Mit der Zukunft der Verwaltungsstellen im Kirbachtal werden sich die Verantwortlichen der Stadtverwaltung und die Gemeinderäte der Stadt eingehender beschäftigen müssen, denn die Gebäude sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden, um deren Bausubstanz zu erhalten. So sollen die Mitglieder des Technischen Ausschusses in Sachsenheim schon in ihrer Sitzung am morgigen Donnerstag die Arbeiten zur Notsicherung des Gebäudes der Verwaltungsstelle in Häfnerhaslach für Kosten von rund 78.600 Euro vergeben.
Sachsenheim Verwaltungsstellen werden saniert
Die Gebäude in den Teilorten Häfnerhaslach, Ochsenbach und Spielberg sind in die Jahre gekommen, eine bauliche Optimierung ist unumgänglich. Das bedeutet hohe Kosten für Sachsenheim.
Holzkonstruktion mit Schutznetz
Damit soll im Jahr 2026 eine vorgestellte Holzkonstruktion mit einem Schutznetz errichtet werden, um zu verhindern, dass Gefachteile des Fachwerkgebäudes auf die Straße fallen und möglicherweise Passanten treffen.
Das Gebäude der Verwaltungsstelle Häfnerhaslach stammt aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, darin war einst eine Schule untergebracht, bevor das Bauwerk später als Rathaus und schließlich als Verwaltungsstelle genutzt wurde. Es steht heute unter Denkmalschutz und wurde im Laufe der Jahre immer wieder optisch repariert, aber an der Tragstruktur der Fachwerkkonstruktion gab es keine größeren Änderungen und keine grundlegende Sanierung. Bereits 2021 waren an der Fassade der Verwaltungsstelle in Häfnerhaslach Metall-Rispenbänder angebracht worden, um lose Gefachteile zu stabilisieren.
Im vergangenen Jahr fand eine umfassende Untersuchung des Bauwerks statt, dessen Ergebnis eine dringende Gesamtsanierung zur Erhaltung der historischen Bausubstanz anrät. Deren Kosten bezifferten die Experten auf rund 1,5 Millionen Euro. Vor allem die Erneuerung des Decken- und Tragwerks sowie der Fachwerkwände muss zeitnah in Angriff genommen werden. Schon in der jüngeren Vergangenheit waren die Probleme mit der Braunfäule, die im Gebälk der Verwaltungsstelle sitzt, immer wieder Thema im Ortschaftsrat gewesen.
In diesem Zusammenhang hatte die Häfnerhaslacher Ortsvorsteherin Claudia Volk auch angeregt, sich grundlegend über ein zukunftsfähiges Konzept für die Verwaltungsstellen im Kirbachtal zu unterhalten. Diese werden nur an wenigen Tagen in der Woche für Ortschaftsratssitzungen, Sprechstunden der Ortsvorsteher oder Behördengänge der Bürger genutzt.
Einen neuen Weg gehen die Ortschaftsräte von Spielberg, die den Sitzungssaal in ihrer Verwaltungsstelle auch für Vereinstreffen der Landfrauen oder der Feuerwehr vermieten. Doch auch in Spielberg würden sich die Ortschaftsräte Sanierungsarbeiten wie eine Erneuerung des Bodenbelags im Sitzungssaal wünschen.
Ähnlich sieht es in Ochsenbach aus, wo der Putz rund um die Fenster des öffentlichen Gebäudes ebenfalls von der Fassade bröckelt und Renovierungsmaßnahmen notwendig sind. Auch die Ochsenbacher Ortschaftsräte würden die Räume in der Verwaltungsstelle gerne örtlichen Vereinen und Gruppierungen für Sitzungen oder Bastelabende zur Verfügung stellen.
Die Häfnerhaslacher Ortsvorsteherin Claudia Volk teilt auf Anfrage mit, dass sie eine Komplettsanierung der Verwaltungsstelle in Häfnerhaslach mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro – angesichts der Haushaltslage der Stadt und der geringen Nutzung von zwei Stunden wöchentlich – für nicht realistisch halte.
Sanierung in Abschnitten
Sie rät daher eher zu einer Sanierung in Abschnitten, um nötige Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen. Die Ortsvorsteherin bedauert es, dass die rund 78.600 Euro für eine Notsicherung ausgegeben werden, dies aber an der Qualität der Gebäudesubstanz nichts ändere.
„Das Geld fließt hier in eine reine Sicherung, ohne die Nutzbarkeit zu verbessern. Es ist schwer nachvollziehbar, dass mit dieser Summe keine Lösung gefunden wird, die sowohl Sicherheit gewährleistet als auch dem Gebäude zugutekommt, zumal sich der Zustand weiterhin verschlechtert“, erläutert Volk. Sie verweist auf ein durchdachtes Nutzungskonzept und eine offene Diskussion mit allen Beteiligten, um eine möglichst langfristige Lösung für die Verwaltungsstelle zu finden. In die Gespräche sollten darüber hinaus auch die Bürgerinnen und Bürger einbezogen werden, verdeutlicht die Ortsvorsteherin.
Auf Anfrage teilt der Pressesprecher der Stadt Sachsenheim, Arved Oestringer, mit, dass bei den Haushaltsberatungen zum Etat für das Jahr 2026 auch über die grundsätzlichen Sanierungsmaßnahmen an den Verwaltungsstellen im Kirbachtal gesprochen werden wird.
