Sachsenheim Wieder Waldpädagogik im Kirbachtal

Von Michaela Glemser
„Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche in den Kontakt mit der Natur kommen“, so Stadtförster Theo Wöhr. Hier ein Archivfoto von 2022, aber auch in diesem Jahr war er mit vielen Schulklassen im Sachsenheimer Wald unterwegs. Foto: Martin Kalb

Gemeinderäte beraten über Forstbetriebsplan für das kommende Jahr. Förster und Mitarbeiter vom Landratsamt berichten über den Zustand des Stadtwaldes.

Förster Theo Wöhr bringt Kindern und Jugendlichen gerne den heimischen Forst und seine Bedürfnisse näher. In diesem Jahr war er mit 28 Klassen von Sachsenheimer Schulen im Wald im Kirbachtal unterwegs, um Schutzzäune für junge Bäume zu bauen, neue Waldkulturen zu pflanzen oder die Tiere des Waldes näher kennen zu lernen.

„Die junge Menschen sind sehr begeistert bei der Sache. Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche in den Kontakt mit der Natur kommen“, machte Förster Wöhr in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich. Bereits jetzt hat Wöhr schon wieder 20 Voranmeldungen für waldpädagogische Veranstaltungen im kommenden Jahr.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Burkhard Böer will Wöhr mit den Mitarbeitern im Stadtwald Sachsenheim 2026 rund 5840 Festmeter Holz einschlagen. Damit erhöht sich die vorgesehene Einschlagsmenge gegenüber diesem Jahr leicht um 255 Festmeter. Auf dem Holzmarkt lassen sich derzeit gute Preise beim Laub- und Nadelholz sowie stabile Vermarktungsmöglichkeiten erzielen.

Trockenstress für den Waldboden „ist immer noch akut“

Der Anteil der geschädigten Bäume an der eingeschlagenen Holzmenge ist im Sachsenheimer Stadtwald mit 20 Prozent in diesem Jahr erfreulich niedrig. Dennoch sei der Trockenstress der Waldbäume immer noch akut, wie in der Sitzung Dr. Simon Boden, Fachbereichsleiter für den Forst beim Landratsamt Ludwigsburg, betonte: „Die Monate März und April in diesem Jahr waren so trocken wie noch nie. Auch im Mai und Juni gab es viele Hitzewellen. Die Niederschläge im Juli konnten das Defizit im Wasserspeicher des Waldbodens nur teilweise ausgleichen.“ Daher setzte der Trockenstress den Waldbäumen auch in diesem Jahr zu, und vorgeschädigte Bäume zeigten sich anfälliger für Insekten- und Pilzbefall.

„Absterbende Bäume sind bei Buchen, Eichen, Fichten und Eschen zu verzeichnen. Vor allem bei den Eschen ist die Verkehrssicherungspflicht schwierig und mit einem großen Zeit- sowie Geldaufwand verbunden“, erläuterte Dr. Simon Boden.

Waldwege in Stadtteilen sollen 2026 unterhalten werden

Im Sachsenheimer Stadtwald sind im kommenden Jahr auf einer Fläche von insgesamt zehn Hektar Pflegemaßnahmen für einen klimastabilen Wald vorgesehen. Auf rund 37 Hektar sollen Sicherungsmaßnahmen für die Weiterentwicklung von Kulturen mit Jungbäumen umgesetzt werden. In den Sachsenheimer Stadtteilen Ochsenbach und Häfnerhaslach sollen zudem größere Maßnahmen zur Unterhaltung von Waldwegen durchgeführt werden.

Im Forstbetriebsplan 2026 für den Sachsenheimer Stadtwald schlägt ein Defizit von rund 68.900 Euro zu Buche. Aber Sachsenheims Bürgermeister Holger Albrich verwies in der Sitzung darauf, dass eine nachhaltige Nutzung des Stadtwaldes im Vordergrund stehe und nicht der letzte Euro aus dem Wald „herausgepresst“ werden solle.

Appell für einen öffentlichen Waldbegang

Gemeinderat Lothar Makkens von den Freien Wählern lobte stellvertretend für alle anderen Ratsfraktionen das Engagement der Beschäftigten im Stadtwald für das Wohl des Forstes. Makkens bedauerte, dass dem Wald immer noch trotz der Niederschläge in diesem Jahr rund 100 Liter Wasser pro Quadratmeter fehlten.

„Die Lohnsteigerungen, die den Beschäftigten natürlich gegönnt sind, und die weiteren Kosten können nicht durch die leichte Steigerung im Holzverkauf erwirtschaftet werden“, stellte Lothar Makkens im Hinblick auf das veranschlagte Minus im Forstbetriebsplan 2026 fest.

Er appellierte an die Verantwortlichen der Stadt Sachsenheim den jährlichen Waldbegang doch wieder einmal für die gesamte Öffentlichkeit und nicht nur für Gemeinderäte und Holzkunden durchzuführen.

 
 
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