Als sie die Stellenanzeige gelesen hat, war sie sofort begeistert. Obwohl ihr die Evangelische Kirchengemeinde „Oberes Kirbachtal“ sichtlich ans Herz gewachsen ist, freut sich Pfarrerin Ira Philipp auf den Neuanfang ab September dieses Jahres. „Am 1. März bin ich ins Kirbachtal als Pfarrerin gekommen. Ich war zuvor Pfarrerin zur Dienstaushilfe in Vaihingen/Enz. Nach 9,5 Jahren ist daher auch die Zeit für einen erneuten Wechsel gekommen“, macht Philipp deutlich, die ursprünglich aus Heilbronn stammt. Zudem wird im Zuge des Pfarrplans ab dem Jahr 2030 ohnehin eine Pfarrstelle im Kirbachtal wegfallen.
Sachsenheim Pfarrerin Ira Philipp sagt Ade
Die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Oberes Kirbachtal geht ab September nach Maulbronn.
Arbeit mit jungen Menschen
Ab dem neuen Schuljahr wird Pfarrerin Philipp am Evangelischen Seminar in Maulbronn als Pfarrerin, Religionspädagogin und Internatsbetreuerin tätig sein. Das Internat in der Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche Württemberg umfasst die neunten Klassen bis zum Abitur in den zwölften Klassen. „Die Arbeit mit den jungen Menschen ist genau das Richtige für mich, auch wenn ich bisher als Religionslehrerin in der Grundschule der Kirbachschule oder in der Konfirmandenarbeit eher mit jüngeren Kindern und Jugendlichen in Kontakt kam“, erzählt Philipp. Sie war bereits in Maulbronn in den Räumlichkeiten auf dem Gelände des Klosters vor Ort und konnte sich einen ersten Eindruck von ihrem künftigen Arbeitsplatz verschaffen.
Doch sie wird dem Kirbachtal weiter verbunden bleiben, denn zunächst bewohnt sie auch künftig das Pfarrhaus in Ochsenbach, wo auf einem Hof ihre beiden Pferde stehen, wo sie in der Herde von Schafzüchter Hans-Peter Schuhmacher zwei Schafe ihr Eigen nennt und wo sie die Menschen so lieb gewonnen hat. „In den kommenden sechs Monaten werde ich keine Gottesdienste vor Ort halten, aber nach dieser Übergangszeit könnte ich mir schon vorstellen, hin und wieder auch im Kirbachtal bei Gottesdiensten im Einsatz zu sein“, berichtet Philipp.
Vor allem auch die unterschiedlichen musikalischen Begleitungen von der Lobpreisband bis zur klassischen Orgelmusik haben Pfarrerin Philipp die Gestaltung der Gottesdienste so einfach gemacht. Selbst wenn es nicht immer leicht war, sonntags zu je einem Gottesdienst in Ochsenbach und in Häfnerhaslach anwesend zu sein. „Manchmal musste ich auch flexibel sein und beispielsweise die Abkündigungen jemand anderem überlassen oder das Musikanspiel zu Beginn etwas ausdehnen lassen, damit ich wieder rechtzeitig zu meinem Gottesdienstauftakt vor Ort war“, schmunzelt Philipp.
Persönliche Begegnungen
Persönliche Begegnungen mit ihren Gemeindemitgliedern und Gespräche auf Augenhöhe waren Pfarrerin Philipp immer sehr wichtig. „Auch nach der Fusion der Kirchengemeinden Häfnerhaslach und Ochsenbach/Spielberg ist der Zusammenhalt bei uns groß. Manchmal braucht es seine Zeit bis neue Strukturen in den Köpfen, aber auch in den Herzen der Gemeindemitglieder ankommen“, erklärt Philipp. Entsprechend geschockt waren die Gemeindemitglieder aus dem Kirbachtal, als sie vom Weggang ihrer Pfarrerin erfahren haben. „Es kam auch für mich überraschend, dass es mit der Zusage zur neuen Stelle und dem Abschied so schnell ging. Ein weinendes Auge ist mit dabei, denn die Kirche hat im Kirchbachtal noch einen hohen Stellenwert, die Gemeinschaft untereinander ist sehr gut und es gab auch immer Raum, Neues auszuprobieren“, unterstreicht Philipp, die mit einem Drittel Stellenumfang auch in der Evangelischen Kirchengemeinde Großsachsenheim tätig war.
Der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Hohenhaslach, Christoph Fritz, wird künftig die Aufgaben von Pfarrerin Philipp im Kirbachtal übernehmen. „Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen und habe mich bereits intensiv mit Ira Philipp ausgetauscht“, sagt Pfarrer Fritz. Er wird in Zukunft sonntags einen Gottesdienst in Hohenhaslach und einen in Ochsenbach oder Häfnerhaslach halten. Pfarrerin Philipp wird am 6. September dieses Jahres mit einem Open-Air-Gottesdienst im Pfarrgarten Ochsenbach feierlich verabschiedet.
