Das hätte sich selbst Goethe nicht schöner ausmalen können: Bei perfektem Spätsommerwetter strömten am Freitagabend unzählige Besucher in den Schlosspark, um die dritte Auflage von „Wein am Schloss“ zu feiern. Das Wasserschloss verwandelte sich für zwei Tage in ein wahres „Weinschloss“ und der Park in einen festlichen, fröhlichen Weinbrunnen. Der immense Zuspruch machte von der ersten Minute an klar: Das Fest, das auch noch am Samstagabend stattfand, hat sich als strahlendes Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert.
Sachsenheim Wasserschloss wird zum „Weinschloss“
Ein Meer aus Lichtern, voll besetzte Tische und fröhliche Gesichter prägten die dritte Auflage von „Wein am Schloss“. Die Eröffnung wurde zum Bekenntnis für den lokalen Weinbau.
Den Auftakt machte Josua Baumgärtner, Sprecher der Sachsenheimer Wengerter. „Für zwei Tage bestimmt der Wein jetzt endlich wieder Sachsenheim“, rief er den Gästen zu. Er begrüßte besonders die Württemberger Weinkönigin Kim Weißflog aus Lauffen, die dem Fest eine besondere Ehre erwies.
Kollegialer Geist der Wengerter
Baumgärtner betonte den kollegialen Geist der Wengerter-Gemeinschaft, die sich seit 1995 regelmäßig austauscht. „In diesen herausfordernden Zeiten ist das Miteinander wichtiger denn je“, so Baumgärtner. „Wein ist nicht nur ein Getränk. Wein ist Lebensfreude, Wein ist Kultur. Mit jeder Flasche, die Sie genießen, unterstützen Sie den Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft.“
Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich knüpfte an diese Worte an. Er lobte die Veranstaltung als ein Fest für die Sinne, das Begegnung, Austausch und Geselligkeit in den Mittelpunkt stelle. Besonders freue ihn, dass bei vielen Betrieben die Nachfolge durch die junge Generation gesichert sei. „Da ist kein Neid, keine Missgunst – das ist ganz stark, was ihr hier für die ganze Stadt auf die Beine stellt.“ Mit einem Zitat von Goethe – „Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken“ – sprach er wohl allen Besuchern aus der Seele und ermunterte sie, die Vielfalt der über 100 angebotenen Weine zu probieren.
Einen besonderen Dank richtete die Württemberger Weinkönigin Kim Weißflog an die Winzer. „Für viele ist heute das Event, auf das man hinfiebert. Für unsere Winzer ist es die Lese, die wichtigste Zeit im Jahr“, erklärte sie. Dass die Betriebe trotz der arbeitsintensiven Erntezeit ein solches Fest mit so viel Engagement auf die Beine stellten, verdiene den größten Respekt. Mit einem Augenzwinkern forderte sie die Gäste auf: „Durch Sie wird auch der Weinkeller geleert. Das ist genauso wichtig wie das Reinholen der Trauben. Desto mehr Platz haben wir für den neuen Jahrgang.“
Kostenloser Nachtbus
Die Besucher ließen sich das nicht zweimal sagen und genossen die Vielfalt der Weingüter des Kirbachtals. Dazu mundeten die Wildspezialitäten von Philipp Notz, Flammkuchen der TVG-Schneesportabteilung, Schnitzel- und Maultaschenwecken der Stadtkapelle sowie die Süßwaren der Firma Mayer. Für einen sicheren Heimweg sorgte der kostenlose Nachtbus, der die Gäste bis in die späten Stunden in alle Stadtteile brachte. Ein rundum gelungenes Fest, das die Lebensfreude und die reiche Weinkultur Sachsenheims eindrucksvoll unter Beweis stellte.
