Sachsenheim Unten Handel, oben Kinderbetreuung

Von Markus Wirth
Der neue Aldi-Markt am Südring in Großsachsenheim ist im Entstehen. In der oberen Etage, die aktuell vorbereitet wird, werden einmal Kinder im Kindergarten betreut. Foto: /Martin Kalb

Über dem Aldi-Markt am Südring wird ein Kindergarten eingerichtet – die Stadtverwaltung möchte diesen in die Verantwortung eines Trägers geben, der Gemeinderat stimmt dem Vorhaben zu.

Die Nahversorgung in der Stadt wird derzeit mit dem Neubau und der Erweiterung des Aldi-Discounters im Südring optimiert. Da das aktuell entstehende Gebäude um eine Etage aufgestockt werden wird, bot sich hier für die Stadtverwaltung im Vorfeld die Chance, in den Räumen einen Kindergarten zu errichten, um den Bedarf an Plätzen auch angesichts des nahen, mit jungen Familien besiedelten Baugebiets zukünftig zu decken und diesem gerecht zu werden.

Die Vergabe der Trägerschaft war Gegenstand der Tagesordnung in der jüngsten Gemeinderatssitzung und soll, so die einhellige Abstimmung des Gremiums, per 1. Oktober kommenden Jahres an das in Nürnberg ansässige Unternehmen „littlebigfuture gGmbH“  übergehen.

Träger überzeugt mit Konzept

Jens Kaiser vom Team Bildung, Betreuung, Bürgerengagement, stellte dem Rat das Vorhaben und den Träger vor und zeigte sich vom vorliegenden Beschlussvorschlag überzeugt: „Wir haben uns zum ersten Mal um eine externe Trägerschaft einer Einrichtung bemüht, und der Aufwand hat sich gelohnt.“ Der Mietvertrag mit dem Discountriesen aus Mühlheim/Ruhr laufe 25 Jahre, der Kontrakt mit den Träger aus Mittelfranken zehn Jahre, „auch wegen der Reaktionsfähigkeit“, wie Kaiser unterstrich.

Ein in puncto Pädagogik und Ernährung schlüssiges wie überzeugendes Konzept habe der Verwaltung und den Ausschüssen im Vorfeld die Wahl auf das Unternehmen „littlebigfuture“ nahegelegt, fuße dessen Prämisse doch auf der Natur- und hier vornehmlich in der Waldpädagogik, zudem werde den Kindern die Wichtigkeit nachhaltigen Handels vermittelt werden sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien aller Arten. Kaiser: „Wir können die Trägerschaft guten Gewissens empfehlen.“ Befürchtungen aus den Reihen des Gemeinderates, der neue Kindergarten könne vielleicht nicht voll belegt werden, zerstreute Kaiser mit dem Verweis auf den aktuellen Kindergartenbedarfsplan, außerdem sei eine Abwanderung der bisherigen Tagesmütter – eine weitere besorgte Frage aus den Reihen des Ratsgremiums – zur neuen Einrichtung ebenfalls nicht zu befürchten.

Hatte das Thema Sanierung der Kirbachtalhalle mit dem projektierten Abriss des aktuellen Bedürfnissen nicht mehr gerecht werdenden Vorbaus auf Grund des Antrags der WIR-Fraktion, die ganze Sache nochmals neu zu denken, noch einen etwas unrunden Verlauf gehabt (die BZ berichtete), so war die Renovierung und Sanierung der ebenfalls in die Jahre gekommenen, 1971 eingeweihten Kirbachschule eine glatte Angelegenheit, die mehrheitlich, bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung, auf den Weg gebracht wurde.

Mit dem Aufgabenpaket werde dahingehend das Ingenieurbüro Wengert aus Stuttgart (Kostenpunkt 140.315 Euro) und das Planungskonsortium Tusker Ströhle Architekten BDA Partnerschaft mbH, ebenfalls aus Stuttgart (134.651 Euro) betraut.

Zusätzlich Schulraum schaffen

Da die Stadt auch und vor allem hinsichtlich des ebenfalls in der Sitzung vorgestellten Schulbedarfsplans in den kommenden Jahren dem Bedarf folgend zusätzlichen Schulraum wird vorhalten müssen, werden, so die einhellige Abstimmung am Ratstisch, in der Kleinsachsenheimer Grundschule die bisherigen Räumlichkeiten des Lehrschwimmbeckens in zusätzliche Unterrichtsräume umgebaut werden.

Die Baumaßnahme, die, so der Plan, bis spätestens zum Schuljahresbeginn im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll, ist mit voraussichtlich rund 343.000 veranschlagt.

 
 
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