Sachsenheim Neues Kinderhaus öffnet im Oktober 2026

Von Markus Wirth
Bürgermeister Holger Albrich und das Team der „Littlebigfuture“ gGmbH ziehen gemeinsam an einem Strang und werden als Partner das Kinderhaus über dem Aldi-Discounter verwirklichen. Die Eröffnung ist für Oktober kommenden Jahres geplant. Foto: Michaela Glemser

Mit der littlebigfuture gGmbH wird erstmals ein freier Träger eine Kita mit Kindergarten bauen – beim Infoabend gab es Details über das Gebäude und das pädagogisches Konzept.

Die Betreuung von Kleinkindern und Kindern bis zur Grundschule liegt der Stadtverwaltung am Herzen, und auch der Kindergartenplatzbedarfsplan spricht demnach eine klare Sprache, dass an Betreuungsplätzen für die jüngsten Sachsenheimer nach wie vor hoher Bedarf besteht – schon alleine der aktuell entstehenden Neubaugebiete in Ochsenbach und Häfnerhaslach, vor allem aber in Kleinsachsenheim („Birkenfeld“) wegen.  Neben den kirchlichen Trägern und dem sozialen Träger wie der Awo hatten sich Verwaltung und Gemeinderat, aus einer Fülle von Bewerbern, wie Bürgermeister Holger Albrich bei der Infoveranstaltung zum neuen Kindergarten auf dem „Aldi“ im Südring hervorhob, mit „Littlebigfuture“ aus Nürnberg erstmals einen (gemeinnützigen) Träger für eine Kindertageseinrichtung an Bord geholt. 2020 gegründet, sei das Start-up aus Franken noch relativ frisch am Markt, könne jedoch bereits auf einige Erfahrung zurückgreifen, sagte der Bürgermeister.

Stadtverwaltung betritt Neuland

Mehr noch – mit dem freien Träger betrete man Neuland, und zwar in baulicher Hinsicht, da man nicht mehr selbst für die Erstellung des Gebäudes verantwortlich zeichne und somit Investitions- und Finanzierungskosten spare, und andererseits Kindergartenplätze vorhalten könne, ohne dass neue Flächen versiegelt werden müssten, da das Kinderhaus auf dem Dach eines bereits erstellten Gebäudes entstehe.

„Zudem sind auch durch den Discounter ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden“, freute sich der Rathauschef über die beeindruckende Fläche der im Werden befindlichen Einrichtung, mit deren Eröffnung im Oktober kommenden Jahres gerechnet und einmal 50 Kindern Platz zum Spielen, Toben, Lernen und Sich-Entwickeln geben wird.

Auch Geschäftsführer und Gründer Michael Bergmann lobte das bisherige Miteinander mit der Verwaltungsspitze als eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und umriss den zahlreichen Gästen im Kulturhaus das Prinzip, welches „Littlebigfuture“ zugrunde liegt, sowie die bisherigen sechs Einrichtungen der Franken in Rheinland-Pfalz, im Saarland und im nordöstlichen Baden-Württemberg.

Anke Wolfram, Leiterin der pädagogischen Fachberatung, ging dann tiefer in die Materie ein und erläuterte das pädagogische Prinzip, welches allen Einrichtungen des Unternehmens gemein ist. „Grundsätzlich ist es bei uns so, dass wir den Kindern nichts beibringen, sondern das Feuer der Neugierde in ihnen entfachen wollen.“

Kinder sollten selbst Interesse an den verschiedensten Gebieten haben, „da braucht es manches Mal nur ein kleiner Anstoß, einen minimalen Impetus, und die ganze Sache kommt von alleine ins Rollen.“ Daher wolle man die Kinder beim Erforschen, Entdecken und Erleben begleiten. Breiten Raum, so Wolfram, nehme hierbei die Naturraumpädagogik ein, aber auch das Thema Digitalisierung sei von Belang, und zwar, wie man möglichst sinn- und verantwortungsvoll und mit Fingerspitzengefühl diese Medien nutzt. Wolfram: „Egal, ob sie die Natur begreifen, Nachhaltigkeit leben und erleben oder den digitalen Raum erkunden – wir sorgen dafür, dass sie sich bei uns sicher und geborgen fühlen und spannende Anreize finden.“ Zudem basiere das Gesamtkonzept auf den „vier Ks“ – nämlich Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Kooperation und Kritikfähigkeit, um die Kinder zu starken, selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen zu sehen. Oder, wie s die Pädagogin die Quintessenz in einem Satz bündelte: „Ich werde gesehen und haben meinen Platz.“

Helle Hölzer, lichte Räume

Jessica Ayala ging dann auf das derzeit entstehende „Gebäude auf dem Gebäude“ ein und umriss die architektonischen Elemente und vor allem die Einteilung des Baukorpus, welcher sich in drei Teile untergliedere – in zwei Trakte mit den Gruppen- und Personal- sowie Lager- und Sanitärräumen plus dem Foyer und dazwischen das Bistro und der großzügig dimensionierte Mehrzweckraum, der ebenfalls allen zur Verfügung stehen wird.

Im Außenbereich finden sich Spielecken sowie Grünflächen und Hochbeete. Auf viel helles Holz, freundliche Pastellfarben an den Wänden und eine insgesamt wertige Ausstattung in lichten Räumen blickten die Gäste des Abends bei den Ausführungen von Innenarchitektin Ramona Böhm, und auch die Spielgeräte gaben einen ersten Eindruck dessen wieder, was schon bald als neues Betreuungskonzept auf dem Dach des Discountmarktes am Südring das bisherige Angebot in der Stadt abrunden wird.

Schließlich informierte Janine Raimann noch über Anmeldeformalitäten, den geplanten Beginn des Regelbetriebs und auf die Ansprechpartner, die den Kindern eine verantwortungsvolle Zukunft in einem selbstbestimmt und verantwortungsbewusst agierenden Umfeld mit Respekt vor Mensch und Natur geben und sie auf das spätere Leben vorbereiten wollen.

 
 
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