Lachend machen es sich Monika Härter und Doris Kloss auf der gepolsterten Bank in der Rikscha bequem. Die beiden Seniorinnen schnallen sich an und lassen sich schon bald den Fahrtwind um die Nasen wehen, denn sie fühlen sich bei ihrem Fahrer Tom Hörmann, der hinter ihnen in die Pedale tritt, in sicheren Händen.
Sachsenheim Mit Muskelkraft den Senioren Lebensfreude schenken
Mitglieder des TV Großsachsenheim laden regelmäßig ältere Menschen zu einer kostenlosen Rikschafahrt ein.
Seit dem Frühjahr 2021 gibt es dieses kostenlose Angebot einer Rikscha-Ausfahrt ins Grüne für die Bewohner des Betreuten Wohnens der Kirchlichen Sozialstation Sachsenheim, des Kleeblatt-Pflegeheims Großsachsenheim, der Einrichtung „Evangelische Pflegeheimat Sonnenfeld“ sowie die Besucher des Cafés „Emma“. Günther Blum vom TV Großsachsenheim ergriff damals die Initiative zu dieser besonderen Idee und stellte sich mit einigen seiner Vereinskameraden regelmäßig als Fahrer zur Verfügung. Auch Hörmann ist von Anfang an dabei und kann heute von den Senioren direkt angerufen werden, um einen Termin für eine Ausfahrt zu vereinbaren.
Senioren dürfen Wünsche äußern
„Rund dreimal im Monat sind wir derzeit unterwegs. Wir fahren meist auf dem Radweg in Richtung Bietigheim-Bissingen oder in die Gegenrichtung zum Eichwald-Gelände. Aber die Senioren können auch Wünsche für ein Ziel äußern“, erläutert Hörmann. Die spezielle E-Bike-Rikscha konnte dank zahlreicher Spenden und Sponsorengelder beschafft werden. Sie ist mit einem klappbaren Schutzverdeck ausgestattet, sodass den Passagieren in dem kleinen Gefährt die Sonne nicht allzu stark ins Gesicht scheint. „Wir sind schon einige Male gefahren. Es ist eine schöne Möglichkeit, hinaus ins Grüne oder in die Stadt zu fahren, da wir selbst nicht mehr Rad fahren können“, erläutern die beiden Damen. Sie kommen dabei auch immer wieder mit Passanten ins Gespräch, die ihnen fröhlich zuwinken oder zurufen. „Wir sind meist eine Stunde unterwegs und suchen Strecken aus, die nicht allzu holprig sind. Die Senioren, die zum ersten Mal mitfahren, sind erst etwas skeptisch, gewinnen aber schnell Vertrauen“, berichtet Hörmann.
Als Fahrer bewege er mit der voll besetzten Rikscha rund sechs Zentner Gewicht, wie er erklärt, und dabei gelte es steile Anstiege möglichst zu vermeiden, schmunzelt Hörmann. Auch zu besonderen Anlässen ist die Rikscha unterwegs, beispielsweise, wenn in den Einrichtungen ein runder Geburtstag ansteht. „Wir sind froh und dankbar, dass wir den älteren Menschen dieses Angebot ermöglichen können. Sie kommen so begeistert von den Fahrten zurück und zehren in ihrem Alltag noch lange von den Eindrücken“, betont Claudia Queißer von der Kirchlichen Sozialstation.
