Sachsenheim „Wir sind sehr gut aufgestellt“

Von Markus Wirth
Feuerwehrkommandant Philipp Rousta zeichnet ein positiv stimmendes Bild über die Sachsenheimer Floriansjünger. Der Nachwuchs Foto: /Martin Kalb

Die Freiwillige Feuerwehr kann sich über mangelnden Nachwuchs nicht beschweren.

Die Faszination, die von der Feuerwehr – und dies nicht nur bei kleinen Jungs, von denen viele ja immer vom Beruf des Feuerwehrmanns träumen – ausgeht, scheint ungebrochen. Das bestätigt auch Kommandant Philipp Rousta im Gespräch mit der BZ, der sich über Nachwuchsprobleme eigentlich keine Gedanken machen muss.

Bei der Jugend Obergrenze erreicht

„Wir verzeichnen nach wie vor eine rege Nachfrage und sind personell sehr gut aufgestellt“, zieht der oberste Floriansjünger ein zufriedenstellendes Fazit. „Derzeit haben wir in der Jugendfeuerwehr 45 Mitglieder, das heißt, wir müssen aktuell sogar diejenigen, die noch mitmachen wollen, etwas vertrösten, da wir an unserer Obergrenze angelangt sind, da auch die Arbeit für unseren Jugendfeuerwehrwart Dominik Gruner sehr zeitintensiv ist und noch mehr Mitglieder einfach nicht zu betreuen sind.“

Los geht es bei der Sachsenheimer Wehr mit zehn Jahren, ab da kann man sich ehrenamtlich engagieren, ab 17 Jahren kann die Grundausbildung absolviert werden, um dann mit 18 Jahren die ersten Einsätze zu begleiten. „Die Kinder und Jugendlichen werden zunächst spielerisch an die ganze Thematik herangeführt“, sagt Rousta, um dann in der Folgezeit in ihren einzelnen Einsatzgebieten ihr theoretisches und praktisches Rüstzeug zu erlernen. Wie dem auch sei, „die Jugendfeuerwehr ist trotz des immensen Aufwandes ein Selbstläufer, weil viele von denjenigen, die zur Wehr kommen und sich ehrenamtlich engagieren wollen, fasziniert sind von dem, was sie lernen und vor allem sehen sie eine sinnstiftende Freizeitbeschäftigung darin.“ Grundsätzlich sei man stets, vor allem jenseits der Jugendwehr, offen für neue Mitglieder, „wir brauchen Verstärkung in allen Teilorten Sachsenheims, wir sind nach wie vor froh über jede und jeden, der bei uns mitmachen möchte.“

Als Voraussetzung brauche es nicht viel, sagt der Kommandant, Motivation, ein Ehrenamt zu begleiten und eine gewisse körperliche Fitness seien unabdingbar, „aber der Rest ergibt sich dann durch die Gruppendynamik und das tolle Zusammengehörigkeitsgefühl.“

Und genau dieses war auch der „Geburtshelfer“ der Idee, eine gemeinsame Wache der Teilorte Hohenhaslach, Ochsenbach und Spielberg in die Realität umzusetzen: „Die drei Wehren hatten sich von Anbeginn an für eine Zusammenlegung ausgesprochen, schon alleine, um Synergien im Bereich Personaleinsatz, technischer Ausrüstung und Fahrzeugbestand zu erzielen und dabei die Sicherheitsversorgung der Bürger der drei Teilorte auf Grund der zentralen Erreichbarkeit wegen noch weiter zu verbessern.“

Eröffnungsdatum noch ungewiss

Freilich – bis die neue Wache, die ihren rund 7200 Quadratmeter umfassenden Standort an der L1110 gegenüber des Schülkehofs auf etwa halbem Weg zwischen Hohenhaslach und Spielberg haben wird, ihrer Bestimmung übergeben werden wird, vergeht noch einiges an Zeit, denn zunächst muss der Gemeinderat dem Vorhaben noch seinen Segen geben, dann könne die Planungsarbeit der Architekten beginnen.

Wann dann Einweihung der gemeinsamen Wache sein könnte, vermag Rousta noch nicht zu konkretisieren, „so weit kann und will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen.“ Wenn schon eine ehrgeizige Institution und, in Zeiten leerer Kassen, anspruchsvolle Investition für drei der sechs Teilorte angegangen und auf den Weg gebracht wird, stellt sich dennoch die Frage, weswegen die Kameraden aus Häfnerhaslach nicht auch dort eine neue Heimstatt finden werden, schließlich gehören sie auch zum Kirbachtal. „Das liegt mit der Hilfsfrist zusammen, die auf Grund der Abgeschiedenheit des Teilorts nicht zu erfüllen ist“, sagt der Kommandant. Denn diese sieht vor, dass zwischen der Alarmauslösung und dem Eintreffen am Einsatzort nicht mehr als zehn Minuten vergehen dürfen, und das sei in Häfnerhaslach nicht gegeben, bedauert Rousta.

Und doch steht das 650-Seelen-Örtchen im oberen Kirbachtal schon bald im Interesse der Feuerwehr – „am Samstag, 9. Mai, findet ein großer Aktionstag statt, zu dem ich schon jetzt alle einladen möchte, die an der Feuerwehr und deren ehrenamtliche Arbeit interessiert sind und sich mit dem Gedanken tragen, eventuell mitzumachen.“ Und natürlich seien auch alle anderen Bürger gerne gesehene Gäste an diesem Nachmittag. Los geht es um 14 Uhr direkt am Feuerwehrhaus in der Kleeblattstraße.

 
 
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