Leuchtend hell erstrahlt die Fassade des Kirchenschiffs und des Turms, und auch sonst schaut die katholische Kirche Sankt Franziskus – nach umfangreichen Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten – aus wie frisch erbaut. Nur der zwar recht schlicht gehaltene, aber dennoch elegant-luftige Baustil identifiziert sie als Kind der ausgehenden 1950er-Jahre. Lediglich beim Blick ganz hinauf fällt auf, dass noch ein ganz wesentliches Stück des Gotteshauses fehlt – das Kreuz.
Sachsenheim Nur das Turmkreuz fehlt noch
Die katholische Kirche St. Franziskus erstrahlt nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wie neu.
„Das alte Kreuz aus dem Jahr 1959 war korrodiert, das haben wir aber erst gesehen, als schon das Gerüst stand“, sagt Kirchenpflegerin Shirley Kopp beim Vor-Ort-Termin mit der BZ. Derzeit sei das neue Kreuz noch in Arbeit, aber schon bald wird es die Turmspitze krönen.
Kreuz war korrodiert
Verliefen die umfassenden Arbeiten seit dem März vergangenen Jahres im Zeitplan – Kopp: „Wir lagen lediglich zwei Wochen hinter der Vorgabe“ –, so war die Investition in ein neues Kreuz dann doch einer der wenigen Posten, den die Kirchengemeinde um Pfarrer Sunny Muckumkal nicht auf der Rechnung von insgesamt rund 1,6 Millionen Euro hatte.
„Aber die Spendenbereitschaft war immens hoch“, freut sich der Geistliche, und so kamen durch monatliche Kirchenkollekten für die Renovierung der in knapp zwei Jahren, von 1957 bis 1959, erbauten Kirche 30.000 Euro zusammen. Für das Kreuz waren es nochmals rund 50.000 Euro, was in etwa der Hälfte der antizipierten Kosten für das rund 300 Kilogramm schwere Stahlobjekt entspricht.
„Unser Altarraum, der Nutzung der Jahre geschuldet, war nicht mehr in bestem Zustand, war etwas vergraut, daher wurden die Wände neu beschichtet und die Kunstverglasungen gereinigt“, berichtet Pfarrer Muckumkal. Auch an wohlige Wärme in der kalten Jahreszeit im Bereich der Empore wurde gedacht, deren Beheizung erfolgt nun mittels Dunkelstrahler.
Energetisch auf neuestem Stand
„Die Südseite des Kirchendachs haben wir außerdem mit einer Photovoltaikanlage mit 20 Kilowatt-Peak Leistung und einem zehn Kilowattstunden-Akkuspeicher versehen, um die Nutzung der regenerativen Energieformen zu erhöhen“, sagt der Gottesmann stolz. Im Altarraum selbst wurde das Sgraffito mit Jesus und dem vor diesem knienden Sankt Franziskus, welches ebenfalls den typischen Stil und Charme der 1950er-Jahre verströmt, gereinigt, die Farben wurden aufgefrischt. „Außerdem“, sagt Kirchenpflegerin Kopp, „wurden die Holzkassetten an der Decke des Langhauses neu verschraubt, denn bei den Vorbereitungen der Malerarbeiten hatte sich herausgestellt, dass diese sich im Lauf der Jahre gelockert hatten. Von unten konnte man dies nicht sehen.“
Auch an den Schallschutz habe man, so Pfarrer Muckumkal, im Zuge der Arbeiten gedacht: „Nachdem der Untersuchungsbericht der Diözese Rottenburg-Stuttgart diverse Mängel im Bereich der Glocken aufgelistet hatte, wurden im Zuge der Sanierung neue Schallläden, die den Schall nun künftig weiter ins Land leiten, installiert.“ Neue Joche und Klöppel, nunmehr aus Holz, sorgen künftig für einen geschmeidigeren Glockenschlag.
Das Gotteshaus erstrahlt neu – und dies wird an diesem Himmelfahrtstag um 10 Uhr in einem Festgottesdienst mit Weihbischof Thomas Maria Renz gefeiert.
