Sachsenheim Weihnachtsbeleuchtung für die Schublade

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Während die Bietigheim-Bissinger erst diese Woche ihre Weihnachtsbeleuchtung abgeräumt haben, träumen die Sachsenheimer noch vom weihnachtlichen Leuchten.⇥ Foto: Martin Kalb

Die Stadt Sachsenheim hat drei Varianten ausgearbeitet. Aktuell kann sie sich aber keine davon leisten.

Jahrelang tobte zuletzt der Streit darüber, wer in der Stadt für Weihnachtsbeleuchtung zuständig ist und weshalb nichts passiert. Jetzt, pünktlich nach Weihnachten, hat die Stadt das Thema gelöst – allerdings nur in der Theorie. Auf Wunsch des Gemeinderats hat die Verwaltung verschiedene Konzepte ausgearbeitet, die sich die Stadt derzeit aber alle nicht leisten kann.

Drei Varianten hat die Stadt ausgearbeitet. Die günstigste kostet Schätzungen zufolge 113 000 Euro, die teuerste 205 000 Euro – zuzüglich der jährlichen Montage- und Stromkosten. Auch ein Szenario, wie die Beleuchtung in den nächsten drei Jahren stufenweise umgesetzt werden könnte, wurde ausgearbeitet. Die Verwaltung kann sich vorstellen, die Innenstadt mit hoher Beleuchtungsdiche und – wenn möglich – hochwertigem Leuchtschmuck auszustatten. Als Blickfang sollen „Objektinstallationen“ wie beleuchtete Bäume am Bahnhof oder Weihnachtsbäume in allen Stadtteilen fungieren. Zudem wurde ausgearbeitet, dass einfache Leuchtmittel die Durchgangsstraßen säumen. Nur: Zunächst kommt eben nichts davon.

Einzelstadtrat Oliver Häcker meinte in der Sitzung vergangene Woche: „Wir sind zehn Jahre zu spät.“ Aktuell würden deutlich sinnvollere Dinge aus dem Haushalt gestrichen, verwies er auf die derzeit laufende Ausarbeitung des Zahlenwerks für 2020. Auch Peter Brosi (GLS) kam zu dem Schluss: „Die Kosten sind derzeit zu hoch.“

Vom BdS kommt Kritik

Wenig begeistert reagiert Thomas Lutsch, der sich für den Bund der Selbstständigen (BdS) Sachsenheim seit geraumer Zeit mit dem Thema befasst, auf BZ-Nachfrage. „Wir sind etwas fassungslos“, beschreibt er den Gemütszustand der Arbeitsgruppe, „das sind Zahlen, da bleibt einem die Spucke weg. Die BdS-Gruppe wolle die Ergebnisse zuerst einmal genauer anschauen, sich aber in jedem Fall dafür stark machen, dass kostengünstige und schnell umsetzbare Varianten kommen.

Die Stadtverwaltung betonte auf Nachfrage, dass das Thema aktuell nicht weiter verfolgt werde und die Haushaltsberatungen im Vordergrund stünden. „Eine abgespeckte Version ist derzeit kein Thema“, sagte Sprecherin Nicole Raichle. Denn: „Auch die kostet viel Geld. Und wenn, dann wollen wir es richtig machen. Sollte allerdings im Haushaltsplan ein „Betrag X“ eingestellt werden, könne man das Thema erneut aufgreifen.

 
 
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