im Stadtteil Spielberg statt, wo das vorhandene Platzangebot nur sehr beschränkt vorhanden ist. Groß ist die Nachfrage vor allem nach Urnengräbern. Am vorhandenen Urnenbaum an der Weinbergstraße sind noch rund neun Urnenkammern nicht belegt. Die Diplom-Ingenieurin Sonja Wahl aus Stuttgart, die von den Verantwortlichen der Stadt mit der Ausarbeitung einer Friedhofskonzeption beauftragt wurde, machte in der jüngsten Ortschaftsratssitzung deutlich, dass weitere 52 Urnenkammern in mehreren neuen Kreisabschnitten um diesen Urnenbaum angelegt werden könnten.

Auch Urnenstelen sind auf dem Spielberger Friedhof künftig denkbar. Planerin Wahl hat diese in der Nähe der Friedhofsmauer im Anschluss an das Grabfeld B vorgesehen. Die Urnenstelen in einer Kiesfläche mit vier Kammer pro Stele haben Platz für jeweils zwei Schmuckurnen pro Kammer. Dabei könnte auch ein zentraler Ablageort bei diesen Stelen für Blumenschmuck geschaffen werden.

Freie Reihengräber noch verfügbar

Noch sind auf dem Spielberger Friedhof auch freie Reihengräber und freie einfach breite sowie doppelt tiefe Wahlgräber vorhanden. Zudem gibt es einige Gräber, die ab dem Jahr 2030 wieder belegt werden können. Die Grabfelder unmittelbar neben der Aussegnungshalle sollen umfangreich saniert werden und anschließend mehreren Bestattungsformen in einfach breiten und doppelt tiefen Wahlgräbern, in Reihengräbern und Urnenerdgräbern Platz bieten. „Doppelt breite und doppelt tiefe Wahlgräber sind auf dem Friedhof in Spielberg nicht vorgesehen. Sie werden auch wegen des erhöhten Pflegeaufwands nicht mehr stark nachgefragt“, betonte Planerin Wahl. An der Friedhofsmauer entlang besteht bereits ein Grabfeld mit Urnenerdgräbern, von denen rund sechs Grabstellen noch nicht belegt sind. Da es auf jedem konfessionsgebundenen Friedhof auch eine gestaltungsfreie Grabfläche geben muss, soll diese in Spielberg unmittelbar am Eingang des Friedhofs vorgehalten werden. „Ich denke, mit diesem neuen Friedhofskonzept erzielen wir eine ausgewogene Mischung an unterschiedlichen Bestattungsformen und tragen der gesteigerten Nachfrage nach Feuerbestattungen Rechnung“, zog Wahl im Ortschaftsrat ein zufriedenes Fazit.

Ortschaftsrat Wolfgang Ott regte an, einen Zufahrtsweg für den Bagger des Bauhofs über den Zaun an der Weinbergstraße unterhalb der Urnenbaumfläche zu schaffen, damit die Betonplatten beim Vorplatz der Aussegnungshalle nicht immer wieder durch den Bagger zerstört werden.

Wunsch nach behindertengerechtem Zugang zum Urnenbaum

„Auch ein Weg zum Urnenbaum, der mit Rollator befahrbar ist, wäre künftig von Vorteil. Wir können dabei auch gerne auf etwas Erweiterungsfläche für den Urnenbaum verzichten und dafür lieber die vorgesehenen Urnenstelen nutzen“, erklärte Ortschaftsrat Ott. Die Spielberger Ortsvorsteherin Viola Lepp bestätigte, dass dieser behindertengerechte Weg zum bestehenden Urnenbaum ein großer Wunsch der Spielberger Bevölkerung sei.

Ortschaftsrat Arnold Fischer verwies darauf, dass der Holzzaun um das Friedhofsgelände nicht mehr im besten Zustand sei und durch einen Stabmattenzaun ersetzt werden könnte. Dabei sollte auch ein entsprechendes Tor für die Baggerzufahrt berücksichtigt werden, so Fischer.

Planerin Wahl will in ihre Konzeption die Vorschläge der Spielberger Ortschaftsräte einarbeiten. Auch für die Friedhöfe in Hohenhaslach, in Klein- und in Großsachsenheim hat Fachfrau Wahl bereits Konzeptionen erstellt. Diese Aufgabe will sie auch noch für die Friedhöfe in Ochsenbach und Häfnerhaslach erfüllen. Die Friedhofskonzeptionen sollen den Verantwortlichen der Stadt Sachsenheim als Planungshilfe, auch für den Etat, dienen. Die Bestattungsgebühren sollen im ersten Halbjahr des Jahres 2026 ebenfalls neu kalkuliert und die Friedhofssatzung der Stadt entsprechend angepasst werden

 
 
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