Sachsenheim „Wir haben das wichtigste Ziel erreicht“

Von Markus Wirth
Markus Linnow von der IG Metall Ludwigsburg (links) und die Feintool Betriebsräte Cornelia Jahke und Andreas Ivenz. Foto: Martin Kalb

Die Rettung des Standortes verbuchen die IG-Metall Ludwigsburg und der Feintool-Betriebsrat als Erfolg.

Die allgemeine Stimmung gestern beim Pressetermin, zu welchem die IG Metall geladen hatte, war aufgeräumt, ja, vorsichtig zuversichtlich, was die Zukunft der Firma Feintool in Sachsenheim betrifft. Nach langem Hin und Her, nach vielen Gesprächen und Sondierungen wird der Standort erhalten bleiben.

„Wir haben“, sagt Markus Linnow, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Ludwigsburg, „unser wichtigstes Ziel erreicht. Der Standort in Sachsenheim wird nicht geschlossen und auch zukünftig ist die Belegschaft hier nicht nur vom Automotivegeschäft abhängig, sondern vor allem im Industriegeschäft tätig, also in der Herstellung von Elektromotoren und deren Komponenten und mithin in jener Sparte, die immer Gewinn erwirtschaftete. Das werte ich als gutes Zeichen.“ Dies sorge auch künftig für Sicherheit bei wichtigen Partnern wie beispielsweise der Firma EBM Pabst.

Sanierungstarifvertrag greift

Ein Wermutstropfen freilich bleibe, relativiert Betriebsratsvorsitzender Andreas Ivenz die vordergründige Euphorie: „Es schmerzt, wenn man weiß, dass viele Kollegen das Unternehmen verlassen müssen.“ Der vorliegende Plan sieht eine Reduktion der Belegschaft im Sachsenheimer Werk von 160 Arbeitnehmern vor, das bedeutet, dass im Endeffekt 239 Arbeitnehmer verbleiben werden. Es sei in den Verhandlungen jedoch gelungen, so Ivenz weiter, ein Freiwilligenprogramm zu erarbeiten, welches eine Abfindung plus, für Ältere, eine zusätzliche Alterskompensation vorsehe. Und Markus Linnow ergänzt: „Durch einen normal üblichen Sozialplan hätte es zunächst vornehmlich die jungen Arbeitnehmer getroffen“, so aber fuße alles, wie der Terminus suggeriert, auf einer gewissen Freiwilligkeit.

Und all die anderen Arbeitnehmer, die im Betrieb bleiben, werden nach einem jüngst ausgehandelten Sanierungstarifvertrag bezahlt, der dafür sorgen soll, dass keine zusätzlichen Entlassungen zu befürchten seien und den verbleibenden Kollegen dennoch eine angemessene Vergütung garantiere.

 
 
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