Sachsenheim Radler brauchen einen langen Atem

Von Martin Hein
Aktuell wurde auf einem Teilstück des künftigen Radweges grober Schotter eingebracht, der Weg ist so für Radfahrer derzeit kaum passierbar. Foto: /Martin Kalb

Das heiß ersehnte Radweg-Teilstück vom Kirbachhof nach Häfnerhaslach lässt auf sich warten. Aktuell wird ein faunistisches Gutachten erstellt. Baubeginn wird erst im Herbst 2025 sein.  

Es war ein langes Ringen um die Radwegeverbindung von Häfnerhaslach zum Kirbachhof. Seit rund 20 Jahren ringen die Stadt und die Gräflich Nesselrodesche Verwaltung um einen Kompromiss über ein Stück Radweg, dass eben über ein großes Stück Privatwald der Nesselrodeschen Verwaltung verläuft. Im Mai 2023 hat der Sachsenheimer Gemeinderat grünes Licht für den Abschluss des Gestattungsvertrages mit der Gräflich Nesselrodeschen Gutsverwaltung gegeben (die BZ berichtete).

Zur Erinnerung: Wer mit dem Fahrrad von Häfnerhaslach nach Ochsenbach fahren möchte, muss derzeit auf der Kreisstraße K 1632 fahren. Alternativ müssten etliche Grundstücke entlang der Kreisstraße erworben werden, was aus Sicht des Landratsamtes kaum umsetzbar ist.

Variante führt über Privatgelände

Als zeitnah umsetzbare Variante bot sich ein Waldweg unterhalb des Kirbachhofes an, der zu einem großen Teil im Privatbesitz der Gräflich Nesselrodeschen Gutsverwaltung ist. Knackpunkt war seit vielen Jahren ein so genannter Gestattungsvertrag, in dem die Ertüchtigung und Nutzung des Waldweges geregelt werden soll. Dabei geht es auch um Fragen der Haftung, Verkehrssicherungspflicht und die Abgrenzung der Verantwortlichkeiten und der Sicherstellung des Forstbetriebes in dem Privatwald.

Gestattungsvertrag zugestimmt

Im Mai 2023 war es endlich soweit, der Gemeinderat stimmte dem Gestattungsvertrag zu. Der Weg muss zunächst gerichtet werden. So weit so gut. Aber bis jetzt ist der Radweg offiziell immer noch nicht in Betrieb. Die BZ hat sich nach dem aktuellen Stand erkundigt. Nach Auskunft von Pressesprecher Arved Oestringer wird derzeit eine rechtlich notwendige Untersuchung durch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes durchgeführt. Dabei handelt es sich, so Oestringer weiter, um die Erstellung eines faunistischen Gutachtens. Der Untersuchungszeitraum ist Februar bis September. Diese Maßnahme sei vermutlich im September abgeschlossen. Der vorhandene Waldweg müsse ertüchtigt werden, um für Radfahrer besser befahrbar zu sein, so Oestringer. An einigen Stellen werde es eine minimale Verbreiterung des Weges geben. Radfahrer können dann zukünftig über diese geschotterte Strecke sicherer das obere Kirbachtal erreichen oder von dort aus starten.

Landkreis trägt Hauptkosten

Bürgermeister Holger Albrich und Graf Nesselrode für die Gräflich Nesselrodesche Forstverwaltung haben dieses für Sachsenheim wichtige Projekt auf den Weg gebracht, so der Sachsenheimer Pressesprecher weiter. Die Hauptkosten an diesem Projekt trägt nach Auskunft von Oestringer der Landkreis. Derzeit fallen Kosten in Höhe von rund 30.000 Euro für Gutachten sowie Planungskosten in Höhe von etwa 45.000 Euro an. Diese Kosten übernimmt der Landkreis. Inwieweit weiter Kosten anfallen, hängt nach Auskunft von Oestringer von notwendigen Naturschutzmaßnahmen ab.

Baubeginn Oktober 2025

Als Nächstes warte man auf den Abschluss des faunistischen Gutachtens im September, anschließend erwarte man die Genehmigung durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises im Frühjahr 2025. Im Sommer 2025 sollen dann die Arbeiten vergeben werden. Im Zeitraum Oktober bis Dezember 2025 sollen diese starten.

 
 
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