Sachsenheim Serenata Italiana zum Genießen

Von Walter Christ
Michael Senzig überzeugte mit einer kräftigen und klaren Stimmfarbe. Foto: /Oliver Bürkle

Gunda Baumgärtner und Begleiter begeistern bei einem Konzert im Kulturhaus die Besucher.

Nach einer virtuosen Hommage auf die Herren Strauss im Vorjahr hat die international preisgekrönte Sopranistin Gunda Baumgärtner am Samstagabend mit einer musikalischen Einstimmung auf Bella Italia im rappelvollen Kulturhaus einmal mehr ihr Publikum beeindruckt.

Zusammen mit dem mit kräftiger und klarer Stimmfarbe gesegneten Tenor Michael Senzig und dem Pianisten Wolfgang Niess, der bei der Veranstaltung insbesondere auch als eloquenter Moderator glänzte, spannte die einst aus Hohenhaslach stammende und heute nahe Wiesbaden lebende Interpretin den Bogen von den klassischen Ohrwürmern der Opern-Maestros um Giuseppe Verdi bis hin zu den ewig populären Capri-Fischern.

Ein Hörgenuss über rund zwei Stunden, an dem auch Bürgermeister Holger Albrich und Ehrenbürger Andreas Stein mit seinem kompletten Förderverein des Kleeblatt-Pflegeheimvereins präsent waren.

Repertoire lädt zum Mitsingen und Mitklatschen ein

Lausiges Wetter vor der Haustür – da passte die mentale Einstimmung auf den Frühling. Und erst recht auf Italien, Wiege der Opern-Kunst, Land der emotionalen Canzonen, mediterranen Lebensfreude und starken vokalen Darbietungen. Das Trio in Sachsenheims guter Stube mixte dazu ein Repertoire, das bisweilen zum Mitsummen, Mitsingen, Mitklatschen und Jubel-Rufen anregte. Die zwei Zugaben „Chianti-Lied“ und „O sole mio“ waren nicht wegzudenken.

Wer von den Musikliebhabern kennt es nicht, das weltberühmte Trinklied „Libiamo…“ aus Verdis Opern-Meisterwerk La Traviata? Wer nicht Giacomo Puccinis „Nessun Dorma“, die Prinz-Kalif-Arie aus dem Jahr 1926, wonach keiner zu schlafen habe?

Wie selten hat man in der Provinz doch die Gelegenheit, zu erleben, dass der selbst in Fußball-Arenen „gesanglich“ skandierte Triumphmarsch aus Aida sehr wohl auch ohne Pauken und Fanfaren, schlicht am Klavier, ein Vergnügen ist? „O mio babbino caro“, Laurettas flehentliche Arie an den Vater, mit dem Libretto von Giovaccino Forzana, keinesfalls zu vergessen.

Nicht nur auf Opernlieder beschränkt

Aber die Künstler um die Koloratur-Sopranistin Gunda Baumgärtner mit ihrem sehr hellen und klaren Timbre und einer emotionalen Körpersprache kaprizierten ihr literarisch-musikalisches Programm längst nicht nur auf die großen Werke der Oper, sondern traten auch – mal solo, mal im Duett – mit weltberühmten anderen italienischen Liedern auf. Beispielsweise mit Hymnen auf florentinische Nächte, Träumereien am Lago Maggiore oder Frühling in San Remo. Auch „Volare“ oder „Quando, quando“ wurden zu Gehör gebracht.

Im zweiten Teil rückten vornehmlich Stücke aus Neapel, das laut Moderator fast einen mystischen Ruf als Stadt der Musik hat(te), in den Fokus.

Neapolitanische Dauerbrenner wie „O mia bella Napoli“ oder etwa „Foniculi Funicola“ sorgten mit dafür, dass das Ensemble mit seinem „Serenata Italiana“ ein abendliches Bella Italia servierte, das bei dem einen oder anderen froh gestimmten Besucher durchaus Reisegelüste geweckt haben könnte. Walter Christ

 
 
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