Sachsenheim Weinbau und Naturschutz im Einklang

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Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich, Regierungspräsident Wolfgang Reimer und Landrat Dietmar Allgaier (v.l.n.r.) präsentieren das neue Faltblatt.⇥ Foto: Michaela Glemser

Neues Faltblatt lädt zur Erkundung der Tier- und Pflanzenwelt am Geigersberg in Ochsenbach ein. 

Die Karthäuser-Nelke blüht in kräftigen Farben, Mauereidechsen finden in den Mauersteinen Unterschlupf und die seltene Heuschreckenart Weinhähnchen begeistert mit ihrem außergewöhnlichen Gesang: Die kulturhistorische Weinlandschaft am Geigersberg in Ochsenbach ist ein naturkundliches Kleinod, das alljährlich zahlreiche Ausflügler und Wanderer aus nah und fern bewundern.

Dabei sah es in den 1960er-Jahren zunächst gar nicht so aus, als könnte dieses Kulturgut erhalten werden. Damals nahm die traditionelle Weinbergnutzung am Geigersberg kontinuierlich ab. Parzelle um Parzelle lag brach. Eine Rebflurbereinigung sollte in den 1990er-Jahren die Bewirtschaftung der steilen Reblagen erleichtern und den Weinbau am Geigersberg erhalten. 

„Amtsträger, Experten, Wengerter, Ehrenamtliche und Teile der Ochsenbacher Bevölkerung machten sich Gedanken. Zusammen mit den übergeordneten Verwaltungsbehörden konnte nach intensiven Diskussionen und zahlreichen Treffen ein Modellvorhaben entwickelt werden, das Naturschutz und Weinbau in Einklang brachte und bringt“, betonte Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich bei der Vorstellung eines neuen Faltblattes zum Geigersberg.

Gelungene Verbindung

Auch Regierungspräsident Wolfgang Reimer lobte den tatkräftigen Einsatz für den Erhalt der Terrassenweinberge und Trockenmauern sowie die gelungene Verbindung zwischen örtlichem Weinbau und Naturschutz.

Heute gibt es in der kulturhistorischen Weinlandschaft in Ochsenbach neben Weinbau auch Grundstücke, die vom Land Baden-Württemberg, vom Landesjagdverband oder der Stadt Sachsenheim für Naturschutzzwecke gepflegt werden. Bei der Sanierung der Trockenmauern helfen auch Jugendliche aus dem Komitat Pest alljährlich mit. 

Damit einheimische und auswärtige Gäste den Geigersberg mit allen Sinnen erleben können, wurde jetzt unter der Regie des Regierungspräsidiums Stuttgart ein Informations-Faltblatt neu aufgelegt. Es gewährt Einblick in die Geschichte der Weinlandschaft, stellt die unterschiedlichen Naturschutzzonen am Geigerbergs vor, nimmt Bezug auf die aktuelle Bewirtschaftung und präsentiert ausführlich die Tier- und Pflanzenwelt, die sich in den Rebflächen und auf den Magerrasen heimisch fühlt.

Im Faltblatt gibt es eine detaillierte Karte des rund zwei Kilometer langen Kulturhistorischen Weinlehrpfads am Geigersberg, dessen 30 Informationstafeln dank der Stiftungsgelder der Kreissparkasse Ludwigsburg erneuert werden konnten. Das neue Faltblatt ist kostenlos beim Regierungspräsidium Stuttgart, der Stadt Sachsenheim sowie dem Publikationsdienst der Landesanstalt für Umwelt erhältlich.

Auf den Internetseiten des Regierungspräsidiums und der Stadt soll auch eine digitale Version zur Verfügung stehen. „Die historische Weinlandschaft am Geigersberg kann wahrlich als Zeitzeuge einer für die Region beispielhaften, gewachsenen Kulturlandschaft angesehen werden“, machte Bürgermeister Albrich deutlich, bevor er mit dem Regierungspräsidenten, Landrat und weiteren Behördenvertretern, Gemeinde- und Ortschaftsräten zur Begehung des Geigersbergs aufbrach.

 
 
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