Sachsenheim Rückgänge bei räuberischer Erpressung

Von Markus Wirth
Übersichtlich: Sachsenheims Kriminalstatistik birgt keine großen Überraschungen, es lebt sich sicher in der knapp 20.000 Einwohner zählenden Stadt. Foto: /Martin Kalb

Die Polizei stellte die aktuelle Kriminalitätsstatistik vor. Sachsenheim steht bei der Anzahl der Straftaten gut da, die Aufklärungsquote liegt über dem Kreisschnitt.

In Sachsenheim lässt sich gut leben – und sicher ist es obendrein, zumindest im direkten Vergleich mit anderen Städten und Gemeinden im Landkreis. Dies war die Quintessenz der Kriminalstatistik, die bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vorgestellt wurde. Zu diesem Zweck waren mit Erstem Polizeihauptkommissar Hans-Christian Hecker und Polizeihauptkommissar Christoph Dippmann, dem neuen Leiter des Polizeipostens Sachsenheim, zwei profunde Ansprechpartner zu Gast im Ratsgremium.

Diebstahlsdelikte überwiegen

Bezüglich der deliktischen Verteilung überwiegen demnach bei den Straftaten aus dem Jahr 2024 Rohheitsdelikte (Angriffe, tätliche Auseinandersetzungen) und Diebstähle mit je 22 Prozent, gefolgt von Sachbeschädigungen (16 Prozent), Vermögens- und Fälschungsdelikte (14 Prozent), Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsum und/oder Handel mit Rauschgift, drei Prozent) sowie Sexualstraftaten (zwei Prozent). Sonstige Vergehen sind in der Statistik mit 19 Prozent nicht weiter differenziert. Christoph Dippmann wertete die vorliegende Statistik als für eine Stadt in der Größe von Sachsenheim als unauffällig und im Vergleich mit dem Kreis als eher unterdurchschnittlich, was die Art und Anzahl der Fälle angehe, „darüber hinaus ist in Sachsenheim die Aufklärungsquote noch besser als die ohnehin schon gute Bilanz.“

Freilich, so der Kommissar, sei eine solche Bilanz als in sich abgeschlossen, also statisch anzusehen, denn sie beginne mit dem 1. Januar eines Jahres und ende am 31. Dezember – unabhängig davon, ob es noch zusätzliche Straftaten gebe, die eigentlich in dieser Bilanz noch hätten berücksichtigt werden sollen, aber erst im Folgejahr auftauchten, weil sie eben dort erst zur Anzeige gebracht oder entdeckt wurden. Auch sei das vorliegende Zahlenwerk immer im „Hellbereich“ zu sehen, denn die Zahl der nicht entdeckten oder angezeigten Delikte – die Dunkelziffer – sei naturgemäß um einiges höher.

Bei den ausgewählten Deliktfeldern gab es im Jahr 2024 zwei Todesfälle, die auf versuchten Totschlag respektive, so Vorsatz vorlag, Mord zurückgeführt werden konnten – einmal im Februar in Häfnerhaslach ein Nachbarschaftsstreit und im Juli die Beziehungstat am Sachsenheimer Bahnhof (die BZ berichtete). Da es in 2023 keinen solchen Fall gegeben hatte, schnellte hier die Quote um 200 Prozentpunkte nach oben. Bemerkenswerte Rückgänge um fast 67, knapp 73 und abermals 67 Prozent gab es bei Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung, der Verbreitung pornografischer Schriften und bei räuberischer Erpressung.

Mehr Körperverletzungen

Bei Körperverletzungen schnellte die Zahl jedoch von 86 angezeigten Taten in 2023 auf 119 im vergangenen Jahr, ein Plus von 38 Prozent. Die Delikte schwerer Körperverletzung stieg in 2024 im Vergleich mit dem Vorjahr von zehn auf 15 Fälle an, ein Mehr von 50 Prozent. Die Gewalt gegen Polizeibeamte wurde in drei Fällen registriert, ein Minus von 40 Punkten gegenüber 2024, wo es noch fünf solcher Fälle gab.

Aus den Reihen des Ratsgremiums wurde in diesem Zusammenhang gefragt, ob die Polizeibeamten aus eigener Erfahrung in den vergangenen Jahren eine geänderte, vielleicht aggressivere Haltung gegen Ordnungskräfte ausgemacht hätten.

Sowohl Hecker als auch Dippmann bejahten dies: „Der Ton ist auf jeden Fall rauer geworden“, so der Polizeipostenleiter, „vor allem Jugendlich zeigen oftmals wenig Respekt uns gegenüber“, was auch – aber nicht nur – in bestimmten kulturellen Kreisen zu beobachten sei. Grundsätzlich seien hier die Elternhäuser in die Pflicht zu nehmen.

Die Statistik zeigt auch im Bereich der Fälschungsdelikte eine Steigerung auf, die mit einem Mehr von 44 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (125 versus 87 Fällen) weniger stark gestiegen war als – im Bereich der Diebstahlsfälle – jener von Fahrrädern.

Drahtesel, ob nun konventionell oder mit E-Unterstützung, scheinen bei Langfingern begehrt zu sein, so stieg die Zahl der unerlaubt entwendeten Gefährte von sechs auf 19, was einer Steigerung von knapp 217 Prozentpunkten entspricht.

Etwas mehr Verkehrsunfälle

Zu Verkehrsunfällen mussten die Ordnungshüter 2024 in 190 Fällen anrücken – 141 Mal inner- und 49 Mal außerorts, was im Vergleich mit dem Vorjahr eine leichte Steigerung von eineinhalb Prozent bedeutete. Die Anzahl der hierbei Leichtverletzten lag bei den Unfällen mit Personenschaden bei 53 (ein Plus von zehn Prozent), bei den Schwerverletzten ging die Zahl von 14 auf elf um 15 Prozentpunkte zurück, im Bereich eines tödlichen Ausgangs gab es im vergangenen Jahr ein Opfer zu beklagen.

Die Gemeinderäte und die Verwaltungsspitze nahmen von den Ausführungen der beiden Polizeibeamten Kenntnis und dankten im Anschluss daran explizit und allgemein wie stellvertretend für ihre und die Arbeit ihrer Kollegen.

 
 
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