Sachsenheim Mehr Vielfalt in der Großsachsenheimer Innenstadt gewünscht

Von Michaela Glemser
Leerstand im Städtle. In einen Teil des ehemaligen Haushaltswarengeschäftes Seyfang in der Hauptstraße soll eine türkische Metzgerei einziehen. Foto: /Martin Kalb

Der BDS Sachsenheim hat viele Ideen, um geeignete Nachfolger für die leer stehenden Läden in Großsachsenheim zu finden.

Schon seit einiger Zeit machen in der Stadt Gerüchte die Runde, dass in einen Teil des ehemaligen Haushaltswarengeschäfts Seyfang ein türkischer Metzger einziehen soll. Immer wieder gab es in der jüngsten Zeit leerstehende Einzelhandelsgeschäfte in der Großsachsenheimer Innenstadt, die dem Vorsitzenden des Ortsverbands des Bundes der Selbstständigen, Frank Clement, Sorge bereiten.

Projektgruppe gegründet

„Wir haben über dieses Thema schon seit längerer Zeit gesprochen, denn immer wieder gibt es Einzelhändler, die ihr Geschäft aufgeben und keinen Nachfolger finden. Zur Verbesserung der Innenstadtentwicklung wurde daher auf unseren Vorschlag vor rund anderthalb Jahren eine Projektgruppe gegründet“, erläutert Clement. Doch die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft mit Mitgliedern des BDS Sachsenheim, der Stadtverwaltung und des Gemeinderats sind inzwischen, nach Auskunft Clements, ins Stocken geraten. „Wir hatten viele Vorschläge erarbeitet, die jedoch aus vielerlei Gründen abgelehnt wurden. Wir wollten schon im Vorfeld, wenn wir hören, dass sich ein Eigentümer mit dem Gedanken trägt, sein Geschäft aufzugeben, auf diesen zugehen“, schildert Clement.

Dem Eigentümer sollten Vorschläge für eine sinnvolle Nachnutzung unterbreitet werden. Dabei kommt es Clement vor allem auf die Vielfalt der Geschäfte in der Innenstadt an. Diese könne auch mit einer Kompromisslösung gefördert werden, indem die Stadt sich bereit erklärt, eine leer stehende Ladenfläche für ein Jahr anzumieten, um sich einen passenden Nachmieter zu suchen, der, wenn nach einer Eingewöhnungsphase Umsatz und Ertrag passen, ein langfristiges Mietverhältnis eingeht. „Die richtige Vielfalt bei den Geschäften in der Innenstadt Großsachsenheims fehlt. Wenn wir das ändern wollen, müssen wir entsprechend aktiv werden“, macht Clement deutlich, denn davon würde die Stadt schließlich auch partizipieren.

„Nicht am falschen Ende sparen“

Dafür dürfe nicht am falschen Ende gespart werden, unterstreicht der BDS-Vorsitzende. Doch auch die gesamte Attraktivität der Innenstadt müsse sich ändern. Auch dafür seien Ideen erarbeitet worden. „Der Fußwege- und Straßenbelag muss auf Vordermann gebracht werden. Es fehlen Parkmöglichkeiten. Was sich in Innenstädten verbessern lässt, sehen wir beispielsweise in Sersheim“, stellt Clement klar und verweist darauf, dass auch Vorschläge auf dem Tische lägen, mit deren Hilfe auf einfachste Art und Weise Verbesserungen erzielt werden könnten.

„Wir müssen sie nur umsetzen. Der BDS wirkt dabei gerne mit und steht der Stadt mit Rat zur Seite. Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich in unserer Innenstadt etwas ändern kann“, so Clement. Er erinnert an die Weihnachtsbaumaktion, bei der Stadt und BDS gemeinsam an einem Strang gezogen und zum Gelingen beigetragen hätten. Auch beim jährlichen Festwochenende „Sommer am Schloss“ unter Federführung des BDS werde sich die Stadt künftig mehr einbringen und den Festsonntag ähnlich wie 2023 mit Ehrungen, Vorträgen und einer Einwohnerversammlung in neuer Form gestalten.

Hoffen auf Förderprogramm

„An diesen Beispielen ist zu erkennen, dass gemeinsam schon etwas bewegt werden kann. Dies ist sicherlich auch möglich, um die Attraktivität der Innenstadt nachhaltig zu steigern“, erläutert Clement.

Die Stadt hofft darauf, dass in diesem Jahr ihr Antrag auf Aufnahme in das Programm zur Städtebauförderung positiv beschieden wird. Mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet sollen im Anschluss an das Ja zum Förderantrag, mit der Bürgerschaft klar erkennbare Missstände angegangen und die Innenstadt Großsachsenheims weiterentwickelt werden, betonte Bürgermeister Holger Albrich in der Vergangenheit. In den sozialen Medien werden weitere leerstehende Ladeneinheiten in der Innenstadt für interessierte Einzelhändler offeriert. In den Kommentaren dazu ist immer wieder zu lesen, dass sich die Bürger mehr Vielfalt bei den Geschäften wünschen würden.

 
 
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