Sachsenheim Sein Anspruch ist das perfekte Motiv

Von Michaela Glemser
Ausstellung „Mit versteckter Kamera, Einblicke in die heimische Tierwelt“: Fotograf Hugo Dorner zeigt Museumsleiterin Dr. Claudia Papp sein Foto von Graugänsen. Foto: /Martin Kalb

Die neue Sonderausstellung im Stadtmuseum zeigt Wildtiere in Nahaufnahme von Hobby-Fotograf Karl-Hugo Dorner.

Ein weißer Schwan inmitten eines Teppichs sattgrüner Wasserlinsen, ein Storch, der gerade eine Maus verschlingt, oder Bienen, die in Reih und Glied an einer Wasserpfütze sitzen und sich darin spiegeln: Hobby-Fotograf Karl-Hugo Dorner hat den besonderen Blick, wenn er mit seinem Schäferhund tagtäglich durch die Natur rund um seinen Wohnort Freiberg streift.

„Ich sehe sofort, ob es zu einem perfekten Moment für ein Foto kommt und sich das manchmal stundenlange Warten bei einer Tierbeobachtung auch wirklich lohnt“, erzählt Dorner.

Erstes Fotomotiv war ein Eisbär

Mit 13 Jahren, im Juni 1970, hat er sein erstes Tier, ein Eisbär, bei einem Schulausflug in den Tierpark Hellabrunn nach München fotografiert. Daraus ist eine große Leidenschaft vor allem für die heimischen Wildtiere geworden, der er sich jetzt in seinem Ruhestand ausgiebig widmen kann. „Ich bin nahezu jeden Tag drei bis vier Stunden an der frischen Luft unterwegs. Die Tierwelt bietet mir dabei eine bunte Vielfalt, die viele auf den ersten Blick gar nicht wahrnehmen“, schildert Dorner, dessen Bilder alle eine Geschichte erzählen sollen.

So saß der Hobby-Fotograf beispielsweise drei Stunden lang in einer Streuobstwiese vor einem Mauseloch, nur weil er hörte, dass es darin summte und eine Wespe beim Flug aus dem Loch fotografieren wollte. Die Nahaufnahme dieses Motivs zeigt sogar noch ein kleines Steinchen, welches das Insekt aus dem Erdloch befördert.

Andere Tieraufnahmen beruhen auf Zufällen, die Dorner in seinem Hausgarten entdeckt, wie das Bild mit den rund 15 Bienen, die aufgereiht nebeneinander an einer Wasserpfütze sitzen und sich im Wasser spiegeln. „Mich beeindrucken besonders auch die gelungenen Farbkompositionen bei den Bildern von Karl-Hugo Dorner. Jedes Bild fasziniert auf seine besondere Art und Weise“, betont Dr. Claudia Papp, Leiterin des Stadtmuseums in Sachsenheim, wo der Naturfotograf einige seiner Werke in der Ausstellung „Mit versteckter Kamera – einzigartige Einblicke in die heimische Tierwelt“ bis zum 25. August dieses Jahres zeigt.

Ob Graugänse im Revierkampf am Monrepos-See, ob ein junger Star, der von seinen Eltern am Nistkasten gefüttert wird oder eine Wespenspinne, die gerade eine Heuschrecke gefangen hat: Die gelungenen Motive Dorners sind für ihn „pures Doping“, für das er auch gerne einmal Kopf und Kragen riskiert, wenn er auf der Suche nach dem perfekten Bild an Felsen klettert oder im Gestrüpp unterwegs ist.

Lieblingstier: Stockente

Die Ausstellung zeigt Nahaufnahmen von Amphibien, Insekten, Vögeln und Säugetieren. Natürlich darf auch eines von Dorners Lieblingstieren, die Stockente, dabei nicht fehlen. „Stockenten sehen immer so aus, als würden sie lächeln. Deshalb fotografiere ich sie auch so gerne“, macht Dorner deutlich. Vor einigen Wochen hat er auch das Filmen für sich entdeckt, um die Bewegungen der Wildtiere noch besser einfangen und festhalten zu können. „Das Fotografieren fällt mir derzeit noch leichter, denn beim Filmen brauche ich dauerhaft eine ruhige Hand und muss die Kamera aber auch mitschwenken. Beim Fotografieren ist Ruhe und Geduld gefragt“, erläutert Dorner.

Feierlich eröffnet wird die neue Sonderausstellung im Stadtmuseum Sachsenheim am Sonntag, 4. Februar ab 11 Uhr. Neben einem Vortrag des Ornithologen Dr. Rainer Ertel steht Fotograf Dorner selbst den Besuchern Rede und Antwort. Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung vom „Teufelsgeiger von Esslingen“, Martin Schnabel.

„Im Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es dieses Mal viele Veranstaltungen für die gesamte Familie“, unterstreicht Museumsleiterin Papp. Am 21. April ab 15 Uhr lädt Naturschutzwartin Carola Zimmermann mit ihren tierischen Gästen zu einem spannenden Nachmittag ein, eine Expedition zu den Tieren des Waldes am Baiselsberg mit Revierförster Theo Wöhr findet am 3. Mai ab 16.30 Uhr statt, und am 23. Juni freut sich der Vorsitzende der NABU Sachsenheim, Christoph Kaup, über viele Besucher bei einem Naturspaziergang am Benzelsrieder Weiher. Auch Kindererlebnisnachmittage wird es wieder geben, wobei die kleinen Besucher auch in der Ausstellung selbst bei einem Tierpuzzle, beim Erraten von Tierstimmen und -spuren oder mit Hilfe eines Fühlkastens auf Entdeckungsreise gehen können. Für Kindergärten und Schulklassen werden spezielle Führungen angeboten. 

 
 
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