Sachsenheim Raumkonzept für Schulen soll vorgelegt werden

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Die Kraichertschule wird derzeit erweitert. Nun stellt sich heraus, dass in absehbarer Zeit womöglich die Räume schon wieder knapp werden. Foto: /Martin Kalb

Die Gemeinderäte diskutieren über weiter steigende Schülerzahlen auf dem Schulcampus in Großsachsenheim.

Seit der erstmaligen Erstellung eines Schulentwicklungsplans für die Stadt im Jahr 2015 sind die Schülerzahlen an den Sachsenheimer Schulen in kommunaler Trägerschaft um über 200 Schüler angewachsen.

Vor allem im Bereich der Grundschulen verändern sich die Zahlen kontinuierlich nach oben. Als der Schulentwicklungsplan zuletzt im Jahr 2020 fortgeschrieben wurde, gingen die Experten noch von einem Höchststand der Mädchen und Jungen an den Sachsenheimer Grundschulen von insgesamt 860 Kindern ab dem Schuljahr 2023/2024 aus.

Diese Anzahl hat sich mittlerweile, nach den aktuellen Berechnungen von Monika Endras von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH, auf 950 Grundschülerinnen und Grundschüler in den kommenden Jahren erhöht.

Ab 2025 eventuell sechszügige Grundschule notwendig

So rechneten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung bisher mit einer Fünfzügigkeit der Grundschule in Großsachsenheim und haben dafür die Erweiterung der Kraichertschule in die Wege geleitet, die sich derzeit im Bau befindet und auch neue Klassenräume für die benachbarte Grundschule schaffen soll. Doch ab dem Jahr 2025 könnte aus der Fünfzügigkeit eine längerfristige Sechszügigkeit der Grundschule in Großsachsenheim werden, wodurch erneut Räume fehlen werden. Auch für die Grundschulbetreuung ist das Platzangebot knapp und muss zeitnah erweitert werden, vor allem wenn die Ganztagsbetreuung an den Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/2027 umgesetzt werden muss. Zeitversetzt wirkt sich diese Steigerung der Grundschülerzahlen auch auf die weiterführenden Schulen wie die Gemeinschaftsschule und die Realschule im Schulzentrum an der Oberriexinger Straße aus, bei denen künftig ebenfalls zusätzliche Klassenräume eingerichtet werden müssen.

„Zum wiederholten Male sind wir im Gemeinderat mit der Situation konfrontiert, dass Schulraum fehlt. Noch bevor das Projekt der Erweiterung der Kraichertschule abgeschlossen ist, erfahren wir schon wieder, dass die Räume knapp werden“, empörte sich Helga Niehues in der jüngsten Ratssitzung. Die SPD-Gemeinderätin wies darauf hin, dass die Räte bereits in der Vergangenheit einen Masterplan für die Entwicklung des Schulcampus in Großsachsenheim von der Stadtverwaltung eingefordert hätten, aber den Ratsmitgliedern bisher immer nur einzelne Maßnahmen zur Abstimmung vorgelegt worden seien. „Ich stelle den Antrag, dass die Stadtverwaltung im Gemeinderat ein adäquates Raumkonzept für alle Schulbezirke der Stadt und nicht nur für Großsachsenheim als Diskussionsgrundlage vorlegen muss. Vorher kann ich dem Schulentwicklungsplan nicht zustimmen“, forderte Niehues.

Beschlussvorschlag mit Prüfungsauftrag verbunden

Milena Müller von der Teamleitung für Bildung, Betreuung und Bürgerengagement bei der Stadtverwaltung Sachsenheim und Bürgermeister Holger Albrich erinnerten die Ratsmitglieder daran, dass mit dem Beschlussvorschlag der Verwaltung auch ein Prüfauftrag verbunden sei, der die Verwaltung veranlassen soll, Optionen zur Behebung des Raumdefizits in Großsachsenheim zu überdenken. Außer Gemeinderat Dr. Michael Lohmann ging dieser Prüfauftrag den meisten anderen Ratsmitgliedern jedoch nicht weit genug und sie stimmten mehrheitlich dem Antrag von Niehues zu.

Die Verwaltung muss das Raumprogramm für alle Sachsenheimer Schulbezirke bis spätestens September 2023 dem Gemeinderat zur Diskussion geben. Auch bei der Grundschule in Kleinsachsenheim sollen sich die Schülerzahlen etwas erhöhen. Selbst wenn es im Schuljahr 2023/2024 eine dritte Eingangsklasse geben soll, rechnen die Fachleute jedoch damit, dass sich das Schülerniveau dauerhaft auf einer Zweizügigkeit einpendeln wird. Dies gilt auch für die Grundschule der Kirbachschule in Hohenhaslach, während der Werkrealschule eine stabile Einzügigkeit mit Tendenz zur Zweizügigkeit prognostiziert wird.

Finales Raumprogramm für die Kirbachschule wird erarbeitet

Für die Sanierung und Erweiterung der Kirbachschule erarbeiten die Vertreter der Stadt derzeit mit den Experten des Regierungspräsidiums Stuttgart das finale Raumprogramm, das im Frühjahr dieses Jahres auch Gegenstand der Beratungen im Gemeinderat sein soll. Wegen der hohen Quote auswärtiger Schülerinnen und Schüler an der Werkrealschule wollen die Vertreter der Stadt Sachsenheim mit den betroffenen umliegenden Gemeinden sprechen, um diese an den Kosten für die Sanierung der Werkrealschule in Hohenhaslach zu beteiligen. Auch eine Anpassung der Schulbezirke in Klein- und Großsachsenheim ist im Gespräch, um vorhandene Raumkapazitäten bestmöglich auszunutzen.

 
 
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